Brandserie in Wilhelmshaven  Ermittlungsgruppe „Lux“ der Polizei nimmt Verdächtige in Gewahrsam

Grit Mühring
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Von Grit Mühring
| 27.08.2025 11:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In den vergangenen Monaten haben in Wilhelmshaven mehrfach unter anderem Autos gebrannt. Foto: Feuerwehr
In den vergangenen Monaten haben in Wilhelmshaven mehrfach unter anderem Autos gebrannt. Foto: Feuerwehr
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Die 25-Jährige aus Wilhelmshaven war der Polizei an mehreren Brandorten aufgefallen. Die Ermittlungen laufen.

Wilhelmshaven - Die Ermittlungsgruppe „Lux“ der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland hat eine Verdächtige in Gewahrsam genommen: Die 25-Jährige aus Wilhelmshaven wird verdächtigt, für die zahlreichen Brände in der Stadt verantwortlich zu sein, teilte die Polizeiinspektion jetzt mit.

In den vergangenen Monaten kam es in Wilhelmshaven zu einer auffälligen Häufung von Container- und Fahrzeugbränden. Deshalb hatte die PI die Ermittlungsgruppe „Lux“ eingerichtet. Sie bündelt kriminalistische Analysen und prüft mögliche Zusammenhänge.

In der Nacht vom 22. auf den 23. August brannte es zwischen 0.16 Uhr und 2.15 Uhr erneut im Stadtgebiet: Zunächst brannten zwei Müllcontainer, kurz darauf wurde ein brennender Pkw vollständig zerstört, zwei weitere Fahrzeuge wurden bei diesem Brand erheblich beschädigt, so die Polizei.

Verdächtige auf Flucht gestellt

Als gegen 2.15 ein weiterer Containerbrand gemeldet wurde, stellte die Polizei an diesem letzten Brandort die 25-jährige Wilhelmshavenerin nach kurzer Flucht. Die Frau war laut Polizei bereits in den Fokus der Ermittlungen geraten, da sie wiederholt in der Nähe von Brandorten angetroffen worden war. Ob sie für die vier und frühere Brände Brände verantwortlich ist, ist Bestandteil der Ermittlungen.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Oldenburg lagen bislang keine Haftgründe vor. Das hänge insbesondere damit zusammen, dass es sich bei Containerbränden in rechtlicher Bewertung um eine Sachbeschädigung handelt. Dafür ist lediglich eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen. „Voraussetzung für die Anordnung der Untersuchungshaft sind neben einem dringenden Tatverdacht auch bestimmte Haftgründe wie Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr oder Wiederholungsgefahr bei erheblicher Kriminalität. Diese strengen Voraussetzungen lagen nach bisheriger Einschätzung nicht in ausreichendem Maße vor“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Die 25-Jährige wurde deshalb nicht in Haft genommen, jedoch in eine geschlossene Psychiatrie zwangseingewiesen.

Nicht jeder Brand ist eine Straftat

„Brandermittlungen zählen zu den komplexesten Feldern der Kriminaltechnik“, betont die Polizei. Eine Beurteilung erfordere detaillierte kriminaltechnische Arbeit, umfangreiche Spurensicherung, den Einsatz von Brandgutachtern und externe Expertise. Und: Nicht jedes Feuer stellt eine Straftat dar - auch technische Defekte können in Betracht kommen. Nach derzeitigem Stand geht dir en die Ermittlerinnen und Ermittler nicht davon aus, dass die 25-Jährige für alle Brände verantwortlich ist.

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