Weinfest in Marienhafe  Gute Stimmung trotz Wasser im Wein

Folkert Bents
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Von Folkert Bents
| 04.08.2025 18:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Pagodenzelte und Pavillons schützten die Weinfestbesucher vor den Regenschauern. Foto: Folkert Bents
Pagodenzelte und Pavillons schützten die Weinfestbesucher vor den Regenschauern. Foto: Folkert Bents
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Besucher des 4. Marienhafer Weinfestes ließen sich die Laune durch den Regen nicht verderben. So wurde im Brookmerland gefeiert.

Marienhafe - Es war wohl das sprichwörtliche Wasser im Wein: Wettertechnisch stand das 4. Marienhafer Weinfest unter keinem guten Stern. Hatte zum Start am Freitag noch die Sonne geschienen, blieb das Wetter bis zum Veranstaltungsende kühl, unbeständig und regnerisch. Gut, dass auf dem Marktplatz ein kleines Weindorf mit vielen Pagoden und Zelten aufgebaut war, die vor Regen schützten, der immer wieder in Form von heftigen Schauern niederging. In den Zelten rückten die Besucher zusammen und genossen Wein aus verschiedenen Anbaugebieten.

Für die dem Weinfest angepasste Unterhaltung sorgte am Eröffnungsabend ein Auftritt der Gruppe „Dropout“ mit Sängerin Talea Grensemann. An beiden Tagen war DJ Maik Meiners für das weitere Musikprogramm zuständig. Trotz oder gerade wegen des unfreundlichen Wetters war es gemütlich auf dem Marktplatz. Viele Gruppen von Freunden, Firmen und Familien nutzten die Gelegenheit, sich in Ruhe zu unterhalten und miteinander anzustoßen. Für die nötige Stärkung zwischen den Weinproben sorgte das Team vom Hotel „Zur Waage“.

Einer der jüngsten Winzer Deutschlands

Bei der Eröffnung des 4. Weinfestes durch den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Marienhafer Kaufleute, Manfred Kruse, und Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden stellten sich auch die Weingüter und Händler vor, die auf dem zweitägigen Fest ihre Weine präsentierten. Weine direkt vom eigenen Weingut brachte die Winzerfamilie Heiko und Heike Dettweiler, Weingut Dätwyl aus Wintersheim in Rheinhessen, mit nach Marienhafe. Ganz neu dabei war in diesem Jahr das Weingut Kahren aus Piesport an der Mosel. Winzer Felix Kahren ist einer der jüngsten Winzer in Deutschland. Mit 16 Jahren habe er sich entschieden, das Weingut seines Großonkels zu übernehmen und Winzer zu werden, berichtete Kahren. Neben Schule und Ausbildung leitete er fortan das Weingut und ist heute mit 22 Jahren Winzer und Firmenchef auf dem eigenen Weingut.

Carina Schulz von der Weinkiste in Südbrookmerland füllt ein Glas mit Weißwein. Foto: Folkert Bents
Carina Schulz von der Weinkiste in Südbrookmerland füllt ein Glas mit Weißwein. Foto: Folkert Bents

Wie ist es um den Wein in diesem Jahr bestellt? Diese Frage beantworteten beide unterschiedlich. In Rheinhessen wie auch an der Mosel werden zu 90 Prozent Weißweinsorten angebaut. An der Mosel wächst er gut. Was Ertrag und Qualität angeht, sind die kommenden Wochen bis zur Lese entscheidend. „Wir brauchen Trockenheit und viel Sonne“, so Kahren. Sein Winzerkollege Heiko Dettweiler sieht das ähnlich. „Leider hat es bei uns vor zwei Wochen ein Unwetter mit Hagelschauer gegeben. Betroffen waren gut 40 Prozent der Anbaufläche in Rheinhessen“, sagte Dettweiler. Wie sich die Schäden weiter auswirken, lasse sich noch nicht sagen, aber es brauche jetzt Trockenheit und viel Wärme, so Dettweiler.

Neuer Trend

Mit dabei waren in diesem Jahr wieder das Weinkontor St. Kilian aus Stuhr, der Weinservice Meyer aus Großheide, das Edeka-Center Kruse und die „Weinkiste“ aus Südbrookmerland.

Viele Gäste waren alte Bekannte und kannten ihren Favoriten unter den Weinen genau. Junge, spritzige und trockene Weine waren ebenso gefragt wie schwere, liebliche. Über einen sich langsam entwickelnden Trend berichteten übereinstimmend Henriette Meyer (Weinservice Meyer) und Carina Schulz (Weinkiste Südbrookmerland): Alkoholfreie Weine werden vermehrt nachgefragt, stellen sie fest. Die Qualität der alkoholfreien Weine steige stetig und werde, wenn auch als Nischenprodukt, zu einer Alternative.

Zum Wohl: Trotz des Wetters war die Stimmung unter den Besuchern des Marienhafer Weinfestes gut. Foto: Folkert Bents
Zum Wohl: Trotz des Wetters war die Stimmung unter den Besuchern des Marienhafer Weinfestes gut. Foto: Folkert Bents

Ob mit oder ohne Alkohol, weiß, rot oder rosé, gespritzt oder als Schorle – den vielen Gästen des Weinfestes mundete der Wein. Der eine oder andere nahm noch eine Flasche mit in den eigenen Weinkeller. Bewährt hat sich offenbar auch die Verkürzung auf zwei Tage.

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