Wahl 2026  Florian Eiben will Bürgermeister in Norden bleiben

| | 07.09.2025 09:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Florian Eiben an seinem Bürgermeister-Schreibtisch. Hier will er auch in den kommenden Jahren Platznehmen. Foto: Rebecca Kresse
Florian Eiben an seinem Bürgermeister-Schreibtisch. Hier will er auch in den kommenden Jahren Platznehmen. Foto: Rebecca Kresse
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Florian Eiben tritt erneut zur Bürgermeisterwahl in Norden an. Welche Projekte er fortsetzen will und wie er mit neuen politischen Herausforderungen umgehen möchte.

Norden - Bürgermeister Florian Eiben stellt sich noch einmal zur Wahl. Zwar machte er aus dieser Tatsache in Norden nie einen Hehl. Jetzt aber verkündet er seine erneute Kandidatur offiziell. Warum er trotz aller Herausforderungen weiter Verwaltungschef sein will und warum ihm auch eine mögliche AfD im Norder Rat keine Angst macht, erzählte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Würde es ihm nur ums Geld gehen, würde er die fünf Jahre vollmachen und sich dann irgendeinen Job in der freien Wirtschaft suchen, denn ein Anrecht auf eine gute Pension habe er schon nach einer Amtszeit, so Eiben. Aber darum gehe es ihm eben nicht. Vor allem gehe es ihm darum, die Stadt Norden „nach vorn zu bringen“, Dinge, die er auf den Weg gebracht hat, auch zu beenden. Deshalb wird sich Eiben erneut um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Am 13. September 2026 entscheiden die Norder.

Zahlreiche Projekte warten auf Vollendung

Und es sind nicht wenige Projekte, die nach den Jahren der Planung nun auf Vollendung warten. Allen voran Eibens Herzensprojekt, das Norddeicher Freibad. Das erste von drei Baujahren neigt sich dem Ende. Schon jetzt, kurz vor der Sturmflutsicherung der Baustelle, sind Becken zu erkennen. Im kommenden Jahr soll unter anderem das Technikgebäude folgen. „Ich möchte gerne das Freibad einweihen“, sagte Eiben. Aber es stehen noch weitere Großprojekte an, wie der Um- und Anbau der Stadtbibliothek, den Neubau des Polizeikommissariates, die Entwicklung des Doornkaatgeländes. Hinzu kommen Infrastrukturmaßnahmen, die noch immer andauernde Diskussion um ein Norder Kino sowie der notwendige Wohnungsbau. Jetzt steht mit dem gerade bewilligten Fördergeld aus Hannover auch noch die Sanierung des Frisia-Bades an. Froh ist Eiben, dass die Stadt mittlerweile immerhin „solide Finanzen“ habe.

Viel zu tun für den 43-Jährigen und jetzt auch noch zusätzlich Wahlkampf? Der wird als Amtsinhaber anders ablaufen, sagt Eiben. Es werde schwieriger, weil Amt und Wahlkampf klar zu trennen sind. Wahlkampf darf Eiben nur privat machen. Klar ist für Eiben: „Ich lege Rechenschaft ab über das, was wir gemacht haben“, sagte er. Er sagt bewusst „wir“. Denn er spricht von einer „Mannschaftsleistung“, die in den vergangenen vier Jahren gut gelungen sei. Ohne seine hochmotivierten Mitarbeiter im Rathaus und auch ohne die gute Zusammenarbeit mit der Norder Politik wäre dies nicht möglich gewesen, betonte Eiben. Der Wahlkampf beginnt für den Familienvater aber nicht jetzt. „Ab dem Tag, an dem man im Amt ist, beginnt der Wahlkampf“, sagte Eiben.

Eiben: Bodenständiges Ergebnis wäre okay

Trotz aller positiven Erlebnisse in seiner ersten Amtszeit habe sich die Situation im Land und auch in Norden deutlich verändert. In seine Amtszeit fielen die letzten Ausläufer der Corona-Pandemie. Kurz danach begann der Ukraine-Krieg und damit 2022 auch eine Energie-Mangellage. Auch Norden musste kurzfristig Katastrophen-Leuchttürme mit Wärmeinseln für den absoluten Ernstfall mit Blackouts im Stromnetz auf den Weg bringen. Mit Blick auf diese Zeit macht Eiben klar: „Wir müssen raus aus dem Selbstverständnis, dass der Staat alles macht. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Politik nicht mehr jedes Einzelproblem lösen kann.“ Trotzdem will er, dass die Menschen in Norden das Gefühl haben, sich wohlzufühlen in der Stadt.

Mit einem Wahlergebnis von 75 Prozent, wie bei seiner ersten Wahl – in einer Stichwahl gegen den damaligen Amtsinhaber Heiko Schmelzle – rechnet Eiben im Falle seiner Wiederwahl nicht. Ein „bodenständiges“ Ergebnis, wie er es nennt, würde ihn zufriedenstellen. Aber selbst wenn es am Ende nur 51 Prozent würden, würde er abseits von persönlicher Enttäuschung dafür zwar die Gründe hinterfragen. Aber auch das würde er annehmen.

Eiben: Gute Kommunalpolitik kann AfD im Zaum halten

Doch so weit ist es noch lange nicht. Noch steht nicht fest, ob und welche Gegenkandidaten es geben wird. Noch ist auch nicht klar, ob er nur der Kandidat der SPD sein wird oder ob ihn auch andere Norder Parteien unterstützen werden. „Wenn es einen Kandidaten der AfD gibt, wird der erst kurz vor der Wahl um die Ecke kommen“, prophezeit Eiben.

Auch die Tatsache, dass nach den Kommunalwahlen mutmaßlich AfD-Politiker im Norder Rat sitzen könnten, schreckt ihn nicht – auch wenn er es sich anders wünschen würde. „Was mir Sorgen macht, ist, dass alles immer Ich-Bezogener wird“, sagte Eiben. Er könne nicht ausschließen, dass die AfD Teil des neuen Norder Rates sei. Die Frage sei, welche Personen dort sitzen. „Am Ende müssen sich dafür hier Leute offiziell bekennen, dass sie für die AfD antreten wollen“, so Eiben. Gerade die Kommunalpolitik sei aber besonders hart, „weil man den Leuten hier nicht entkommen kann“, sagte er. „Wenn man gute Kommunalpolitik macht, dann kann ich auch die AfD verhindern“, ist Eiben überzeugt. Es sei vor Ort eine Persönlichkeitswahl, bei der es weniger um Landes- oder Bundesgesetzgebung gehe. „Ich baue darauf, dass die Menschen das erkennen.“ Schon jetzt sei in der Bevölkerung eine veränderte Grundstimmung zu spüren. „Die Norder merken, es tut sich etwas in der Stadt, es entwickelt sich zum Positiven. Das ist eines der wichtigsten Mittel dafür, die AfD kleinzuhalten“, so Eiben.

Noch will der Bürgermeister viel arbeiten

Klar sind nur die Ziele, die sich Eiben für eine potenzielle zweite Amtszeit gesteckt hat. „Ich will als Schwerpunkt den Blick auf Familien und Vereine der Stadt schärfen“, sagte Eiben. Das Herz der Stadt seien die Menschen, die hier leben und sich in den Vereinen engagieren. Beide Gruppen würden die Stadt Norden prägen. Auch wolle er Modelle für mehr Mitbestimmung entwickeln. Wichtig sei es ihm auch, junge Leute für die Politik zu begeistern. „Wir brauchen gute Leute für die Politik, wir brauchen junge Menschen im Rat“, sagte er. Denn nur mit der richtigen Mischung würden auch alle Lebensrealitäten im Rat abgebildet.

Auf die nächsten zwölf Monate im Amt freut sich Eiben, wie er sagt. Denn am 31. Oktober 2026 ende zunächst sein Zeitvertrag. Und der werde von den Nordern entweder verlängert oder nicht. Aber selbst, wenn er nicht wiedergewählt würde, könnte er mit einem guten Gefühl rausgehen, sagte er. „Ich habe langfristig etwas für Norden geschaffen“, sagte Eiben. Aber an Abschied will er noch gar nicht denken. „Ich habe noch zwölf Monate das Amt sicher und ich will noch viel arbeiten in dieser Zeit“, machte der Bürgermeister klar.

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