Politik gibt grünes Licht  Darlehen für neue Marienhafer Sportstätte in Aussicht

Thomas Dirks, Rebecca Kresse
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Von Thomas Dirks, Rebecca Kresse
| 10.09.2025 18:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nach dem gerichtlich angeordneten Baustopp verließen Baufirmen im Juli das Gelände der geplanten Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks
Nach dem gerichtlich angeordneten Baustopp verließen Baufirmen im Juli das Gelände der geplanten Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks
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So verlief die Abstimmung im Kreisschulausschuss über den Antrag der Samtgemeinde Brookmerland auf finanzielle Hilfe.

Marienhafe/Norden - Beim Bau der geplanten zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe kann die Samtgemeinde Brookmerland von einer finanziellen Unterstützung des Landkreises Aurich ausgehen: Ohne nennenswerte Aussprache hat der Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur des Kreistags am Mittwoch in seiner Sitzung in Norden mit breiter Mehrheit empfohlen, ein Darlehen in Höhe von knapp einer Million Euro aus der Kreisschulbaukasse zu gewähren. Lediglich Angelika Albers von den Grünen enthielt sich.

Wie berichtet, hatte die Samtgemeinde bereits im August 2024 eine Zuwendung beim Landkreis beantragt. Begründet wird dies damit, dass die neue Sportanlage auch für den Schulsport aller fünf Brookmerlander Grundschulen und der IGS Marienhafe-Moorhusen genutzt werden soll.

Gericht verhängteBaustopp

Wie mehrfach berichtet, soll nördlich des Baggersees in Marienhafe eine sieben Hektar große Sportstätte entstehen, die Naturrasenfußballfelder, einen Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen umfasst. Das Vorhaben ist umstritten. Aus Sicht von Naturschützern verstößt es gegen Arten- und Umweltschutz.

Mit den Bauarbeiten für den neuen Sportplatz war im März dieses Jahres begonnen worden. Seit Juli ruhen sie. Das Verwaltungsgericht (VG) Oldenburg hatte mit Beschluss vom 10. Juli einem Eilantrag des Naturschutzbundes (Nabu) gegen die Baugenehmigung für das Bauvorhaben am Tjücher Moortun stattgegeben und einen Baustopp verfügt. Inzwischen lassen die Naturschützer den Bebauungsplan der Gemeinde Marienhafe derzeit im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen.

Das neue Sportzentrum in Marienhafe soll auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Kiessees am Tjücher Moortun (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) entstehen. Foto: Thomas Dirks
Das neue Sportzentrum in Marienhafe soll auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Kiessees am Tjücher Moortun (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) entstehen. Foto: Thomas Dirks

In ihrem Schreiben an den Landkreis bestätigt die Brookmerlander Verwaltung, dass sie schon zum Zeitpunkt der Antragstellung (August 2024) von „voraussichtlichen Baukosten“ von rund 7,3 Millionen Euro ausgeht. Abzüglich der Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro bleibe ein Eigenanteil der Samtgemeinde (Stand damals) von rund 4,9 Millionen Euro.

Mit entscheidend für die jetzt vom Ausschuss empfohlene finanzielle Unterstützung war, dass nach Angaben der Samtgemeinde die neue Sportanlage zu 40 Prozent von den Schulen genutzt werde.

Rechtsstreit fürAusschuss unerheblich

Gesprächsbedarf sah der Ausschuss in diesem Punkt offenbar nicht. Nachgefragt wurde lediglich, warum der Antrag der Samtgemeinde erst ein Jahr nach seinem Eingang in dem politischen Gremium behandelt werde. Kreisrat Sebastian Smolinski begründete dies damit, dass es noch Abstimmungsbedarf gegeben habe. Der derzeit anhängige Rechtsstreit um die Sportstätte werde für eine Behandlung des Antrags im Ausschuss als unerheblich angesehen, hieß es außerdem.

Abschließend wird sich der nicht öffentlich tagende Kreisausschuss voraussichtlich am 17. September mit dem Antrag befassen.

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