Gesundheitsversorgung Trägergesellschaft stellt Schmerztherapie in Norden ein
Die multimodale Schmerztherapie am Klinikstandort Norden endet mit dem 1. September. Patienten müssen für die Therapie künftig nach Aurich ausweichen.
Norden - Mit sofortiger Wirkung wird am Klinikstandort Norden die Schmerztherapie eingestellt. Das teilte die Trägergesellschaft auf Anfrage dieser Redaktion mit. Der Förderverein der UEK am Standort Norden hatte bereits auf die bevorstehende Schließung hingewiesen, aber noch keine Bestätigung dafür erhalten. In der Pressemeldung der Trägergesellschaft heißt es: „Aufgrund des Renteneintritts eines ärztlichen Mitarbeiters wird die multimodale Schmerztherapie am Standort Norden zum 1. September 2025 eingestellt.“ Die letzte stationäre Gruppe sei vom 11. August bis zum 22. August in den Räumlichkeiten des RGZ Norden betreut worden. Die Schmerzambulanz von Oberärztin Ute Duncan wird laut Trägergesellschaft zum 1. November in der UEK Aurich weitergeführt. Die niedergelassenen Hausärzte mit betroffenen Patienten seien über diese Änderung frühzeitig informiert worden.
Laut Förderverein hat die Schmerzambulanz Norden bisher 140 Patienten regelmäßig betreut. Außerdem seien durch Oberarzt Dr. Friedrich Pabst in Aurich bisher 400 Schmerzpatienten ambulant behandelt worden. Jetzt gehe Dr. Friedrich Pabst in den Ruhestand. Die Ambulanz am Standort Norden wurde laut Förderverein bisher von einer Mitarbeiterin von Dr. Friedrich Pabst betreut.
Förderverein: Hausärzte können das nicht auffangen
„Nach unseren Informationen zieht die Trägergesellschaft diese Ärztin vom Standort Norden nach Aurich ab. Um eine geregelte Nachfolge von Dr. Pabst und einen Erhalt der Schmerzambulanz in Norden hat sie sich offensichtlich nicht bemüht“, heißt es in der Nachricht von Dr. med. Axel Schönian, Vorsitzender des Fördervereins. Zeitgleich mit der Schmerzambulanz wird die Schmerzstation, die Teil des RGZ (Regionalen Gesundheitszentrums) in Norden ist, geschlossen.
Aus Sicht des Fördervereins ist durch die Schließung die Weiterbetreuung der Norder Schmerzpatienten nicht gewährleistet: Zum einen könnten die Haus- und Fachärzte in Norden die Versorgung nicht übernehmen, weil ihnen dafür das Budget nicht zur Verfügung steht. Zum anderen seien sie fachlich bei einigen Tätigkeiten überfordert, zum Beispiel beim Umgang mit Schmerzpumpen.
Ein Transport in die UEK in Aurich, in die der Betreiber den Sitz der Schmerzambulanz Norden verlegt, sei nicht gewährleistet und müsse in vielen Fällen von den Patienten selbst finanziert werden.
Förderverein spricht von „scheibchenweise Herunterfahren“ des RGZ
Dazu sagte Dr. Axel Schönian: „Damit wird das scheibchenweise Herunterfahren der medizinischen Versorgung in Norden durch die Trägergesellschaft weiter fortgesetzt, obwohl die Verantwortlichen im Landkreis Aurich noch 2023 gesagt haben, dass das RGZ ausgebaut werden solle und eine Chance für die Gesundheitsversorgung vor Ort sei.“
Der Förderverein hält das RGZ mit Notfallambulanz für eine Minimallösung nach der Schließung der Grundversorgung am Standort Norden im Sommer 2023. Das RGZ wird von der Bevölkerung und den Touristen gut angenommen und weist höhere Fallzahlen als andere regionale Gesundheitszentren auf. Der Förderverein stellt sich ausdrücklich hinter die Mitarbeiter, die mit hohem persönlichen Einsatz trotz widriger Bedingungen die Gesundheitsversorgung vor Ort aufrechterhalten.