Nach Angriff in Emden  Alptraum-Panda kommt zum Herbst-Pride nach Norden

| | 11.09.2025 08:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Alptraum-Panda“ und sein Verlobter aus Hamburg, hier beim CSD in Leer, wollen auch bei der Herbst-Pride in Norden dabei sein. Foto: privat
„Alptraum-Panda“ und sein Verlobter aus Hamburg, hier beim CSD in Leer, wollen auch bei der Herbst-Pride in Norden dabei sein. Foto: privat
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Nach einem Angriff beim CSD in Emden will Alptraum-Panda beim Herbst Pride in Norden eine Rede halten. Der Aktivist lässt sich von Bedrohungen nicht einschüchtern und bleibt der Szene treu.

Norden - Jetzt erst recht – auch nach seinem Angriff auf dem CSD Emden lässt sich der unter dem Namen Alptraum-Panda bekannte Hamburger CSD-Aktivist nicht unterkriegen. Jetzt kündigte er im Gespräch mit unserer Redaktion an: „Ich komme zum Herbst Pride am 11. Oktober nach Norden“, sagte er. Dabei wird er nicht nur ein einfacher Gast sein, die Veranstalter hätten ihn gebeten eine Rede zu halten, sagte Alptraum-Panda, der nicht möchte, dass sein echter Name in der Zeitung genannt wird.

Gemeinsam mit seinem Verlobten werde er in Norden sein. Schon zum CSD in Emden reisten beide als sogenannte „Puppys“ an, also mit Hundemasken aus Leder. Mit diesen Masken ist Alptraum-Panda auch bei Youtube und TikTok unterwegs und hat sich dort einen Namen gemacht.

Will sich von Homophobie nicht einschüchtern lassen

Wie berichtet, war der 31-Jährige aus Hamburg im Juni von Jugendlichen auf dem Neuen Markt in Emden geschlagen und getreten worden. Der Hamburger erlitt neben einem blutenden Cut eine angebrochene Nase und zahlreiche Prellungen. Die Nase müsse noch operiert werden, sagte der Mann, der allein in diesem Jahr schon rund 50 CSD-Veranstaltungen besucht hat. Doch auch nach dem Angriff, den er auf die Tatsache schiebt, dass er schwul sei und der sogenannten Puppy-Szene angehöre, will er sich weiter für die Rechte der queeren Community einsetzen. „Ich lasse mich von Homophobie nicht kleinkriegen“, sagte er. Auf die Frage, ob er Angst habe, dass die Täter aus Emden auch nach Norden kommen werden, sagte er: „Dann sollen sie doch kommen.“ Schon einmal hätte ihm einer der Täter in Leer aufgelauert und ihn bedroht, damit er seine Anzeige wegen Körperverletzung zurückziehe, sagte Alptraum-Panda. Ob es diesen Vorfall gegeben hat, lässt sich derzeit nicht nachprüfen.

In Aurich hatte es nach dem offiziellen Ende des CSD am Sonnabend, 30. August, eine Bedrohung durch rechtsradikale Jugendliche gegen das Veranstalterteam gegeben. Das hattet Veranstalterin Melly Doden auf dem Facebook-Profil der Veranstaltung mitgeteilt.

Aktivist fürchtet weitere Angriffe

Auch in Norden fürchte er weitere Angriffe, sagte der Mann. Das täten er und sein Verlobter aber auf jedem CSD. Aufhalten lässt er sich von dieser Angst nicht. Neben Norden stehen noch drei weitere CSD-Besuche im Norden an, sagte er. In Eichhorst in Schleswig-Holstein, in Verden an der Aller und in Delmenhorst. In Verden werde er wie in Norden eine Rede halten.

Der Norder Herbst Pride findet am 11. Oktober statt. Die Demonstration startet laut Gleichart-Café um 13 Uhr auf dem Marktplatz und führt durch die Norder Innenstadt. Im Anschluss soll es ein buntes Beisammensein auf dem Torfmarkt geben – inklusive musikalischer Performances, Redebeiträgen und verschiedenen Ständen. Der Herbst Pride steht unter dem Motto: „Wir bleiben laut. Alle. Immer. Jetzt!“

In diesem Jahr wird der Herbst Pride von dem neu gegründeten Verein Queeres Norden organisiert, heißt es auf der Homepage des Gleichart-Cafés. Kooperationspartner der Herbst Pride sind unter anderem das Gleichart-Café, das Jugendparlament Norden, die Klimagruppe Norden, die Kunstschule und die Kulturbrennerei DoKa.

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