Koblenz  Chefeinkäuferin der Bundeswehr: „VW könnte auch Panzer bauen“

Tim Prahle, Sören Becker
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Von Tim Prahle, Sören Becker
| 14.08.2025 01:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Gibt es in Zukunft auch Panzer mit diesem Logo? Laut einer hohen Bundeswehrbeamten spricht grundsätzlich nichts dagegen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Gibt es in Zukunft auch Panzer mit diesem Logo? Laut einer hohen Bundeswehrbeamten spricht grundsätzlich nichts dagegen. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
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BAAINBw-Präsidentin Annette Lehnigk-Emden hält die Fertigung von Rüstungsgütern bei VW grundsätzlich für machbar. Das sei aber nicht ohne Herausforderungen.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Annette Lehnigk-Emden, hält es für denkbar, dass große Industriekonzerne wie Volkswagen bei Bedarf auch militärisches Gerät wie Panzer fertigen könnten. „Volkswagen, John Deere oder andere könnten auch Panzer und große Getriebe bauen“, sagte die Chefeinkäuferin der Bundeswehr im Gespräch mit unserer Redaktion.

Sie betonte jedoch, dass eine solche Umstellung eine bedeutende Herausforderung darstelle. Das Gewicht sei ein entscheidender Faktor, so Lehnigk-Emden: „Es macht einen Unterschied, ob das Produkt eine Tonne oder 60 Tonnen wiegt.“ Zudem sei das spezialisierte Know-how für den Panzerbau in Deutschland derzeit nur bei einer Handvoll Unternehmen vorhanden. Einen „Schalter umlegen“ sei nicht möglich, der Prozess sei deutlich komplizierter. Dennoch sei es, „wenn es darauf ankommt, auch das möglich“.

Angesichts des gesteigerten Bedarfes der Bundeswehr wird darüber diskutiert, ob und wie zivile Unternehmen in die Produktion von Rüstungsgütern eingebunden werden könnten.

So etwa beim VW-Werk in Osnabrück, das vom Rüstungskonzern Rheinmetall als potenzieller Standort für die Produktion von Militärfahrzeugen ins Spiel gebracht wurde. Konkrete Konzepte gibt es bis jetzt jedoch nicht. Auch der kriselnde Autokonzern hatte sich offen für eine solche Kooperation gezeigt. Die beiden Unternehmen kooperieren ohnehin bereits beim Bau von militärisch genutzten Lkw.

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