Sicher zur Schule  Training für den ersten Schultag der Auricher I-Männchen

| | 11.08.2025 16:29 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Machen gemeinsam auf das Thema „Sicherer Schulweg“ aufmerksam: Wilhelm Doden (Verkehrssicherheitsforum Landkreis Aurich), Ewald Einnolf (Polizei Aurich-Wittmund), Ramona Müller (Hausmeisterin Grundschule Egels) und Friedel Walther (Verkehrswacht Aurich). Foto: Mieke Matthes
Machen gemeinsam auf das Thema „Sicherer Schulweg“ aufmerksam: Wilhelm Doden (Verkehrssicherheitsforum Landkreis Aurich), Ewald Einnolf (Polizei Aurich-Wittmund), Ramona Müller (Hausmeisterin Grundschule Egels) und Friedel Walther (Verkehrswacht Aurich). Foto: Mieke Matthes
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Kurz vor dem Schulstart rufen die Auricher Polizei und Verkehrswacht zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. So können Eltern mit ihren Kindern den Schulweg üben.

Aurich - Nach sechs Wochen Sommerferien startet in dieser Woche wieder die Schule. Auch im Landkreis Aurich kehren zahlreiche Schüler und Schülerinnen zurück ins Klassenzimmer. Und für über 2000 Mädchen und Jungen beginnt mit der Einschulung gar ein ganz neuer Lebensabschnitt. Vor allem für die I-Männchen bedeutet das: Neue Mitschüler, neue Lehrer, ein neues Gebäude und ein neuer Weg, der morgens und mittags zurückgelegt werden will. Vor allem den Schulweg der Grundschüler haben Verkehrssicherheitsexperten wie Friedel Walther von der Verkehrswacht Aurich in diesen Tagen im Blick.

Sicher zur Schule und zurück

„Eltern und Kinder stehen mit der Einschulung vor einer ganz besonderen Herausforderung und dabei ist der Schulweg ein ganz wichtiger Aspekt“, sagt Walther. Die Kinder erreichen die Schule dabei auf ganz unterschiedlichen Wegen – mit dem Elterntaxi, sprich dem Auto, dem Schulbus, dem Rad oder zu Fuß. Vor allem im Grundschulbereich, wo die Schule häufig wohnortnah liegt, ist der morgendliche Fußmarsch möglich. Und das bereits ab der ersten Klasse, so die Experten der Verkehrswacht. Dabei sei vor allem die Einschätzung der Eltern wichtig, ob ihr Kind schon fit ist für den Straßenverkehr. Auch die jeweilige Verkehrssituation an der Schule sei zu beachten.

„Es macht einen Unterschied, ob das Kind mehrere stark befahrene Straßen überqueren muss, wie etwa an der Lambertischule oder ob die Schule im Dorf liegt, wie in Simonswolde“, so Friedel Walther. An der Grundschule Egels ist vor allem das Rad ein beliebtes Transportmittel. „Unsere beiden Fahrradständer sind vormittags immer gut belegt“, weiß Ramona Müller, Hausmeisterin an der Schule. Auch beim Schulweg mit dem Rad rät die Verkehrswacht dazu, genau hinzuschauen. Erst ab der dritten oder der vierten Klasse sei es ratsam allein mit dem Rad im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Vorher seien die Kinder von der Entwicklung her noch nicht in der Lage, die Situation richtig und sicher einzuschätzen, so Friedel Walther.

Über 2000 Grundschüler starten am kommenden Wochenende mit der Einschulung in ihre Schulzeit. Verkehrsexperten raten dazu, den Schulweg mit den Kindern zuvor zu üben. Foto: DPA
Über 2000 Grundschüler starten am kommenden Wochenende mit der Einschulung in ihre Schulzeit. Verkehrsexperten raten dazu, den Schulweg mit den Kindern zuvor zu üben. Foto: DPA

Für den sicheren Schulweg – egal, ob mit dem Rad oder zu Fuß – rät die Verkehrswacht dazu, den Weg vor dem ersten Schultag mehrmals mit dem Kind abzulaufen bzw. abzufahren. „Dabei sollte man beachten, dass der kürzeste nicht immer der sicherste Weg ist“, sagt Walther. Viel wichtiger sei es, die jeweilige Verkehrssituation auf dem Weg zwischen Zuhause und der Schule zu beachten. Wo können Kinder gut die Straße überqueren? Wo gibt es Ampeln oder Zebrastreifen und wie überquere ich sie richtig?

Banner machen auf Schulkinder aufmerksam

An der Grundschule Egels am Schoolpad etwa sorgt seit einigen Jahren eine Bedarfsampel für den sicheren Überweg. Dort rückt Hausmeisterin Ramona Müller in diesen Tagen mit Spraydose und Schablone aus. Kurze Zeit später leuchten auf dem Gehweg direkt neben dem Ampelmast zwei neongelbe Kinderfüße hinter einer Haltelinie. „Die Fußabdrücke werden in den kommenden Tagen und Wochen vor den meisten Grundschulen aufgesprüht, um auf die vielen Schulkinder hinzuweisen, die ab dem 14. August wieder unterwegs sind.

Für die Aktion „Kleine Füße“ sprüht Ramona Janssen mit neongelber Farbe den Abdruck von Kinderfüßen an die Ampel an der Schule. Foto: Mieke Matthes
Für die Aktion „Kleine Füße“ sprüht Ramona Janssen mit neongelber Farbe den Abdruck von Kinderfüßen an die Ampel an der Schule. Foto: Mieke Matthes

Hinzu kommen großformatige Banner, die die Verkehrswacht mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse an Schulen und Kindergärten kostenlos ausgibt. In bunten Lettern steht dort gut lesbar „Kinder: Tempo runter!“ Tempo runter, das bedeutet vor den meisten Schulen maximal 30 Stundenkilometer, schon aus Vorsicht und Rücksicht auf die Kinder. Denn die gehe in den vergangenen Jahren zunehmend verloren, sind sich die Verkehrsexperten einig.

Weniger Rücksicht für die schwächsten Verkehrsteilnehmer

„Das Thema Schulwegsicherheit hat es immer schon gegeben“, sagt etwa Wilhelm Doden vom Verkehrssicherheitsforum des Landkreises Aurich. Er und seine Mitstreiter sorgen rund um den einsetzenden Herbst dafür, dass jeder Erstklässler eine gut sichtbare Warnweste erhält und bietet in den Grundschulen Verkehrssicherheitsprojekte an. Er beobachtet eine abnehmende Rücksichtnahme im Straßenverkehr, auch Kindern gegenüber. „Wenn ich Kinder am Straßenrand stehen sehe, dann geh ich automatisch vom Gas“, sagt Doden. Das sei aber längst nicht mehr bei allen Autofahrern so. Den Eindruck bestätigt Ewald Einnolf, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Aurich/Wittmund. „Der Egoismus auf der Straße hat zugenommen“, so Einnolf. Viele Autofahrer seien in Eile und oft gedankenlos unterwegs. Ein Grund mehr für die Sicherheitsbehörden, die Kontrollen rund um den Schulstart zu verstärken. Vor allem in den kommenden sechs Wochen sei man vor Grundschulen im Einsatz, um sowohl die Geschwindigkeit als auch die korrekte Sicherung von Kindern im Auto zu überwachen.

Tipps fürs Schulweg-Training

1. Schulweg im Vorfeld auf Gefahrenstellen, wie hohes Verkehrsaufkommen, Überquerungen, schlechte Sicht, überprüfen.

2. Den Schulweg mehrfach üben, und zwar am besten zu den üblichen Schulzeiten.

3. Morgens genug Zeit einplanen, um keinen Zeitdruck aufkommen zu lassen.

4. Besonders bei schlechtem Wetter auf gut sichtbare Kleidung, evtl. Warnwesten, achten.

5. Mit dem Kind üben, andere Verkehrsteilnehmer zu beobachten. Sehen sie mich? Halten sie auch wirklich an?

6. Darauf hinwiesen, dass das Kind auch an gesicherten Übergängen, wie Ampeln und Zebrastreifen, vorsichtig sein muss.

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