Jeddeloh Erstes Saisonziel verpasst: VfL Osnabrück verliert nach Elfmeterschießen in Jeddeloh
Der VfL Osnabrück hat sein erstes großes Saisonziel verpasst und ist im Viertelfinale des Niedersachsenpokals beim SSV Jeddeloh ausgeschieden. Nach 120 Minuten ging es ins Elfmeterschießen, wo Niklas Wiemann als einziger Schütze nicht traf. Die Gastgeber von Trainer Björn Lindemann verdienten sich den Erfolg durch konzentrierte Abwehrarbeit.
Der Niedersachsenpokalsieg und der damit verbundene Einzug in den DFB-Pokal der kommenden Saison war eines der zentralen Saisonziele des VfL Osnabrück. Nach einem langen Dienstagabend lässt sich feststellen: Die Lila-Weißen haben es verpasst. Mit 4:5 unterlag der Drittligist dem Regionalliga-Tabellenführer SSV Jeddeloh. Es ist der erste deutliche Rückschlag für Trainer Timo Schultz in dessen Amtszeit beim VfL nach einer über weite Strecken enttäuschenden Leistung.
Schultz wechselte in seiner Startelf im Vergleich zum 2:0-Sieg beim TSV Havelse am Samstag auf vier Positionen: Sechser Bjarke Jacobsen blieb aufgrund von Belastungssteuerungsgründen gleich komplett außen vor. In der Dreierkette begann Yigit Karademir anstelle von Robin Fabinski, Frederik Christensen übernahm für Kevin Schumacher die linke Seite und Bryan Henning die Jacobsen-Position. Im vorderen Bereich startete Ismail Badjie für Tony Lesueur. Jeddelohs Trainer Björn Lindemann, Ex-Profi beim VfL, ließ seine beste Elf starten - mit Ausnahme von Topstürmer Simon Brinkmann, der im Aufgebot fehlt. Für ihn startete der drittliga-erfahrene Max Wegner. VfL-Leihspieler Ibrahim Touray nahm auf der Bank Platz.
Der Start ins Spiel gehörte den Gästen aus Osnabrück: Der VfL schaffte es durch frühes Pressing und zielstrebige Angriffe schnell zu den ersten guten Tormöglichkeiten: Robin Meißner (2.), Lars Kehl (4.) und Niklas Wiemann ließen die Gelegenheiten aber allesamt liegen, genauso wie erneut Meißner und Yigit Karademir (12.). Die beste Chance der ersten Viertelstunde hatte aber wohl Jeddeloh: Nach einem Fehler von Karademir, der den langen Ball unterschätzte, legte Linksaußen Tim Janßen im Eins gegen Eins gegen Jonsson den Ball aber knapp rechts vorbei (14.).
Das Spiel verflachte danach. Der VfL kam nicht mehr so ins Tempospiel wie zu Beginn, während sich die Gastgeber defensiv besser sortierten und weniger Fehler im Spielaufbau machten. Trotzdem hatten die Osnabrücker noch zwei weitere Möglichkeiten auf die Führung. Sowohl Kehl (27.) als auch Badjie (33.) hätten aus ihren Schüssen im Strafraum aber mehr machen können, wenn nicht sogar müssen.
So verfestigte sich der Eindruck, dass sich diese Partie zum Geduldsspiel für den VfL entwickeln könnte: Mit viel Ballbesitz gegen eine gut formierte und tief stehende Abwehrreihe des Regionalligisten hatten die Lila-Weißen Probleme. Selbst ließen die Osnabrücker aber auch kaum noch aussichtsreiche Angriffe zu, weil das eigene Gegenpressing funktionierte und vieles im Keim erstickte.
In der zweiten Hälfte passierte über lange Zeit bemerkenswert wenig. Im Grunde dauerte es bis zur Schlussphase, bis eine der Mannschaften zu Torgelegenheiten kamen - und diesen gehörten allesamt den Gastgebern. Der eingewechselte Pascal Steinwender (77., 86.) und vor allem Tobias Bothe, dessen Schuss von VfL-Kapitän Müller auf der Linie geklärt wurde, scheiterten aber (90.).
Spätestens nach dieser Szene hatten die Lila-Weißen Glück, überhaupt die Verlängerung zu erreichen, denn es hatte sich das entwickelt, was sich eigentlich nicht entwickeln sollte: ein echter Pokalkrimi.
Besser wurde es in der Verlängerung nicht: In der 93. Minute hatte erneut Steinwender die Chance zur Jeddeloher Führung, traf aber mit einem strammen Schuss von halblinks nur die Latte. Vom VfL kam weiterhin kaum etwas nach vorne. Zu behäbig und fehlerhaft agierten die Gäste im Spielaufbau, zu wenig Tiefe boten die Offensivkräfte gegen die konzentrierte Defensive der Gastgeber.
Einzig der eingewechselte Luc Ihorst kam noch zu zwei Osnabrücker Halbchancen, seine zwei Abschlüsse nach Flanken blieben aber zu harmlos. Zu allem Überfluss sah Frederik Christensen kurz vor dem Ende der Verlängerung noch die Gelb-Rote Karte für ein wiederholtes Foulspiel - die einzig fragwürdige Entscheidung vom guten Schiedsrichter Lukas Benen.
Es ging ins Elfmeterschießen, wo der SSV letztlich die besseren Nerven behielt. VfL-Vizekapitän Niklas Wiemann vergab als einziger Schütze gegen Jeddelohs Keeper Moritz Onken, alle Spieler der Gastgeber versenkten und nach dem letzten Schuss von Kapitän Kasra Ghawilu brach Jubel aus in der ansonsten beschaulichen und erstmals in ihrer Geschichte ausverkauften Haskamp Arena im Ammerland. Die Überraschung war perfekt - und der VfL ausgeschieden.