Osnabrück  Trump trifft Putin: Europas Hoffnung ruht auf dem starken Mann

Sven Lampe
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Von Sven Lampe
| 14.08.2025 15:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wladimir Putin und Donald Trump treffen sich am Freitag in Alaska. Der russische Präsident und sein US-Amtskollege haben sich letztmals 2019 zu einem offiziellen Gespräch getroffen. Foto Brendan Smialowski/AFP Foto: BRENDAN SMIALOWSKI
Wladimir Putin und Donald Trump treffen sich am Freitag in Alaska. Der russische Präsident und sein US-Amtskollege haben sich letztmals 2019 zu einem offiziellen Gespräch getroffen. Foto Brendan Smialowski/AFP Foto: BRENDAN SMIALOWSKI
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US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin treffen sich am Freitag in Alaska, um über ein mögliches Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine zu sprechen. Schaffen die beiden Politiker es, endlich Schwung in die festgefahrene Lage in der Ukraine zu bringen?

Auf dem Gipfel zwischen Donald Trump und Wladimir Putin lasten große Hoffnungen. Schaffen die beiden Präsidenten es, zumindest einen kleinen Pfad auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden in der von Russland überfallenen Ukraine zu ebnen?

Ein großer Durchbruch dürfte nicht gelingen. Wenn am Ende der Gesprächsrunde die Einigung auf Rahmenbedingungen steht, unter denen über einen dauerhaften Frieden verhandelt werden kann, wäre das schon ein Erfolg.

Die Tatsache, dass weder der ukrainische Präsident noch die übrigen Europäer bei dem Gespräch dabei sind, zeigt die globalen Machtverhältnisse deutlich auf. Schön und gut, dass die Europäer um Bundeskanzler Friedrich Merz Trump im Vorfeld des Gipfels ihre Wünsche und guten Ratschläge mit auf den Weg gegeben haben. Jetzt bleibt ihnen allerdings nur die Hoffnung, dass der starke Mann der westlichen Welt sich die Vorstellung der Europäer zu eigen macht. Schlimm wäre es, wenn Trump sich einmal mehr von Putin um den Finger wickeln ließe und einmal mehr die Richtung wechselt. Schließlich geht es langfristig um die europäische Sicherheitsarchitektur.

Für die Europäer wäre ein Scheitern des Zweier-Gipfels ein weiterer Schlag ins Gesicht. Allein, dass sie das Treffen der beiden großen Akteure nur vom Katzentisch aus beobachten dürfen, zeigt ihnen ihre eigene Macht- und Hilflosigkeit. Wenn es nicht auch um die Sicherheit Europas ginge, könnte man sagen „Pech gehabt“. In ihre jetzige Rolle hat sich die EU in den vergangenen Jahrzehnten selbst manövriert. Früher, als es noch keine Zweifel an der Verlässlichkeit der USA auf der anderen Seite des Atlantiks gab, war das Motto einfach: Die Amerikaner werden es schon richten.

Heute müssen die Europäer damit rechnen, dass die Entscheidungen in Washington nicht nur ohne sie, sondern auch gegen sie gerichtet sein können. Wenn Trump einen seiner berühmt-berüchtigten Deals abschließen will, folgt er offenkundig nur seinen Vorstellungen und Idealen. So erratisch Trumps Vorgehen erscheinen mag, er hat damit Erfolg.

Nun stehen sich die beiden großen Jungs vom Schulhof von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Bislang hat Trump sich nur gegen Kleinere durchgesetzt. Putin ist ein anderes Kaliber.

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