Neues Baugebiet in Ihlow  Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann rollen die Bagger an

| | 13.08.2025 16:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann in Ihlowerfehn haben begonnen. Foto: Imke Cirksena
Die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann in Ihlowerfehn haben begonnen. Foto: Imke Cirksena
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Rund 14 Jahre lag das Gelände an prominenter Stelle in Ihlowerfehn brach. Wie dort nun neues Leben einkehren soll.

Ihlow - Nach über zehn Jahren Stillstand tut sich etwas auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann in Ihlowerfehn. Das prominente Gelände direkt an der Kirchdorfer Straße/Plaggefelder Straße ist geräumt und von Unrat befreit. Seit dieser Woche läuft der Abriss des alten Betriebsgebäudes. Danach soll auf den knapp 12.000 Quadratmetern in bester Lage ein neues Wohngebiet entstehen - für jung und alt. Umgesetzt wird das Projekt vom Immobilienentwickler Haus & Projekt aus Aurich. Das Grundstück ist schon seit 2013 im Besitz von dessen Geschäftsführer Piet Kruse. Pläne für eine Nutzung des Areals habe es seitdem immer wieder gegeben, die Umsetzung sei aber aus unterschiedlichsten Gründen gescheitert, so Piet Kruse im Gespräch mit der Redaktion.

Perfekte Lage für ein neues Baugebiet

Jetzt passt alles und Piet Kruse und sein Team können loslegen. Haus & Projekt plant auf der Fläche quasi einen kleinen neuen Ortsteil mit Wohnraum für 100 Menschen. Ausgehend von der alten Zuwegung der Gärtnerei Kuhlmann an der Plaggefelder Straße sollen in den kommenden drei Jahren Wohnungen für Senioren und kleine bzw. junge Familien entstehen. „Uns ist es wichtig, bezahlbaren Wohnraum auch für diese Bevölkerungsgruppen zu schaffen“, so Piet Kruse.

Piet, Kathy und Heiko Kruse (von links) von Haus & Projekt entwickeln das neue Baugebiet in Ihlowerfehn. Foto: privat
Piet, Kathy und Heiko Kruse (von links) von Haus & Projekt entwickeln das neue Baugebiet in Ihlowerfehn. Foto: privat

Seine Schwester Kathy, mit der Kruse die Geschäfte gemeinsam führt, weiß um die Attraktivität des Standortes: „Ihlow ist eine modern aufgestellte Gemeinde, die offen gegenüber den Bürgern und auch Unternehmen ist.“ Für die Entwickler sei die Lage des Baugebietes perfekt – mit dem Wald gegenüber und dem Ihler Meer um die Ecke sowie den Einkaufsmöglichkeiten und Schulen, die fußläufig erreichbar sind. „Außerdem ist man über Simonswolde rasch auf der Autobahn oder über die Kirchdorfer Straße schnell in der Innenstadt“, ergänzt Senior-Chef Heiko Kruse.

Steigerung der Attraktivität

Um die Vorzüge der Gemeinde weiß auch Ihlows Bürgermeister Arno UIrichs. Für ihn ist das entstehende Baugebiet nach mehr als zehn Jahren Stillstand auf dem Gelände ein klarer Gewinn und werde zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung der Gemeinde führen, sagt er auf Anfrage der Redaktion. „Ihlowerfehn konnte schon in den vergangenen Jahren einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen“, so Ulrichs. Laut Verwaltung stieg die Einwohnerzahl von 1923 im Jahr 2010 auf aktuell 2264 Einwohner.

Bislang hätten die neuen Ihlowerfehntjer sich in Einfamilienhäusern niedergelassen. Doch die Zeiten hätten sich auch in dieser Hinsicht gewandelt. „Die Verwaltung erreichen in letzter Zeit vermehrt Anfragen nach kleineren Wohnungen“, so der Bürgermeister. Mit dem Projekt auf dem Kuhlmann-Areal werde man nun sowohl dem gesellschaftlichen Wandel als auch den Anfragen vor Ort gerecht. „In Ihlowerfehn entsteht mit der Umsetzung des Projektes das, was der Markt verlange“, so Ulrichs.

Senioren-WG mit Anschluss

Bis November 2025 will Piet Kruse die Erschließungsmaßnahmen auf dem Areal abgeschlossen haben, Ende November bis Dezember sollen die ersten Bodenplatten gegossen werden. Danach geht es ans Bauen. Innerhalb des nächsten Jahres sollen dann die ersten Gebäude stehen. Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei plant Haus & Projekt zwei kleinere Vier-Familienhäuser, zwei Doppelbungalows, eine klassische Doppelhaus-Hälfte sowie vier weitere Vier-Familienhäuser mit Wohnungen zwischen 60 und 100 Quadratmetern.

Platz für 100 Anwohner wird es im neuen Baugebiet in Ihlowerfehn auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Kuhlmann geben. Foto: Privat
Platz für 100 Anwohner wird es im neuen Baugebiet in Ihlowerfehn auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Kuhlmann geben. Foto: Privat

In zwei weiteren größeren Objekten finden insgesamt drei Senioren-Wohngemeinschaften Platz. Sie bieten 36 Senioren Platz, inklusive Pflegedienst und frischer Küche. Damit erweitern die Kruses ihr Portfolio um weitere Wohngemeinschaften für Senioren. Haus & Projekt setzt derzeit bereits in Westerende-Kirchloog ein ähnliches Projekt um. Während die anderen Immobilien verkauft werden sollen, bleiben die Senioren-WGs im Besitz der Entwickler.

Mehrwert durch Senioren-WG auch für andere Anwohner

Die Wohngemeinschaften, die direkt am Anfang der Siedlung entstehen sollen, können auch für die restlichen Bewohner des neuen Baugebietes von Nutzen sein. „Der Pflegedienst oder auch die Küche der WGs können auch von anderen Anwohnern in Anspruch genommen werden“, erklärt Piet Kruse. Für ihn, seine Schwester und seinen Vater wird so ein Schuh aus dem Projekt. Eine Adresse für das neue Baugebiet gibt es übrigens auch schon: Die neuen Bewohner werden in der Straße An‘t Kark wohnen, wohl eine Reminiszenz an das nebenliegende Gotteshaus, dem zu Kuhlmanns-Zeiten rund 2500 Quadratmeter des Grundstückes gehörte.

Die Geschichte des Grundstücks

Das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Kuhlmann in Ihlowerfehn ist vielen Aurichern ein Begriff. Aus Aurich oder Simonswolde kommend fällt es rasch in den Blick, liegt es doch direkt an der Kirchdorfer Straße gegenüber dem Ihlower Forst. Im Jahr 2010 schloss die Gärtnerei Kuhlmann an dieser Stelle ihre Türen. Besonders bekannt gewesen war der Betrieb für seine Fuchsienausstellungen. Nachfolger Gerjet de Wall übernahm mit seinem „Friesengarten“, konnte den Betrieb aber nur wenige Monate aufrechterhalten. Es folgte eine Gastronomie, doch auch sie scheiterte. Seit Dezember 2011 lag das Gelände brach. Im Februar 2013 kaufte Piet Kruse das Gelände, wollte das Gelände als Baugebiet nutzen. Mit den nun startenden Bauarbeiten entsteht auf knapp 12.000 Quadratmetern Wohnraum für knapp 100 Menschen.

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