Nächtlicher Kellerbrand Großeinsatz der Feuerwehr in Norden
Nach einem Brand im Keller eines Wohnblocks mussten in der Nacht rund 80 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, doch der Strom bleibt vorerst abgeschaltet.
Norden - Großeinsatz auf dem Jan-ten-Doornkaat-Koolman-Platz in Norden in der Nacht zu Dienstag. Gegen 2.05 Uhr hatten Bewohner eines achtstöckigen Wohnblocks Rauch im Gebäude entdeckt und den Notruf gewählt, teilte Feuerwehrsprecher Thomas Weege am Dienstag mit. Schon beim Eintreffen der ersten Kräfte stellte die Feuerwehr eine starke Rauchentwicklung im gesamten Umkreis des Gebäudes fest. „Dann war der Feuerschein aus dem Keller wahrzunehmen“, sagte der Norder Stadtbrandmeister Thomas Kettler im Gespräch mit unserer Zeitung.
Die Flammen schlugen aus einem Kellerfenster ins Freie und setzten dort einen Busch in Brand – vermutlich war zuvor im Kellerraum eine Spraydose explodiert, so Kettler. Von dem Geräusch seien zahlreiche Bewohner der Häuser aufgewacht.
Dicker Rauch in zwei Wohnblöcken
Dicker Rauch umhüllte insgesamt zwei Wohnblöcke. Beide sind baulich miteinander verbunden. Da in der Nacht nur wenig Wind wehte und die Luft sehr feucht war, zog der Rauch kaum ab, teilte Weege mit. Durch geöffnete Fenster und Türen verteilte sich der Qualm dann in beide Gebäude, so dass die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei insgesamt rund 80 Bewohner aus dem Haus retten mussten. Alle Bewohner blieben unverletzt.
Unter den Geretteten war auch eine Mitarbeiterin des Kindergartens, der sich ebenfalls auf dem Koolman-Platz befindet. Sie öffnete das Gebäude, so dass das Deutsche Rote Kreuz diverser Ortsvereine und der Rettungsdienst des Landkreises Aurich die Bewohner dort betreuen konnten. Während sich nahezu alle Hausbewohner ruhig und sachlich verhielten, geriet laut Feuerwehr aber ein Bewohner in Rage. Mehrfach sei er Feuerwehrleute verbal angegangen, weil seine Wohnungstür durch die Einsatzkräfte gewaltsam geöffnet wurde. Erst die Polizei konnte den Mann zur Besinnung bringen und beruhigen.
Rund 120 Kräfte im Einsatz
Die Feuerwehr konnte einige Teile der Gebäude nur mit Atemschutzgeräten betreten, um die Bewohner aus den verrauchten Treppenhäusern zu führen und im Keller gegen die Flammen zu kämpfen. Das Feuer konnten sie schnell lokalisieren und löschen. Durch den Brand wurde die Elektroinstallation im Keller derart beschädigt, dass die Stadtwerke Norden den Strom in einem der beiden Blöcke abschalten mussten. Durch intensive Belüftungsmaßnahmen konnten die Rauchschäden in den Wohnbereichen laut Feuerwehr aber auf ein Minimum begrenzt werden, so dass die Bewohner anschließend wieder in ihre Wohnungen zurückgehen konnten. Strom gibt es aber noch immer nicht.
Die Hausverwaltung beauftragte noch in der Nacht die ersten Handwerker, damit die ersten wichtigen Instandsetzungsarbeiten eingeleitet werden konnten. Gegen 5.15 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte den Einsatzort verlassen. Insgesamt waren mehr als 120 Einsatzkräfte unterschiedlicher Organisationen aus dem gesamten Landkreis im Einsatz.
Genau in dem Kellerbereich hatte es in diesem Jahr des Jahres schon einmal gebrannt, bestätigte auch Thomas Keller. Laut Polizei laufen die Ermittlungen zur Brandursache.