London Trump bei König Charles III. – viel Mühe von einem Land in der Zwickmühle
Donald Trump trifft König Charles III. in London. Nach dem Brexit setzt Großbritannien auf Wirtschaftspartnerschaften mit den USA, muss jedoch innere Spannungen und Kritik am umstrittenen Staatsgast ausgleichen.
Bilder sagen oft mehr als Worte. Und die ersten Bilder dieses Staatsbesuchs waren ein sichtbares Fanal gegen den US-Präsidenten. Kaum hatte Donald Trump am Dienstagabend britischen Boden betreten, leuchteten auf den Mauern von Windsor Castle Projektionen auf, die ihn neben dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zeigten. Vier Menschen wurden festgenommen, doch die Botschaft war klar: Dieser Präsident spaltet, und er ist in großen Teilen der Gesellschaft unwillkommen.
Dennoch entschied sich die britische Regierung, den vollen Pomp und Prunk aufzufahren. König Charles III. und Königin Camilla empfingen den US-Präsidenten mit allen Ehren. Uniformen, Fanfaren, Flaggen. London hofft, dass sich die Mühe lohnt.
Schon vor seiner Landung wurden milliardenschwere Abkommen zwischen den beiden Ländern angekündigt. Zum Auftakt des Staatsbesuchs verkündete der Google-Mutterkonzern Alphabet, mehrere Milliarden Euro im Vereinigten Königreich zu investieren. Außerdem wollen die USA und Großbritannien beim Bau modularer Atomreaktoren enger kooperieren. Für ein Land, das nach dem Brexit dringend neue Partner sucht, sind solche Projekte von enormer Bedeutung.
Wichtig ist auch die sicherheitspolitische Dimension. Premierminister Keir Starmer erhofft sich von den USA ein klares Bekenntnis zur Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland.
Doch der Besuch ist und bleibt eine Gratwanderung. Trump ist nicht irgendein Staatsgast. Der US-Präsident gilt als Inbegriff von Nationalismus, Autoritarismus und Spaltung und stößt bei der Mehrheit der Briten auf Ablehnung. Aktivisten nennen es eine Schande für die Demokratie, dass ihm der rote Teppich ausgerollt wird.
Die Visite Trumps im Vereinigten Königreich offenbart damit eine Zwickmühle, in der neben Großbritannien auch viele andere Staaten stecken: Das Land sucht dringend nach wirtschaftlichen Impulsen, muss dafür jedoch einem Präsidenten entgegenkommen, dessen Kurs schwer kalkulierbar ist.