Entsorgung in Emden Gnadenfrist für Altkleider-Container läuft ab
Die Tage der Altkleider-Container in Emden sind wegen der Vermüllung gezählt. Oder etwa doch nicht?
Emden - Überquellende Container, herumliegende Kleidersäcke und ein zunehmend vermülltes Umfeld – diesem typischen Bild vor öffentlichen Sammelstellen hat die Stadt Emden den Kampf angesagt und mit dem Abbau sämtlicher Altkleider-Container gedroht. Diese Frist läuft jetzt ab. Unterdessen zeigen andere Sammler, dass es auch anders geht.
Noch bis nächste Woche, also wie angekündigt bis Mitte September 2025, will sich die Stadt Emden Zeit lassen mit einer endgültigen Entscheidung über den Abbau oder Fortbestand der öffentlichen Altkleider-Sammelstellen. Man sei noch in Gesprächen, müsse diese jetzt noch intern zusammenfassen und auswerten, teilte Pressesprecherin Theda Eilers mit.
Kürzere Leerungsintervalle und Abholservice
Ob die Stadt bis dahin mit dem aktuellen Verwertungsunternehmen Bre Ent GmbH aus Bremen eine Vereinbarung über kürzere Leerungsintervalle erreichen kann, wird sich zeigen. Möglicherweise geht die Stadt auch auf eine Überlegung des Auricher Unternehmens A.C. GbR Recycling und Transport ein. Dieses Unternehmen überlegt, einen Abholservice für Altkleider aufzubauen. Vielleicht gibt es auch noch ganz andere Lösungsansätze, über die in der kommenden Woche informiert werden soll.
Fest steht, am Bild der vermüllten Sammel-Containerplätze in der Stadt hat sich bis heute nichts geändert. Daran haben ganz bestimmt jene Leute ihren Anteil, die ohne Rücksicht Müll an den Sammelplätzen entsorgen. So gesehen dürften bald alle dezentralen Sammelcontainer im Stadtgebiet abgebaut werden. Eine Videoüberwachung zum Schutz vor Müllsündern hatte die Stadt bereits ausgeschlossen. Die Altkleider-Abgabe wäre dann bei der Stadt nur noch an der Müllumlade-Station in der Eichstraße und am 4. Polderweg möglich, zusätzlich bei sozialen Einrichtungen.
Mehr Respekt vor der Kirche
Eine dieser Einrichtungen ist das Soziale Kaufhaus in Emden, das vom Synodalverband Nördliches Ostfriesland geführt wird. Bernd Eeten ist Leiter der beiden Hauptstellen, dem Kaufhaus an der Gotenstraße und dem „Himmel“ an der Auricher Straße. Er hat andere Erfahrungen im Umgang mit der Altkleider-Sammlung gemacht. „Bei uns ist es nicht so schlimm mit der Vermüllung“, sagt er. „Aber wir machen es auch selbst und sind nicht auf einen Verwerter angewiesen.“
Zudem stehen die Altkleider-Container der reformierten Kirche zumeist auf Kirchengrund. Da hätten die Leute offenbar mehr Respekt, wenn sie ihre Altkleider entsorgen, so Eeten. „Ab und zu haben wir auch mal einen Sack voll Müll im Container oder einen Sack mit Windeln“, sagte er. „Aber es ist nicht ganz so dramatisch. Jedenfalls kommt hier selten einer unserer Mitarbeiter nach vorn und beschwert sich.“
Immer ein Auge auf die Sammelstellen
Die Leerung der Container vorm „Himmel“ und dem Sozialen Kaufhaus hinter dem Westcenter gehöre zur täglichen Öffnungsroutine der beiden Verkaufsstellen. Die Leerung der weiteren Container im Emder Stadtgebiet – etwa am Douwesstift, in der Althusiusstraße, in Uphusen oder in Larrelt – erfolge wöchentlich. Grundsätzlich hätten die Mitarbeiter des Sozialen Kaufhauses bei ihren Fahrten durch die Stadt ein Auge darauf. „Denn man weiß ja, liegt da erst Müll, kommt weiterer dazu“, sagt Eeten.
Das Soziale Kaufhaus in Emden betreibt darüber hinaus noch Altkleider-Container in Greetsiel, Pilsum, Rysum, Eilsum, Grimersum, Wirdum und Bedekaspel. Nirgendwo sei die Sammlung wirklich problematisch. Auch wenn er den Prozentsatz wirklich verwertbarer Kleidung unter den eingeworfenen Säcken nicht genau benennen kann: „Es ist wirklich noch viel tragbare und gute Kleidung dabei, die wir hier gerne verkaufen“, sagt Eeten. „Nur was wirklich verdreckt ist, sortieren wir aus.“
Genau das ist der Sinn der Sache insbesondere seit Beginn dieses Jahres. Seit dem 1. Januar 2025 gilt die „Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien“, die die Wiederverwendung und das Recycling von Textilien fördern soll. Danach sollen alle Textilien gesammelt werden. Nur noch stark verunreinigte Textilien sollen in den Restmüll. Dann aber auch wirklich in die eigene Tonne.