Osnabrück Wagenknecht: Vorschlag für Drohnen-Abschuss gleicht „Kriegserklärung an Russland"
Mit scharfen Worten reagiert BSW-Chefin Sahra Wagenknecht auf einen Vorschlag aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestages – und spricht einem CDU-Politiker die Eignung für sein Amt ab.
Der Vorschlag, russische Drohnen, die der Nato gefährlich werden könnten, bereits außerhalb des Bündnisterritoriums abzuschießen, stößt bei der BSW-Vorsitzenden Sahra Wagenknecht auf Empörung. „Die Debatte wird immer wahnsinniger. Das ist eine offen ausgesprochene Kriegserklärung vom Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Bundestages an Russland“, sagte Wagenknecht unserer Redaktion.
Die BSW-Gründerin betonte: „Sollte die Nato russische Drohnen über der Ukraine abschießen, dann haben wir die totale Eskalation, den großen Krieg in Europa. Damit wäre auch Deutschland endgültig Kriegspartei und vermutlich vorrangiges Angriffsziel Russlands“.
Wagenknecht reagierte mit ihrer Warnung auf Vorschläge des Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU). Dieser hatte angeregt, mit der Bekämpfung russischer Drohen nicht zu warten, bis sie den Luftraum eines Nato-Staats erreichen, sondern sie bereits über der Ukraine abzuschießen, wenn von ihnen Gefahr für das Bündnis ausgehe. Dies müsse in Absprache mit dem betroffenen Land möglich sein.
„Wer als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses Vorschläge macht, die den Krieg nach Deutschland holen würden, ist in seiner Funktion eindeutig fehl am Platz“, sagte Wagenknecht.
Jüngst waren über Polen 19 mutmaßliche russische Drohnen von der Nato-Luftabwehr abgeschossen worden. Nicht nur Polen betrachtet die zugespitzte Lage an der Ostflanke des Bündnisgebiets mit Sorge – zumal soeben ein strategisches Großmanöver Russlands mit dem verbündeten Belarus unweit des EU- und Nato-Gebietes begonnen hat. 2021 nutze Moskau ein entsprechendes Manöver, um Waffen und schweres Gerät zur Vorbereitung seines Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 zu verlegen.