Osnabrück  Zimmer fertig und Seil gespannt: So sieht es im Innern des Osnabrücker Zauberwürfels aus

Wilfried Hinrichs
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Von Wilfried Hinrichs
| 17.09.2025 05:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Hotelzimmer ist als Muster fertig, die letzten Seile werden gespannt und der "Zauberwürfel“ hängt bald am Haken: Auf Osnabrücks spektakulärster Baustelle bewegt sich was. Foto: Detlef Heese
Ein Hotelzimmer ist als Muster fertig, die letzten Seile werden gespannt und der "Zauberwürfel“ hängt bald am Haken: Auf Osnabrücks spektakulärster Baustelle bewegt sich was. Foto: Detlef Heese
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Ja, er wird doch noch fertig: der „Zauberwürfel“ in Osnabrück. Auf der ebenso spektakulären wie rätselhaften Baustelle in Osnabrück sind Spezialisten am Werk, mächtige Seile stramm zu ziehen. Und ein Hotelzimmer ist schon eingerichtet. Ein Blick ins Innere.

Nach sechs Jahren Bauzeit ist ein glückliches Ende in Sicht. Der „Zauberwürfel“ am Neumarkt in Osnabrück, der zwischenzeitlich zu einem weiteren Symbol des Scheiterns zu werden drohte, hängt seit ein paar Tagen in den Seilen. Und das ist so gewollt und von Statikern millimetergenau berechnet. Projektleiter Lars Westerheide ist zuversichtlich, dass in einigen Wochen das Gerüst verschwinden und der „Zauberwürfel“ sich ohne Stahlgewand zeigen kann.

Seit Ende August ist die Firma Pfeiffer Structures aus Buxheim/Memmingen damit beschäftigt, die mächtigen Stahlseile im Innern so weit zu spannen, dass das Gebäude sich selbst trägt. Exakt vier Zentimeter wird sich das Haus neigen, wenn die Last von den provisorischen Säulen auf die Seile übergeben wird.

Das siebenstöckige Gebäude steht auf sehr schmalem Fuß und scheint zum Teil über dem Neumarkt zu schweben. Um 13 Meter überragen die oberen Stockwerke den Neumarkt, denn der Platz darunter wird für die Nahverkehrsbusse gebraucht. Das Haus wird deshalb von zehn Seilen und einer mächtigen Mittelsäule gehalten, auf der gut 1000 Tonnen Gewicht ruhen.

Um die armdicken Seile zu spannen, braucht es ein Spezialgerät und Fingerspitzengefühl. Am Montag (15. September) brachten die Experten Spannung in das letzte der zehn Züge. Klappt alles wie berechnet, können anschließend die Klinkerarbeiten an der Fassade fortgesetzt werden.

Parallel dazu wird im Innern weiter an Haustechnik und Inneneinrichtung gearbeitet. Es fehlen im künftigen Hotel zwar noch Türen, Decken, Schalter, Kabel, Tapeten, Leuchten – aber ein Musterzimmer ist schon fertig. Als Anschauungsobjekt. Also, Schuhe abtreten, bitte, und dann ein Blick hinein: weiche Farben, mildes Licht, schlichte Eleganz. Das Doppelbett ist bezogen.

Wer das Hotel betreiben wird, steht fest, doch Investor Theodor Bergmann nennt noch keinen Namen. Erst wenn alles unter Dach und Fach ist, sagt er. In den kommenden Tagen werde es so weit sein.

Die Hotelrezeption und Lobby werden sich im sechsten Stock befinden, wo die Gäste einen weiten Blick über Osnabrück werden genießen können. Was bisher für den Frühstücksraum gedacht war, soll ein Restaurant werden, das bis in den Abend geöffnet ist. Die Dachterrasse sei einfach zu wertvoll und zu attraktiv, um sie nur zum Frühstück zu nutzen, sagt Bergmann.

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