Baufinanzierung  Brookmerland will Geld vom Landkreis für neuen Sportplatz

| | 08.09.2025 18:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf dem Gelände der geplanten Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe darf nach einem Gerichtsbeschluss vorerst nicht mehr gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
Auf dem Gelände der geplanten Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe darf nach einem Gerichtsbeschluss vorerst nicht mehr gebaut werden. Foto: Thomas Dirks
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Mit dem Antrag der Samtgemeinde auf Finanzhilfe wird sich an diesem Mittwoch der zuständige Fachausschuss befassen. So wird es voraussichtlich ausgehen.

Marienhafe/Aurich - Beim Bau der geplanten zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe hat die Samtgemeinde Brookmerland den Landkreis Aurich um finanzielle Unterstützung gebeten und eine Zuwendung aus der Kreisschulbaukasse beantragt. Begründet wird dies damit, dass die neue Sportanlage künftig auch für den Schulsport aller fünf Brookmerlander Grundschulen und der IGS Marienhafe-Moorhusen genutzt werden soll.

Der Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur des Kreistags wird sich in seiner öffentlichen Sitzung an diesem Mittwoch, 10. September, 15.30 Uhr, in der Conerus-Schule in Norden mit dem Brookmerlander Antrag befassen. Laut den öffentlichen Sitzungsunterlagen sieht die Beschlussvorlage vor, der Samtgemeinde ein Darlehen aus der Kreisschulbaukasse in Höhe von knapp einer Million Euro zu gewähren.

Wie mehrfach berichtet, soll nördlich des Baggersees in Marienhafe eine sieben Hektar große Sportstätte entstehen, die Naturrasenfußballfelder, einen Kunstrasenplatz und Leichtathletikanlagen umfasst. Das Vorhaben ist umstritten. Aus Sicht von Naturschützern verstößt es gegen Arten- und Umweltschutz.

Verwaltungsgerichtverhängte Baustopp

Mit den Bauarbeiten für die neue Sportstätte war im März dieses Jahres begonnen worden. Seit Juli ruhen sie. Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts (VG) Oldenburg hatte mit Beschluss vom 10. Juli einem Eilantrag des Naturschutzbundes (Nabu) gegen die Baugenehmigung für das Bauvorhaben am Tjücher Moortun stattgegeben. Diese hatte der Landkreis Aurich der Samtgemeinde Brookmerland am 4. März dieses Jahres erteilt. Der Nabu hatte, wie berichtet, Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Begründung: Der Bebauungsplan sei nicht ordnungsgemäß bekannt gemacht worden. Das Gericht sah das genauso und ordnete die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs an. Seither darf nicht mehr gebaut werden.

Mitte Juli beschloss der Marienhafer Rat den Bebauungsplan 0228 daraufhin zum zweiten Mal (wir berichteten). Am 18. Juli machte der Flecken Marienhafe den Plan im Amtsblatt für den Landkreis Aurich bekannt. Kurz danach haben Landkreis und Samtgemeinde beim VG Oldenburg beantragt, die angeordnete aufschiebende Wirkung des Widerspruchs gegen die Baugenehmigung – und damit den Baustopp – aufzuheben, was die 4. Kammer des Gerichts mit Beschluss vom 27. August aber abgelehnt hat.

Verwaltung betontBedeutung für Schulsport

Begründet wird dies unter anderem damit, dass der Nabu den Bebauungsplan der Gemeinde Marienhafe derzeit im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen lässt.

In dem von Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) unterschriebenen Antrag der Samtgemeinde an den Landkreis Aurich auf finanzielle Unterstützung beim Bau der neuen Sportanlage wird deren Bedeutung für den Schulsport betont. Die Anlage sei notwendig, um diesen sicherzustellen, heißt es. Den Anteil der Nutzung der Sportanlage durch den Schulbetrieb gibt die Samtgemeinde Brookmerland mit 40 Prozent an.

Baggern für den neuen Sportplatz: Ende März hatten am Tjücher Moortun in Marienhafe die Erdarbeiten für den neuen Sportplatz begonnen. Foto: Thomas Dirks
Baggern für den neuen Sportplatz: Ende März hatten am Tjücher Moortun in Marienhafe die Erdarbeiten für den neuen Sportplatz begonnen. Foto: Thomas Dirks

Das bisher für den Schulsport genutzte Sportzentrum in Upgant-Schott sei „stark sanierungsbedürftig“ und die dort vorhandenen Flächen reichten nicht, heißt es. Untersuchungen hätten ergeben, dass ein Neubau an anderer Stelle „die wirtschaftlichere Alternative“ sei.

In ihrem Schreiben an den Landkreis bestätigt die Brookmerlander Verwaltung, dass sie zum Zeitpunkt der Antragstellung (August 2024) von „voraussichtlichen Baukosten“ von 7.345.922,34 Euro ausgeht.

Zuschuss des Bundes steht bis Ende 2025 bereit

Abzüglich der Zuschüsse aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ in Höhe von 2.485.117 Euro bleibe ein Eigenanteil der Samtgemeinde (Stand damals) von 4.860.805,34 Euro.

Interessant ist auch dies: In ihrem Antrag bestätigt die Samtgemeinde nicht nur die Baukosten von inzwischen mehr als sieben Millionen Euro, sondern auch, dass die vom Bund bewilligten Mittel nicht ewig zur Verfügung stehen. „Die bewilligten Zuschüsse müssen bis Ende 2025 abgerufen und verbraucht werden“, heißt es in dem Schreiben an den Landkreis.

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