Autofahrer, aufgepasst Was sind die gefährlichsten Straßen in Aurich?
Einige Stellen in Aurich gelten als besonders kritisch für Autofahrer. Was die Polizei dazu sagt und was Verkehrsteilnehmer sonst noch wissen sollten, zeigt dieser Überblick.
Aurich - Wir haben uns gefragt: Was sind eigentlich die gefährlichsten Stellen für Autofahrer in Aurich? Als erstes kommen Orte wie die Pferdemarktkreuzung, der Kreisverkehr an der Oldersumer Straße oder die Kreuzung der Bundesstraße mit dem Fischteichweg und der Fockenbollwerkstraße in den Kopf. Was aber sagt die offizielle Statistik?
Wenn es einen Ort gibt, an dem in Aurich die Gefahr für Unfälle besonders hoch ist, dann ist es der Kreisverkehr an der Oldersumer Straße, so Hartmut Detmers, der Sachgebietsleiter Verkehr der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund. Er mache über 350 Ortsbesuche im Jahr und habe die gefährlichsten Stellen in den Landkreisen Aurich und Wittmund im Blick. Gerade wenn hier zu den Hauptverkehrszeiten Pendler auf der Straße und Schüler auf den Rad- und Fußwegen dazukommen, wird es schnell knifflig, Christin Wetzel hatte erst vor wenigen Monaten darüber berichtet, wie gefährlich der Kreisverkehr für Fahrradfahrer ist. Hier gilt es dann für alle Parteien, sowohl Autofahrer als auch Radfahrer und Fußgänger, besonders aufmerksam zu sein, um Kollisionen zu verhindern.
Wie sieht es mit den anderen Knotenpunkten aus?
Verhältnismäßig ruhig sei es hingegen auf der Pferdemarktkreuzung. In den vergangenen drei Jahren habe man dort zwar etwa einhundert Unfälle registriert, so Detmers weiter. Doch einerseits seien es vor allem Blechschäden, die hier auftreten würden. Andererseits erkläre sich die scheinbar hohe Zahl der Unfälle durch das enorm hohe Verkehrsaufkommen. Schließlich ist die Auricher Pferdemarktkreuzung mit über 20.000 Fahrzeugen am Tag die meistbefahrene Kreuzung Ostfrieslands. Auf den einzelnen Autofahrer heruntergerechnet, halte sich die Gefahr also in Grenzen. Dennoch sei am Pferdemarkt Vorsicht geboten. Gerade für auswärtige Fahrer könne die Vielzahl der Fahrspuren schnell zu Verwirrung führen. Auch die sonst vielbefahrenen Kreuzungen am Fischteichweg, sowohl an der Kirchdorfer Straße als auch an der Bundesstraße, zeigen keine bemerkenswerte Häufung von Unfällen, sagt Detmers.
Aber nicht nur die Verkehrsführung, sondern auch der Straßenzustand kann eine Straße gefährlich machen. Dabei könnten auch besonders gute Straßenverhältnisse knifflige Situationen produzieren. Darauf weist die Auricher Vekehrswacht hin. „Wir richten uns immer nach unserem Umfeld“, sagt Hans-Friedel Walther von der Auricher Verkehrswacht. Gemeint ist: Sind die Straßen breit und der Asphalt gut, verleite das die Autofahrer schneller zu fahren, als sie eigentlich dürften. Solche Stellen gäbe es mehrere in Aurich. So könnten die Ein- und Ausfahrten an der Emder Straße zwischen dem Kino und Dreekamp schnell zum Problem werden, besonders für Autofahrer, die die gegenläufige Fahrbahn kreuzen müssten. Ähnlich sieht die Sache an der Von-Jhering-Straße zwischen dem Gymnasium und der Pferdemarktkreuzung aus. Auch hier lade die in beide Richtungen zweispurige Straße zu erhöhter Geschwindigkeit ein. Gerade im Schülerverkehr könne die Fußgängerampel am Friedhof schnell zu einer Problemzone werden, was der tödliche Unfall eines Schülers Ende Mai dieses Jahres beweise. Der Elternverein des Gymnasiums hatte danach eine Herabsetzung des Tempolimits auf 30 gefordert, eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus.
Was können Autofahrer tun, um Unfälle zu vermeiden?
„Autofahrer sollten im Straßenverkehr ein bisschen entspannter, ein bisschen gelassener handeln“, so Hans-Friedel Walther von der Auricher Verkehrswacht. Es bringe nichts, auf der Suche nach der schnellsten Linie ständig die Spur zu wechseln, oder mit Tempo 60 an eine Ampel heranzufahren. Wer entspannt und rücksichtsvoll unterwegs ist, könne schon die meisten schwierigen Situationen schadenfrei überstehen.
Fazit: Aus Sicht der Polizei gibt es keine sogenannten „Unfallschwerpunkte“ in Aurich. Das bedeutet, dass es keinen Ort gibt, an dem die Unfallzahlen so hoch sind, dass die Polizei zwingend eingreifen müsse, sagt Detmers, Selbst im Vergleich zu den anderen ostfriesischen Städten wie Emden und Leer sorgen die verhältnismäßig einfach zu passierende Innenstadt und geringe Anzahl von Einbahnstraßen dafür, dass die Anzahl der Unfälle relativ gering bleibt. Doch auch wenn Unfallschwerpunkte in der Stadt fehlen, gibt es einige Stellen, an denen besondere Achtsamkeit geboten ist.