Osnabrück Warum Krydda bei „Die Höhle der Löwen“ leer ausging – und wie es nun weitergeht
Kein DHDL-Deal für das vegane Tofu-Gewürz von Arne Engelke – stattdessen hagelt es Kritik. Trotz des Rückschlags will sich der gebürtige Osnabrücker nicht entmutigen lassen. So ist es für sein Start-up Krydda nach der TV-Show weitergegangen.
Faden Tofu mit einer Gewürzmischung in eine vegane Geschmacksbombe verwandeln – von seiner Idee wollte Gründer Arne Engelke die Investoren in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) überzeugen. Der Deal platzte, es hagelte Kritik an dem Produkt.
Keiner der fünf „Löwen“ wollte in sein Start-up Krydda investieren. Wir haben mit dem gebürtigen Osnabrücker gesprochen, wie es ihm nach der Aufzeichnung der Sendung ergangen ist – und wie es um sein Start-up steht.
In der ersten Jahreshälfte wurde die Folge der Gründershow, in der Arne Engelke mit Krydda zu sehen war, aufgezeichnet – am 8. September folgte dann die Ausstrahlung. Dazwischen sei viel passiert, erzählt der 29-Jährige, der in Hellern aufgewachsen ist und nun in Oldenburg lebt.
Leider sei sein DHDL-Pitch anders gelaufen, als er es sich erhoffte, erinnert sich Engelke. Er sei sehr nervös gewesen – für ihn war es der erste Fernsehauftritt in seinem Leben. Mit seinem Würzpulver wollte er die Löwen für ein Investment von 75.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile gewinnen und erhoffte sich Unterstützung im Marketing und Branding seiner Marke Krydda. Engelkes Ziel war es, im Einzelhandel richtig durchzustarten.
Statt Zuspruch erntete der 29-Jährige Kritik für den schwedischen Markennamen und das Design der Verpackung. „Da gibt es noch viel zu tun“, gab Unternehmerin und Investorin Janna Ensthaler zu Bedenken. Arne Engelke ging ohne Investment aus der Show – unter Tränen.
„Ich war nach dem Pitch ziemlich niedergeschlagen, das ging mir nah“, sagt Engelke im Gespräch mit der Redaktion. „Aber ich habe mir das Feedback der Löwen zu Herzen genommen.“
Nach der Show fällte er die Entscheidung: Er setzt seitdem auf das Geschäft in seinem Online-Shop. Diesen überarbeitete er komplett – mit neuem Design und neuer Marketingstrategie auf Social Media und einer weiteren Mitarbeiterin startete er durch. Unterstützt wurde er dabei auch von seiner Partnerin, Familie und Freunden, die ihm Mut machten, an seinem Start-up festzuhalten.
Kurz nach Ausstrahlung der Sendung folgte dann ein „Hype“ um seine Produkte, berichtet Engelke. Die Nachfrage nach dem Tofu-Gewürz stieg rasant. Mit mehr Bestellungen habe er zwar gerechnet, aber von dem Andrang nach DHDL sei er selbst überwältigt gewesen: „Das große Interesse an dem Produkt macht mich sehr happy. Und der wunderbare Zuspruch, die vielen lieben Nachrichten, ebenfalls.“
Einen weiteren Erfolg konnte Krydda seitdem feiern: 2025 gewann der Tofu-Finisher den Peta Vegan Award 2025 in der Kategorie „Bestes veganes Würzmittel“. „Dieser Erfolg zeigt, ich bin auf dem richtigen Weg“, ist sich Arne Engelke sicher.
Seinen Traum, den Tofu-Finisher in die Supermarktregale zu bringen, hat er trotz Löwen-Kritik nicht beerdigt. Auf seiner Website können Kunden Wünsche hinterlassen, in welchem Markt die Gewürzmischung verkauft werden soll.
Osnabrücker können die Gewürzmischung sogar schon lokal kaufen – bei Farmely in der Lotter Straße 32 werden die drei Sorten Wüstenzauber, Sommerwiese und Toskanabrise angeboten.