VW-Kreuzung in Emden  Ab wann sind die neuen Ampelblitzer scharf geschaltet?

Stephanie Tomé
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Von Stephanie Tomé
| 10.09.2025 15:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
An der sogenannten VW-Kreuzung in der Nähe des Dollart-Centers stehen inzwischen zwei Ampelblitzer. Wenn alles klappt, sollen sie schon bald die ersten Fotos machen. Foto: Klaus Ortgies
An der sogenannten VW-Kreuzung in der Nähe des Dollart-Centers stehen inzwischen zwei Ampelblitzer. Wenn alles klappt, sollen sie schon bald die ersten Fotos machen. Foto: Klaus Ortgies
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An der vielbefahrenen VW-Kreuzung werden dieser Tage moderne Blitzer installiert. Sie sollen vor allem Rotlichtsünder ausbremsen. Was können die neuen Geräte noch?

Emden - Wer an der VW-Kreuzung in Emden unterwegs ist, muss sich auf schärfere Kontrolle einstellen: Die Stadt lässt dort dieser Tage ihre ersten beiden kombinierten Rotlicht- und Geschwindigkeitsblitzer aufstellen. Wenn der Aufbau wie geplant verläuft und die Technik reibungslos funktioniert, könnten die Anlagen bereits ab Donnerstag, 11. September 2025, scharf gestellt werden, teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit.

Am Mittwoch, 10. September, wurde der Betrieb der neuen Anlage getestet. Foto: Klaus Ortgies
Am Mittwoch, 10. September, wurde der Betrieb der neuen Anlage getestet. Foto: Klaus Ortgies

Die Fundamente, Leitungen und der notwendige Internetanschluss sind bereits installiert. Nach dem Aufbau der Geräte steht noch die gesetzlich vorgeschriebene Eichprüfung an, ehe die Geräte in Betrieb gehen können. Rund 325.000 Euro hat die Stadt Emden in die neuen Blitzer investiert. Doch ums Geld, beziehungsweise ums Abkassieren, gehe es nicht, betont Hinrich Post, Leiter des Fachdienstes Straßenverkehr bei der Stadt Emden: „Wir möchten in erster Linie die Verkehrssicherheit an dieser Stelle erhöhen.“

Was die VW-Kreuzung so gefährlich macht

Die VW-Kreuzung gilt seit Jahren als gefährlicher Unfallschwerpunkt. Zum Schichtwechsel bei VW fahren hier Tausende Autos über den Knotenpunkt. Dazu kommen Lastwagen aus dem Hafen, Kunden des Dollart-Centers und Pendler aus den westlichen Wohngebieten. Auch viele auswärtige Touristen sind hier regelmäßig unterwegs.

Pro Ampelphase können es bis zu 100 Fahrzeuge sein – und viele davon sind zu schnell unterwegs. Das haben Kontrollen mit dem teilmobilen Blitzer „Engelke“ deutlich gemacht: Allein zwischen dem 15. und 23. Januar dieses Jahres wurden 606 Raser erwischt. Der Spitzenwert lag bei 129 Stundenkilometern in einer 50er-Zone. Auch Rotlichtverstöße sind an der Kreuzung ein Thema – bestätigt durch „viele, viele Rückmeldungen von Polizei, Bürgern und durch eigene Beobachtungen“, so Post.

Das können die neuen Blitzer

Die neuen Geräte stammen vom Hersteller Vitronic aus Wiesbaden und gehören zu den modernsten Systemen auf dem Markt. Mithilfe von Lasertechnik überwachen sie die Kreuzung, ohne dass Sensoren in den Asphalt eingelassen werden müssen. Fahrzeuge, die bei Rot über die Haltelinie fahren, werden genauso erfasst wie Raser. Dokumentiert wird das mit hochauflösenden Fotos, die bei Bedarf vor Gericht verwertbar sind.

Ein Vorteil dieser Technik: Auch Motorradfahrer, die bei älteren Blitzeranlagen oft unentdeckt bleiben, können nun zuverlässig erfasst werden. Die Geräte nehmen aus zwei Perspektiven Bilder auf, sodass auch das hinten angebrachte Kennzeichen klar erkennbar ist. Wer also auf zwei Rädern zu schnell oder bei Rot über die Kreuzung fährt, hat keine Chance, unbemerkt davonzukommen.

Nur wenige Meter weiter steht an der Larrelter Straße ein weiteres Messgerät, das den Verkehr von Larrelt in die Innenstadt sowie stadtauswärts kontrolliert. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Nur wenige Meter weiter steht an der Larrelter Straße ein weiteres Messgerät, das den Verkehr von Larrelt in die Innenstadt sowie stadtauswärts kontrolliert. Foto: Klaus Ortgies/Archiv

So teuer wird es für Ampelsünder

Wer nicht auf rote Ampeln achtet, für den kann es teuer werden: Aktuell liegt das Bußgeld bei 90 Euro, zusätzlich gibt es einen Punkt in Flensburg. Steht die Ampel bereits länger als eine Sekunde auf Rot, drohen 200 Euro, zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot. Noch härter fallen die Strafen aus, wenn andere gefährdet oder gar Unfälle verursacht werden.

Kommt es zu einem sogenannten Doppelverstoß – also wenn jemand gleichzeitig zu schnell und bei Rot über die Ampel fährt –, wird in der Regel der schwerwiegendere Verstoß geahndet. „Im Zweifel handelt es sich aber immer um eine Einzelfallentscheidung“, erklärt Post.

Erfahrung gibt der Stadt recht

Dass Blitzer große Wirkung zeigen können, hat die Stadt schon an anderer Stelle erlebt: Seit 2006 steht an der Auricher Straße eine stationäre Anlage, die die Geschwindigkeit misst. Die vierspurige Strecke war zuvor eine Rennstrecke mit vielen Unfällen, erinnert sich Post. Heute hingegen hielten sich die meisten Autofahrer an die vorgegebene Geschwindigkeit. Die Lage habe sich spürbar entspannt. Genau diesen Effekt erhofft sich die Stadt nun auch für die VW-Kreuzung. Erfahrungsgemäß gehe die Zahl der Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstöße mit der Zeit nach und nach zurück.

In Ostfriesland ist die Anzahl der Ampelblitzer, die also auslösen, wenn jemand über Rot fährt, bislang noch überschaubar. Die ersten und bisher einzigen Geräte dieser Art in der Region waren 2018 in Aurich an der Pferdemarkt-Kreuzung installiert worden. Auch dort zeigt sich, was sich Emden erhofft: Inzwischen ist die Zahl der Rotlicht- und Temposünder deutlich zurückgegangen.

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