Bürgerservice Aurich könnte bald öffentliche Wasserspender bekommen
Wer in Aurich Durst bekommt, muss bislang Wasser kaufen oder darum bitten. Der Umweltausschuss befürwortet nun ein Modellprojekt. Bedenken gab es dennoch genug.
Aurich - Noch gibt es in der Auricher Innenstadt keinen einzigen öffentlichen Wasserspender. Ein neuer Antrag im Umweltausschuss soll das ändern – mit dem Ziel, etwas für die Gesundheit der Auricher, für den Klimaschutz und das Gemeinwohl zu tun. Ratsfrau Heidrun Weber forderte im Namen der GfA/P. Specken zwei Trinkwasserspender an zentralen Orten in der Innenstadt.
Bisher gibt es in Aurich keine frei zugänglichen Wasserstellen für Bürger. Gerade an heißen Tagen fehle unterwegs eine kostenlose Zapfstelle für Trinkwasser, so Weber. Im Antrag heißt es: Wasser sei lebenswichtig – die Stadt trage eine Fürsorgepflicht. Das gelte für ältere Leute ebenso wie für Obdachlose und für Familien mit Kindern, für die der kleine Durst sonst oft teuer werde. Der GfA/P.Specken-Antrag hatte sich noch auf keine konkrete Zapfstelle festgelegt. Es sei aber viel praktischer, wenn eine Flasche unter einen Hahn aufgefüllt werden könne, als wenn das Wasser aus einem kleinen Springbrunnen komme, so Weber.
Standort will gut überlegt sein
Diskutiert wurden im Ausschuss mögliche Standorte wie der Marktplatz, das Rathaus oder das Einkaufscenter Caro. Auch der Verkehrsverein kam ins Gespräch. Stadtbaurat Mirko Wento sagte, Innenräume seien aus seiner Sicht kein geeigneter Aufstellungsort. Sowohl das Rathaus als auch der Caro seien zeitweise geschlossen.
Öffentliche Spender sollen helfen, die Gesundheit zu schützen, der Hitze zu trotzen und Plastikmüll zu vermeiden. Das Wasser würde direkt aus der Leitung kommen – ganz ohne Einwegflaschen. Weber betonte, dass dadurch jährlich viele Tonnen Plastik und CO2 eingespart werden könnten. Andere Städte setzten längst auf solche Lösungen. Aurich hinke hinterher.
Diskussion drehte sich um mögliche Verunreinigungen
Der Ausschuss diskutierte jedoch auch ausführlich über Kosten und mögliche Risiken. Vor allem hygienische Bedenken wurden geäußert. Ein Thema war das mögliche Auftreten von Legionellen im Wasser. Die Fachdienstleiterin Klima, Umwelt, Verkehr, Stephanie Pospisil, erwähnte, dass die meisten Wasserspender eine automatische Selbstreinigung aufweisen. Bei ihrer Recherche zu dem Thema sei sie auf Modelle gestoßen, die für 10.000 bis 15.000 Euro zu haben und hinsichtlich der Hygiene unbedenklich seien. Nach oben gebe es je nach Wunschzettel jedoch kaum Grenzen. Der Ausschuss war sich einig, es müsse sichergestellt werden, dass die Anlagen regelmäßig gewartet und gereinigt werden.
Ein Änderungsantrag von SPD-Ratsfrau Erika Biermann wurde einstimmig angenommen: Zunächst soll ein einzelner „Modelltrinkwasserspender“ aufgestellt werden. So sollen Nachfrage und Nutzen in einer Art Pilotprojekt beobachtet werden. Die Verwaltung soll nun prüfen, welcher Standort dauerhaft geeignet wäre, welches Modell in Frage kommt – und was das kosten würde.
Ob und wann Aurich tatsächlich öffentliche Wasserspender bekommt, ist damit noch offen.