Badestrände Baden im Kreis Aurich – zwischen Sommerfreude und Blaualgen
Viele zieht es bei Hitze ans Wasser, doch nicht jeder Badesee ist frei von Risiken. Wo bedenkenlos geschwommen werden kann und welche Orte gemieden werden sollten.
Aurich - Die Sonne brennt vom Himmel. Viele suchen in der Hitze Abkühlung an Badeseen. Doch Meldungen über Blaualgen verunsichern die Badegäste. Wo kann man im Landkreis Aurich sicher ins Wasser springen? Wir haben beim Gesundheitsamt nachgefragt.
Ihler Meer
Hier ist das Badevergnügen am Badestrand sicher – der Hundestrand allerdings mit einer Einschränkung. Dort wurden Blaualgen im Mai 2025 bei einer Routinekontrolle festgestellt. Ein Schild am Tor vor dem Hundestrand warnt seitdem Hundebesitzer. Eine Entwarnung gab es am 17. Juni 2025: Es wurden keine Blaualgen mehr nachgewiesen. Dennoch blieb das Warnschild hängen, da Blaualgen sich immer wieder rasant vermehren können.
Der Hauptbadestrand war laut dem Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs nicht von den Blaualgen betroffen. Dort ist der Badespaß ungetrübt.
Großes Meer, Südbrookmerland
Hier ist das Schwimmen wieder sicher. Am größten Binnensee in Ostfriesland wurden am 16. Juli 2025 Blaualgen festgestellt. Nach einer Nachfrage beim Landkreis Aurich stellte sich heraus, dass die routinemäßige Probe am 12. August 2025 keinen Hinweis auf Blaualgen lieferte. Das schrieb Lennart Adam vom Landratsbüro.
Timmeler Meer
Hier ist das Baden wieder sicher. Das Timmeler Meer ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch das Gesundheitsamt hat hier am 16. Juli 2025 ebenfalls Blaualgen festgestellt. Die Proben vom 12. August 2025 fielen negativ auf Blaualgen aus, so Lennart Adam vom Landkreis Aurich. Am Eingang des Strandes informiert eine Hinweistafel über Blaualgen, deren mögliches Vorkommen im Hochsommer und gesundheitliche Risiken für Menschen. Unten auf der Tafel steht: „Nutzung auf eigene Gefahr. Eltern haften für ihre Kinder.“
Infos zu Blaualgen
Blaualgen erkennt man an grün-bläulichen Schlieren oder Teppichen auf der Wasseroberfläche, oft mit unangenehmem Geruch. Sie können giftige Stoffe bilden, die Hautreizungen, Übelkeit oder Durchfall verursachen und besonders für Kinder und Tiere gefährlich sind.
Tannenhausener Badesee
Hier kann ohne Bedenken ins Wasser gesprungen werden, doch nicht alles ist vollständig nutzbar. Die Wakeboardanlage ist nämlich noch bis zum 29. August gesperrt – aufgrund eines Hochwasserschadens. Das hält die meisten Menschen nicht davon ab, diesen Ort zu besuchen. Denn alle anderen Bereiche stehen den Besuchern uneingeschränkt zur Verfügung.
Wo ist es gefährlich?
Abgesehen vom Blaualgenbefall gibt es Orte, an denen das Schwimmen untersagt ist. Wie zum Beispiel an den Kiesgruben in der Nähe vom Tannenhausener Badesee. Dort sind häufig Jugendliche anzutreffen, die sich ihre Zeit vertreiben. Doch die Kiesgruben bergen einige Gefahren.
In den Gewässern kann Schrott liegen, was ein großes Verletzungsrisiko für jeden Schwimmenden darstellt. Ein schlammiger Boden oder brusttiefes Wasser kann lebensgefährlich sein, da der Versuch freizukommen zu weiterem Absinken führen kann. Die Seen können unterschiedlich warme Wasserschichten enthalten. Die Temperatur kann sich um mehrere Grad verändern. Da kaltes Wasser eine größere Dichte besitzt, liegt es immer unter den warmen Schichten. Bei älteren Menschen mit Herz- oder Kreislaufproblemen kann das im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen. Quelle: DLRG, „Gefahren an stehenden Gewässern“, https://www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/gefahren/stehende-gewaesser/Gefahren von Kiesgruben
Zudem ist es Hausfriedensbruch, unerlaubt eine Kiesgrube zu betreten. Das kann laut dem Strafgesetzbuch auf eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe hinauslaufen.
Ein weiterer Ort ist der Ems-Jade-Kanal. Dort ist der NLWKN zuständig und verbietet das Baden ausdrücklich. Der Hintergrund ist, dass der Schiffsverkehr in diesem Gewässer zugelassen ist. Das führt dazu, dass das Baden hier ein lebensgefährlicher Freizeitspaß werden kann, so der Pressesprecher des NLWKN, Fabian Buß.