Nur noch wenige Wochen  Eröffnung der Friesenbrücke für Radfahrer rückt näher

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 08.08.2025 12:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Noch hat das Warten kein Ende. Der offizielle Termin für die Öffnung der neuen Friesenbrücke für den Rad- und Fußgängerverkehr steht weiter aus. Foto: Klaus Ortgies
Noch hat das Warten kein Ende. Der offizielle Termin für die Öffnung der neuen Friesenbrücke für den Rad- und Fußgängerverkehr steht weiter aus. Foto: Klaus Ortgies
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Die neue Friesenbrücke steht kurz vor der Freigabe für den Rad- und Fußgängerverkehr. Anwohner und Pendler müssen sich jedoch noch auf Lärm und Einschränkungen einstellen.

Weener/Westoverledingen - Die Eröffnung der Friesenbrücke für Radfahrer und Fußgänger rückt in greifbare Nähe. Gleichzeitig müssen Weeneraner, die in der Nähe der künftigen Bahnstrecke „Wunderline“ wohnen, in den kommenden Tagen und Wochen mit Lärmbelästigungen rechnen, denn auch der Bau des Schienenstrangs schreitet weiter voran. Anwohner, Pendler aber auch Tagesausflügler und Fahrradtouristen können die neue Brücke dann wieder nutzen und auf kurzem Weg in die vom Fluss getrennten Nachbargemeinden kommen.

Der Neubau der Friesenbrücke ist weit fortgeschritten. Foto: Klaus Ortgies
Der Neubau der Friesenbrücke ist weit fortgeschritten. Foto: Klaus Ortgies

Eine mögliche offizielle Öffnung der Friesenbrücke für Radfahrer und Fußgänger mit einem gemeinsamen Brückenfest am 4. und 5. September, wie es von Medienberichten ins Spiel gebracht wurde, wollte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Auch in den Rathäusern beiderseits der Ems halten sich die Verantwortlichen noch bedeckt.

In den Anfangsmonaten nur tagsüber geöffnet

Noch seien interne Absprachen zu treffen, sagte die Bahnsprecherin. Es fehle eine ordentliche Abnahme der Brücke, zudem müsse in Betracht gezogen werden, dass vor einer Freigabe der Brücke auch noch aufgeräumt und sauber gemacht werden müsse. Dies sei zwingend erforderlich, um die Sicherheit möglicher Benutzer der Brücke zu gewährleisten. Sobald die Fragen zu den noch offenen Arbeiten geklärt seien und nach Abstimmung mit den beteiligten Kommunen werde es zeitnah eine offizielle Mitteilung geben, kündigte die Bahnsprecherin an.

Das Brückenwärterhäuschen ist in den Anfangsmonaten nur tagsüber besetzt. Foto: Klaus Ortgies
Das Brückenwärterhäuschen ist in den Anfangsmonaten nur tagsüber besetzt. Foto: Klaus Ortgies

Klar ist allerdings, dass die Brücke zunächst nur tagsüber von 7 bis 18 Uhr für das Überqueren der Ems genutzt werden kann. Nur in dieser Zeit ist das Brückenwärterhäuschen besetzt, damit die Brücke bei Bedarf für die Schifffahrt auf der Ems geöffnet werden kann. Erst wenn die „Wunderline“ zwischen Groningen und Bremen voraussichtlich im Jahr 2026 ihren Betrieb aufnimmt, könnten die Nutzungszeiten der Brücke ausgeweitet werden, wie die Bahnsprecherin sagte. Einen konkreten Termin gibt es auch hier noch nicht.

Bau der Rampen verzögert die Öffnung

Die Bahn hatte im Winter vergangenen Jahres die vorzeitige Freigabe des zweieinhalb Meter breiten Wegs für Fußgänger und Fahrradfahrer fürs Frühjahr 2025 angekündigt. Umso größer war die Enttäuschung über die Nachricht, dass dieser Termin nicht zu halten war, zumal die Friesenfähre dort nicht mehr verkehrt. Seit 2018 fuhr die kleine Personenfähre auf der Ems zwischen Mitling-Mark und Weener als kleine Ersatzlösung für die 2015 bei einem Schiffsunfall beschädigte Friesenbrücke. Im September 2024 wurde der Betrieb der Friesenfähre nach sechs Jahren eingestellt. Grund dafür, dass nichts aus der angepeilten Brückenfreigabe im Frühjahr 2025 wurde: Der Bau der Rampen auf Westoverledinger und Weeneraner Seite verzögerte sich.

Für die Schifffahrt auf der Ems muss die Brücke auch künftig geöffnet werden. Foto: Klaus Ortgies
Für die Schifffahrt auf der Ems muss die Brücke auch künftig geöffnet werden. Foto: Klaus Ortgies

Die Arbeiten an der Bahnstrecke selbst laufen unterdessen weiter. Derzeit würden die eigentlichen Gleisarbeiten beginnen, teilte die Bahn mit. Dabei werde der seit Juli angelieferte Schotter von den Lagerflächen in Waggons verladen und zu den vorgesehenen Gleiskilometern transportiert. Dort werde der Schotter von den Waggons abgezogen und anschließend durch eine Stopfmaschine verdichtet, um das Gleis in sein endgültiges Bett zu legen.

Es wird laut an der Bahnstrecke

Trotz des Einsatzes moderner Arbeitsgeräte und Technologien ließen sich Beeinträchtigungen durch Lärm während des Verladens des Schotters in die Waggons nicht vermeiden, teilt das Unternehmen weiter mit. Erwartet werde, dass sich die Lärmsituation bis zum Ende des dritten Quartals 2025 deutlich reduziert.

Die „Wunderline“ ist ein gemeinsames Projekt der Provinz Groningen, des Landes Niedersachsen und der Stadt Bremen, das in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn und Pro-Rail umgesetzt wird. Ziel ist es, die Strecke zu verbessern, die Reisezeit zu verkürzen und die grenzüberschreitende Zugverbindung zu stärken.

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