Prozess in Aurich Betrugsvorwurf nach Hochzeitsfeier
Ein Mann aus Südbrookmerland soll seine Hochzeitsfeier in einem hiesigen Lokal nicht vollständig bezahlt haben. Der zweite Verhandlungstag gegen den 51-Jährigen warf nun weitere Fragen auf.
Aurich/Südbrookmerland - In dem Streit um die Hochzeitsfeier, zu der ein 51-Jähriger im November letzten Jahres in ein Lokal in Südbrookmerland geladen hatte, gab es auch am zweiten Verhandlungstag keine klärenden Erkenntnisse. Nun soll in einer dritten Runde auch der DJ vernommen werden, der an dem Abend für die Musik gesorgt hatte. Wie berichtet, muss sich der Angeklagte seit vergangener Woche vor dem Amtsgericht wegen Betruges verantworten, weil er die Rechnung für die Party nur teilweise bezahlt haben soll.
Uneins über den vereinbarten Preis
Nach Auskunft des Paares hatte sich der Betreiber der Gaststätte im Vorfeld ihren Wünschen gegenüber offen und pragmatisch gezeigt. Für die gesamte Feier habe er 2300 Euro verlangt, wovon sie 500 Euro als Anzahlung im Voraus entrichtet hätten. Die Summe habe man sich quittieren lassen. Die Feier selbst habe sich dann als Enttäuschung erwiesen. Statt des bestellten Buffets ohne Schweinefleisch habe man Rouladen mit Gehacktem und Bratkartoffeln mit Speck serviert bekommen, das Essen sei zu wenig gewesen für die rund vierzig Gäste und einen Service am Tisch habe es nicht gegeben, so lauteten einige der Mängel, die das Ehepaar zu verzeichnen hatte. Bei der Bezahlung am nächsten Tag hatten sie eine weitere Überraschung erlebt. Statt des vereinbarten Preises habe der Wirt nun zunächst 2600 Euro, später 3700 Euro verlangt. Von den in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft genannten 4700 Euro hatte der Angeklagte zuvor noch gar nichts gehört. In der Verhandlung hatte der Gastronom einen Rechenfehler eingeräumt und die Summe auf 4000 Euro korrigiert, auch diese war dem Angeklagten nicht bekannt.
Zeugen bewerten Party unterschiedlich
Der Wirt hingegen erklärte, dem Paar einen Pauschalpreis von 100 Euro pro Gast angeboten zu haben, selbstverständlich inklusive Service am Tisch. Bisher habe er davon rund 1600 Euro erhalten. Die 500 Euro, von denen der Angeklagte sprach, habe er nicht erhalten und auch nicht quittiert.
Zeugen bewerteten die Party sehr unterschiedlich. Sowohl zur Anzahl der Gäste als auch zur Dauer der Sause kursierten unterschiedliche, teils widersprüchliche Angaben. Während die einen sich angesichts des knappen Essens und mangelhaften Services enttäuscht zeigten, berichteten die Servicekräfte von einer harmonischen Feier bis in die frühen Morgenstunden, inklusive Mitternachtskaffee. Eine Zeugin, die vor einer Woche verhindert gewesen war, erklärte am Montag in der Verhandlung, bei ihr habe sich keiner beschwert, auch nicht über das Schweinefleisch. Alles sei sehr rasch verzehrt worden und habe offensichtlich geschmeckt.
Die Verhandlung wird am 28. August um zwölf Uhr fortgesetzt.