Open Air in Tannenhausen Vorhang auf für den dritten Akt
Nach sechs Abenden und 24.000 Besuchern steht am nächsten Wochenende das Finale bevor. Mit Wincent Weiss und der Olé Party setzt Marema neue Akzente – trotz Startschwierigkeiten beim Verkehrsmanagement.
Aurich - Vorhang auf für das Finale: Der Auricher Open-Air-Sommer 2025 auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen geht in die letzte Runde. Nach sechs erfolgreichen Konzertabenden im Juni, die rund 24.000 Musikfans auf das Festivalareal lockten, stehen am letzten August-Wochenende die beiden abschließenden Open Airs auf dem Programm.
Veranstalter Ewald Maas, Chef der Auricher Agentur Marema, zieht bereits jetzt eine positive Bilanz: „Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit der Resonanz“, erklärt er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Die Stimmung war an allen Abenden großartig, das Publikum bunt gemischt und die Künstler begeistert von der Atmosphäre in Aurich.“ Mit Blick auf die Besucherzahlen der einzelnen Konzerte gibt er jedoch ehrlich zu, dass ein Künstler hinter den Erwartungen geblieben ist. „Ray Garvey ist nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten“, gibt er offen zu. „Alle anderen lagen voll im Plan.“
Besonderheit in langer Open-Air-Geschichte
Seit 2001 organisiert Marema Open-Air-Konzerte in Tannenhausen und hat damit eine feste Tradition in der Region etabliert. In diesem Jahr setzte Marema erstmals auf drei Veranstaltungswochenenden. „Das ist schon eine Besonderheit in der fast 27-jährigen Geschichte Maremas“, sagt er nicht ohne Stolz. Zur Erinnerung: Die Lokalmatadore Timecheck eröffneten am 13. Juni die Saison, gefolgt von den Shantyrockern Santiano und dem Singer-Songwriter Johannes Oerding. Den Auftakt des zweiten Wochenendes gestaltete am 20. Juni der Gitarrist Ray Garvey, ehe es mit Popstar Sarah Connor und Schlagerlegende Howard Carpendale an den Folgetagen weiter ging. „Wir wollten für jeden Musikgeschmack etwas bieten und die Menschen zusammenbringen“, so Maas.
„Er ist ein absoluter Publikumsliebling“
Das Open-Air-Finale startet am Freitag, 29. August, mit einem der derzeit erfolgreichsten Musiker in der deutschen Pop-Szene: Wincent Weiss. Der 31-Jährige, berühmt durch Hits wie „Feuerwerk“ und „Musik sein“, ist bekannt für seine Bühnenshow. „Er ist ein absoluter Publikumsliebling und steht für die neue Generation deutscher Popmusik“, erklärt Maas. „Ein echt cooler Typ.“
Am Sonnabend, 30. August, folgt mit der „Olé Party“ ein Novum für Aurich. „Das Festival ist bekannt für seine Mischung aus Schlager, Partymusik und Ballermannhits“, spricht er von der größten Mallorca-Party-Tour. Bekannt aus Bremen, Dortmund oder Hannover legt der Partytross zum Tournee-Ende in Aurich einen Stopp ein. „Ein ganz anderes Konzert als wir es bisher in der Reihe haben“, kündigt der Chef von Marema unter anderem die Ballermann-Größen Mia Julia, Julian Sommer und Oli P. an. „Wir freuen uns, dass wir mit der ,Olé Party‘ ein ganz neues Format holen konnten. Das wird ein Fest für alle, die Lust auf Feiern und Mitsingen haben“, kündigt Maas an und hofft, insgesamt 9000 bis 10.000 Fans mobilisieren zu können.
Verkehrskonzept der Stadt mit Schwächen
Trotz der guten Laune während der Konzerte im Juni gab es auch Ärger: Das von der Stadt entwickelte Verkehrs- und Parkkonzept zeigte Schwächen. Während es zum Auftakt keine Probleme gab, stieß das Konzept einen Tag später bei Santiano an seine Grenzen. „Zu Timecheck sind sehr viele Besucher mit dem Rad angereist“, erklärt Maas, während es bei Santiano umgekehrt war. Die Folge: stundenlanges Warten auf einen Parkplatz. Aus Fehlern wurde gelernt: Das System (siehe Grafik) wurde bereits zum nächsten Wochenende angepasst und soll auch jetzt wieder zum Einsatz kommen. „Es gab keine Probleme“, bilanziert der Konzertveranstalter.
Auricher Konzertgeschichte
Von Maffay bis Santana – wie Aurichs Open-Air-Ära begann: Die Erfolgsgeschichte der Auricher Open-Air-Konzerte begann mit einer echten Premiere: Am 1. Juli 2001 sorgte Peter Maffay vor knapp 18.000 begeisterten Fans auf dem Mehrzweckgelände in Tannenhausen für einen unvergesslichen Abend – und legte damit den Grundstein für eine bis heute anhaltende Konzerttradition. Seither gaben sich internationale Stars wie Carlos Santana und Bryan Adams in Aurich die Klinke in die Hand, Bands wie Die Toten Hosen oder Tokio Hotel verwandelten das Areal regelmäßig in ein Festivalgelände. Was viele nicht wissen: Der Weg dorthin war steinig. 1999 versuchte die junge Veranstaltungsagentur Marema um Christof und Ewald Maas, mit den Scorpions einen großen Coup zu landen. Doch das Konzert in Wiesmoor wurde zum Flop – nur 2000 Besucher kamen. Trotz des Rückschlags brachte ein Gespräch mit Konzertlegende Fritz Rau die Wende: Er versprach Marema Zugang zu seinem Künstler-Portfolio. Nach einem erfolgreichen Hallenkonzert mit Juliane Werding 2000 folgte 2001 der Durchbruch mit dem ersten großen Open Air in Aurich – und der Start einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert.