Sanierung einmal anders  Schilder-Flickwerk auf maroder Brücke im Brookmerland

| | 12.09.2025 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Löcher in den Holzbohlen dieser Brücke in Upgant-Schott wurden provisorisch mit alten Hinweis- und Verkehrsschildern abgedeckt. Foto: Thomas Dirks
Löcher in den Holzbohlen dieser Brücke in Upgant-Schott wurden provisorisch mit alten Hinweis- und Verkehrsschildern abgedeckt. Foto: Thomas Dirks
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Um Löcher an Holzbohlen abzudecken, wendete der Bauhof unkonventionelle Methode an. Wie das endet.

Brookmerland - Provisorisches Flickwerk oder Aktion mit künstlerischem Anspruch? Um eine marode Holzbrücke auszubessern hat die Samtgemeinde Brookmerland jetzt zu ungewöhnlichen Methoden gegriffen. Mitarbeiter ihres Bauhofs haben Löcher in den Holzbohlen einer Brücke in Upgant-Schott kurzerhand mit ausgedienten Verkehrs- und Hinweisschildern abgedichtet und damit einiges an Hohn und Spott in den sozialen Netzwerken und in der analogen Welt geerntet.

Besonders kurios: Unter den Schildern, die nicht umgedreht auf den Brückenbelag geschraubt wurden, befindet sich eine alte Metalltafel, die auf die Grundschule und dem Sportplatz hinweist. Ein weiteres Schild kündigte einst das Ende einer Tempo-30-Zone an.

Private Brücke

Die Verwaltung der Samtgemeinde verwies auf Anfrage dieser Redaktion darauf, dass es sich um eine private Brücke handelt, die vom landwirtschaftlichen Verkehr der Anlieger genutzt wird. Für eine Wanderwegverbindung (Fuß- und Radverkehr) zwischen dem Hingstlandsweg und dem Schiffsleidingsweg dürften die landwirtschaftlichen Flächen und die Brücke von der Samtgemeinde Brookmerland genutzt werden, heißt es.

Der Eigentümer beabsichtige, die Fläche nahe der Brücke für den Ausbau der Windenergie zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang sei der Rückbau der alten Brücke und die Herstellung eines neuen Rahmendurchlasses geplant.

Austausch angeordnet

Die Brücke weise Schäden am Bohlenbelag auf, bestätigt die Verwaltung. In Absprache mit dem Eigentümer seien die Schadstellen durch den Bauhof abgedeckt worden. „Die hierfür verwendeten Materialien sind für diesen Zweck allerdings ungeeignet“, heißt es aus dem Rathaus. Ein Austausch der Materialien sei bereits angeordnet worden.

Derzeit dient die Brücke auch als Notzufahrt für Anlieger des westlich der Bahnstrecke gelegenen Abschnitts des Hingstlandswegs. Grund sind die Arbeiten an der Brücke über die Abelitz. Der Überweg wird derzeit erneuert, ist derzeit für den motorisierten Fahrzeugverkehr gesperrt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle über eine errichtete provisorische Fußgängerbrücke passieren. Die alte Brücke, die mutmaßlich aus den 1950er Jahren stammt, entsprach nicht mehr den heutigen Vorschriften und Anforderungen.

Neue Brücke

Die neue Brücke über die Abelitz nimmt allmählich Form an: In dieser Woche wurden dort Schwergewichte gewuchtet: Ein 250-Tonnen-Autokran versenkte die zwischen 24 und 30 Tonnen schweren Stahlbetonrahmenprofile in der etwa drei Meter tiefen Baugrube. Die Fertigbauteile wurden auf Lastwagen aus Emsbüren herangekarrt, wo sie von der Firma Kleihues hergestellt wurden.

Am Hingstlandsweg in Marienhafe entsteht derzeit eine neue Brücke über die Abelitz. Am Donnerstag wurden die Fertigbetonteile angeliefert. Foto: Thomas Dirks
Am Hingstlandsweg in Marienhafe entsteht derzeit eine neue Brücke über die Abelitz. Am Donnerstag wurden die Fertigbetonteile angeliefert. Foto: Thomas Dirks

In rund drei Wochen soll nach Angaben des mit dem Bau beauftragten Norder Unternehmens Tell Bau alles fertig und der gesperrte Hingstlandsweg samt Brücke, die für Schwerlastverkehr von bis zu 40 Tonnen ausgelegt ist, wieder befahrbar sein.

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