Osnabrück  Wagenknecht zweifelt am Friedenswillen der Europäer nach Ukraine-Gipfel

Thomas Ludwig
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Von Thomas Ludwig
| 19.08.2025 11:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Hält wenig von einer Waffenruhe als Vorbedingung für Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg: BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht. Foto: dpa/Jörg Carstensen
Hält wenig von einer Waffenruhe als Vorbedingung für Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg: BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht. Foto: dpa/Jörg Carstensen
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Nach dem Ukraine-Gipfel kritisiert BSW-Chefin Sahra Wagenknecht die mangelnde Kompromissbereitschaft seitens der Europäer. Und was die Sicherheitsgarantien angeht, hat sie eine eigene Vorstellung.

Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht zweifelt nach dem jüngsten Ukraine-Gipfel in Washington am Friedenswillen der europäischen Verbündeten der Ukraine und an der des ukrainischen Präsidenten.

„Es bleiben große Zweifel, ob die europäische ‚Koalition der Unwilligen‘ und Selenskyj überhaupt Frieden anstreben“, sagte Wagenknecht unserer Redaktion. Sie betonte: „Die Kompromissbereitschaft bei Selenskyj, Merz und Co. liegt weiterhin bei nahe Null.“ Das Beharren auf Maximalforderungen wie einer Waffenruhe als Vorbedingung für Verhandlungen erschwere den Weg zu einem echten Frieden und verlängere das Sterben im Kriegsgebiet, so Wagenknecht.

Die BSW-Gründerin bezeichnete das Treffen bei US-Präsident Donald Trump in Washington als „Gipfel der leisen Hoffnung. Und das nicht wegen, sondern trotz der Europäer.“

Als willkommen wertete Wagenknecht die mögliche Aussicht auf ein Treffen des russischen Präsidenten mit seinem ukrainischen Amtskollegen. „Sollte Putin zu einem bilateralen Treffen mit Selenskyj bereit sein, wäre das tatsächlich ein positives Signal“, sagte Wagenknecht.

Für zukünftige Gipfeltreffen zur Beilegung des Ukraine-Krieges forderte Wagenknecht die Einladung von Ländern wie Brasilien, Südafrika, China und Indien, da sich diese „schon lange ernsthaft um Vermittlung und einen Frieden bemühen.“ Die Frage der Sicherheitsgarantien könne ohne diese Staaten nicht gelöst werden. Wagenknecht betonte, Bundeswehr- oder andere Nato-Soldaten in der Ukraine seien kein Weg zum Frieden, stattdessen sollten „neutrale Staaten Garantien geben“.

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