Osnabrück/Melle VfR Voxtrup und SC Melle: Platzt auswärts der Knoten und reißen die Serien in der Landesliga?
Einer ungeschlagen, der andere unten drin: Der SC Melle und VfR Voxtrup sind unterschiedlich in die Saison der Fußball-Landesliga gestartet. Während der Neuling aus der Bezirksliga eine Etage höher noch Fuß fassen muss, wollen die Meller in ihrem fünften Auswärtsspiel endlich ihr Heimspiel-Gesicht zeigen.
Die eine Mannschaft weiß nach sieben Spieltagen in der Fußball-Landesliga noch gar nicht, wie sich ein Unentschieden anfühlt. Das andere Team darf sich stattdessen Remis-König nennen: Während der VfR Voxtrup erst drei Punkte sammeln konnte und mit den SFN Vechta das Schlusslicht bildet, liegt der SC Melle mit vier Punkteteilungen und zwei Siegen auf Platz acht.
Obwohl die Meller mit dem Tabellenführer GW Mühlen die noch einzige ungeschlagene Mannschaft sind, zeigt sich Trainer Christoffer von Rekowski mit der bisherigen Punkteausbeute nicht ganz einverstanden. Zwar musste sein Team erst neun Gegentreffer hinnehmen, jedoch bekäme man noch zu viele einfache Gegentore. „Gerade in Firrel und Schüttorf hätten wir die Siege nicht aus der Hand geben dürfen – das war bitter, auch wenn wir unterm Strich zufrieden sind.“
Das könnte daran liegen, dass sein Team in den sechs Ligaspielen allein viermal auswärts antreten musste: Mit Schüttorf, Papenburg und Mühlen seien drei Mannschaften dabei gewesen, die laut des SC-Trainers unter den Top-5 landen werden. Vier Remis sind die Auswärtsausbeute, zu Hause wurden beide Spiele gewonnen. Wären anstatt der vier Unentschieden (Ligaspitze) zwei Siege und zwei Niederlagen nicht besser gewesen? Von den Punkten her sicherlich. „Aber das kann man sich nicht aussuchen. Auf der Ungeschlagenenserie können wir weiter aufbauen“, betont der 35-Jährige.
Diesen Lauf wollen die Meller, die als einziger Klub seit 2009 dauerhaft in der Landesliga sind, möglichst lange aufrechterhalten – am Sonntag (15 Uhr) in Vechta und auch über die gesamte Saison. „Unser Ziel ist, in die Top-3 zu kommen. Wir wissen, dass es schwierig wird, weil die Leistungsdichte mit den starken Aufsteigern hoch ist“, sagt von Retkowski.
Ein Aufsteiger, der diese ausgeglichene, hohe Leistungsdichte bislang schmerzlich feststellen musste, ist der VfR Voxtrup. Der letztjährige Bezirksligist verlor sechs von sieben Partien, nur am zweiten Spieltag gewann das Team von Trainer Alexander Heinz gegen TV Dinklage (1:0). Es war bislang das einzige Spiel zu Null, sonst gab es 20 Gegentreffer – schlechtester Wert in der Liga. Im Vergleich: In der Aufstiegssaison waren es insgesamt 28 Gegentore.
Dass es nicht mehr so laufen wird wie in der Bezirksliga, war auch dem VfR-Trainer klar. „Wir sind nicht mehr der Gegner, den jeder schlagen will, sondern der Underdog“, sagt er. Deshalb hat der 41-Jährige die Spielweise seiner Mannschaft umgestellt, insbesondere nach dem aus seiner Sicht unglücklichen 0:1 beim Oberliga-Absteiger aus Oldenburg und dem Pokalaus beim SV Bad Laer (2:5). „Wir haben gemerkt, dass noch nicht alles rund läuft“, betont Heinz.
Der Voxtruper Coach trauert den Niederlagen gegen Vorwärts Nordhorn (3:4) und Schüttdorf (1:2) hinterher, bei denen seine Elf zwar spielerisch überzeugte, aber zwei Punkte liegen ließ. „Dann wäre der Saisonstart mit fünf Punkten okay gewesen. Aber wir haben jetzt verstanden, worauf es in der Landesliga ankommt: defensive Stabilität, Standardsituationen und offensives Umschaltspiel“, erklärt Heinz. Der Klassenerhalt sei das Ziel, was mit den infrastrukturellen und finanziellen Möglichkeiten schwierig genug sein wird.
Dafür müssen nicht nur die Voxtruper, sondern auch der SC Melle ihren Auswärtsfluch besiegen: Beide Teams sind in der Fremde noch ohne Sieg, gerade der Aufsteiger tut sich auswärts schwer. Umso wichtiger seien die Duelle zu Hause. „Wenn du in der Landesliga bestehen willst, musst du in den Heimspielen so gut wie möglich punkten. Mühlen ist jetzt ein Bonusspiel“, sagt der Voxtruper Trainer. Das erste Unentschieden der Saison käme gelegen, die Remis-Könige aus Melle wissen, wie es geht.