Kommunalwahl 2026  Wiesmoors Bürgermeister Sven Lübbers tritt erneut an

Nicole Böning
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Von Nicole Böning
| 06.10.2025 12:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Wiesmoors Bürgermeister Sven Lübbers will im kommenden Jahr erneut zur Wahl antreten. Foto: Klaus Ortgies
Wiesmoors Bürgermeister Sven Lübbers will im kommenden Jahr erneut zur Wahl antreten. Foto: Klaus Ortgies
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Ein Jahr vor der Kommunalwahl steht fest: Bürgermeister Sven Lübbers will in Wiesmoor erneut antreten. Mindestens zwei Kandidaten von 2021 werden 2026 sicher nicht dabei sein.

Wiesmoor - In Wiesmoor ist ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl am 13. September 2026 klar, dass Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos) erneut kandidieren wird. Das hat der 41-Jährige direkt im Anschluss an das Wiesmoorer Blütenfest offiziell in den sozialen Medien und in einer Pressemitteilung angekündigt. Lübbers ist nicht der erste Amtsinhaber in Ostfriesland, der seinen Hut erneut in den Ring wirft. Borkums Bürgermeister Jürgen Akkermann (parteilos) und Nordens Bürgermeister Florian Eiben (SPD) haben es schon vor ihm getan – auch Südbrookmerlands Verwaltungschef Thomas Erdwiens (Freie Wähler) wird wohl erneut kandidieren.

Das Foto zeigt Sven Lübbers (Mitte) bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses auf dem Blütenfest am 7. September 2025 mit seinem Vorgänger Friedrich Völler (rechts) und Moderator Ludger Abeln. Foto: Klaus Ortgies
Das Foto zeigt Sven Lübbers (Mitte) bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses auf dem Blütenfest am 7. September 2025 mit seinem Vorgänger Friedrich Völler (rechts) und Moderator Ludger Abeln. Foto: Klaus Ortgies

In seiner Pressemitteilung zieht Lübbers ein positives Zwischenfazit seiner bisherigen Amtszeit. Er hebt hervor, dass viele Projekte umgesetzt worden seien: Der Ausbau der Kitas „Kinnerhuus“ und „Regenbogensteppkes“, die Wiederbelebung der Freilichtbühne, der Bau eines Jugendplatzes, die Einführung einer Batteriespeicherförderung, der Ankauf von Flächen der Wiesmoor Gärtnerei und die Fertigstellung des Gewerbegebiets D11 sind nur einige Beispiele.

Sven Lübbers startet gestärkt in die Bürgermeisterwahl 2026

Für die kommenden Jahre sieht Lübbers große Herausforderungen, vor allem finanzieller Art. Er macht klar, dass der Haushalt unter Druck steht und Prioritäten gesetzt werden müssen. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen trotzdem der Neubau einer Kita im Stadtteil Voßbarg, die Sanierung der Sportstätten, der Bau eines neuen Feuerwehrhauses und die Sanierung des Hallenbads. Besonders am Herzen liegt ihm die Neuausrichtung des Tourismus und die Entwicklung des Stadtzentrums – hier sieht er eine „historische Chance“, ein Viertel des Stadtkerns nachhaltig und modern zu gestalten.

Sven Lübbers geht gestärkt in den Wahlkampf: Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2021 hat er sich überraschend deutlich durchgesetzt. 60,38 Prozent der Stimmen gingen an ihn. Das war ein klares Signal der Wiesmoorerinnen und Wiesmoorer. Damals war das Feld der Bewerber groß: Sechs Männer wollten Bürgermeister werden – David Boddenberg, Arnold Eilers, Michael Kugler, Sven Lübbers, Karsten Peters und Christian Rademacher-Jelten, alle parteilos.

Wiesmoors Bürgermeister setzt auf Erfahrung und Bürgernähe

Lübbers lag am Ende weit vorn. Der nächste Kandidat, Arnold Eilers, kam auf 16,91 Prozent. Eilers ist Jurist und als selbstständiger Unternehmer tätig. In Wiesmoor ist er vor allem für sein Engagement im Bereich Stadtentwicklung und Infrastruktur bekannt. Schon vor seiner Wahl zum Bürgermeister war Lübbers kein Unbekannter im Rathaus: Er hatte bereits mehrere Jahre in der Verwaltung gearbeitet und kannte die Abläufe und Herausforderungen der Stadtverwaltung.

Diese Erfahrung hat ihm im Wahlkampf und beim Start ins Amt sicher geholfen. Lübbers verspricht den Wiesmoorerinnen und Wiesmoorern, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – gemeinsam mit Rat, Verwaltung und den Bürgern. Er stehe für eine moderne, soziale und wirtschaftlich verantwortungsvolle Stadt, die auch in Zukunft lebenswert bleiben soll. Außerdem betont er, wie wichtig ihm Transparenz und Bürgernähe seien – gerade in der Kommunikation über soziale Medien.

Zwei Kandidaten von 2021 werden 2026 nicht dabei sein

Ob weitere Kandidaten der letzten Bürgermeisterwahl wieder antreten, ist noch offen. Schon jetzt steht allerdings fest: Zwei von ihnen werden definitiv nicht mehr dabei sein. Michael Kugler hatte schon am 1. Januar 2025 öffentlich erklärt, dass er nicht mehr kandidiert. Seine Absage kam per ausführlicher Mail in der Redaktion an, in der er auch mit dem Rathaus abrechnete.

Kugler hatte sich in den Jahren nach der Wahl immer wieder mit besonderen Vorschlägen zu Wort gemeldet – zum Beispiel mit der Forderung nach mehr Parkplätzen für Lkw-Fahrer in Wiesmoor oder dem Bau von Eichhörnchenbrücken. Seine Ideen sorgten regelmäßig für Gesprächsstoff – und manchmal auch für Kopfschütteln.

Ex-Kandidat Rademacher-Jelten sitzt noch immer im Gefängnis

Ein anderer, der diesmal nicht mehr dabei ist: Christian Rademacher-Jelten. Er war 2021 ebenfalls angetreten und hatte sich als Unternehmer und Geschäftsführer in Wiesmoor einen Namen gemacht. Vor seiner Kandidatur war er in verschiedenen Firmen aktiv, unter anderem im Immobilienbereich. Inzwischen sitzt er im Gefängnis – wegen Beihilfe zum Drogenhandel und Insolvenzverschleppung. Die Urteile sind rechtskräftig. An eine Rückkehr in die Kommunalpolitik ist damit nicht zu denken.

Bei einer Kommunalwahl wählen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur ihre Bürgermeister, sondern auch die Stadt-, Gemeinde- und Samtgemeinderäte, die Kreistage und – in Hannover – die Regionsversammlung. Außerdem stehen die Stadtbezirks- und Ortsräte auf dem Wahlzettel. Es gibt also einiges zu entscheiden. Eine wichtige Neuerung gibt es bei dieser Kommunalwahl: Bürgermeister und Landräte werden ab jetzt nicht mehr für fünf, sondern für acht Jahre gewählt.

Wer also das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler bekommt, bleibt künftig deutlich länger im Amt. Das ist eine Rückkehr zu einer früheren Regelung und bedeutet für die Kandidaten: Wer gewinnt, hat viel Zeit, um seine Pläne umzusetzen – und für die Bürgerinnen und Bürger, dass sie sich für längere Zeit auf eine Person festlegen müssen. Es bleibt spannend, wie sich das Kandidatenfeld in den kommenden Monaten entwickeln wird – und welche Themen Wiesmoor bis zur Wahl besonders bewegen.

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