Fehmarn/Berlin  Deutsche Straßenanbindung zum Fehmarnbelt-Tunnel kommt rechtzeitig

Henning Baethge
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Von Henning Baethge
| 06.08.2025 07:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Notlösung Fehmarnsundbrücke: Das 62 Jahre alte Bauwerk kann auch künftig von Autos genutzt werden, falls der – hier virtuell dargestellte – neue Sundtunnel wie eingeräumt nicht rechtzeitig fertig wird. Foto: DB
Notlösung Fehmarnsundbrücke: Das 62 Jahre alte Bauwerk kann auch künftig von Autos genutzt werden, falls der – hier virtuell dargestellte – neue Sundtunnel wie eingeräumt nicht rechtzeitig fertig wird. Foto: DB
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Die Deutsche Bahn verspätet sich mit dem Bau neuer Gleise zum Fehmarnbelt-Tunnel deutlich – doch die Straßenanbindung in Deutschland soll pünktlich bereitstehen. Es gibt allerdings auch hier ein Problem.

Die deutsche Gleisanbindung zum deutsch-dänischen Fehmarnbelt-Tunnel kommt voraussichtlich drei Jahre zu spät – doch für Autofahrer gibt es eine gute Nachricht: Die deutsche Straßenanbindung über die B207 wird nach Angaben der staatlichen Projektgesellschaft Deges rechtzeitig zum geplanten Eröffnungstermin des Belttunnels Ende 2029 bereitstehen. Autos könnten dann auf der Route zwischen Hamburg und Kopenhagen das neue Riesenbauwerk unter der Ostsee nutzen.

„Der Ausbau der B207 befindet sich voll im Zeitplan“, sagt ein Sprecher der Deges. Die Bundesstraße wird zwischen Heiligenhafen und Puttgarden auf 16 Kilometern von zwei auf vier Spuren erweitert. Es gibt eine rechtskräftige Baugenehmigung für die komplette Strecke, auf Fehmarn rollen längst die Bagger – und auch auf dem Festland haben schon erste Arbeiten begonnen.

Zwar leidet die Straßenanbindung wie die Schienenanbindung darunter, dass der ebenfalls geplante neue Sundtunnel zwischen Fehmarn und Ostholsteins Festland nach neuen Erkenntnissen erst Ende 2032 fertig wird. Doch anders als die Züge auf der Vogelfluglinie können die Autos derzeit und auch später die Fehmarnsundbücke als Ausweichsroute nutzen. „Bis zur Inbetriebnahme des neuen Fehmarnsund-Tunnels wird der Straßenverkehr weiterhin über die Sundbrücke geführt“, sagt der Deges-Sprecher.

Der einzige Nachteil für Autofahrer: Die Sundbrücke wird nach Eröffnung des Belttunnels zum zweispurigen Nadelöhr auf der ansonsten dann vierspurigen Schnellstraße zwischen Hamburg und Kopenhagen. Daher dürfte es zunächst schwer werden, die Autoreisezeit zwischen den beiden Metropolen wie vom Automobilclub ADAC erhofft von fünf Stunden auf dreieinhalb zu verkürzen  

Für Züge dagegen ist die 62 Jahre alte Sundbrücke zu schwach. Daher hat die Deutsche Bahn sie in ihrem Bauantrag für den Fehmarnsundtunnel jetzt auch als Notlösung ausgeschlossen. „Die als Zwischenlösung vorgesehene Anbindung und Elektrifizierung der bestehenden Fehmarnsundbrücke wird nicht realisiert“, heißt es im Erläuterungsbericht der Bahn zum Bauantrag.

Womöglich entspannt sich die Situation für die Planer der Deutschen Bahn aber bald etwas. Denn auch der staatliche dänische Bauherr Femern AS hat Probleme beim Bau des 18 Kilometer langen und sieben Milliarden Euro teuren Fehmarnbelt-Tunnels eingeräumt. Der Eröffnungstermin Ende 2029 sei „stark unter Druck geraten“, weil Pontons zum Absenken der Tunnelelemente in der Ostsee „mit einiger Verspätung eingetroffen“ seien, erklärte eine Sprecherin von Femern letzte Woche.

Deutschlands Verkehrsminister Patrick Schnieder hat sich daher an seinen dänischen Kollegen Thomas Danielsen gewandt und für einen neuen Zeitplan zum Bau des Tunnels und der deutschen Hinterlandanbindung geworben. Eine Antwort aus Kopenhagen steht noch aus.

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