Demonstration in Aurich  Hundert Menschen demonstrierten für Palästina

| | 02.08.2025 19:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zwischendurch blieben die Demonstranten auf der Straße stehen und riefen „Free Free Palestine“. Foto: Lasse Paulsen
Zwischendurch blieben die Demonstranten auf der Straße stehen und riefen „Free Free Palestine“. Foto: Lasse Paulsen
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Man wolle sich gegen die israelische Regierung, aber auch gegen Terroristen in Gaza richten, erklärten die Veranstalter der Pro-Palästina-Demo. Es gab gleich mehrere Forderungen.

Aurich - Gegen Waffenlieferungen an Israel und für die Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen demonstrierten am Sonnabend mehr als 100 Menschen in Aurich. „Wir sind gegen die israelische Regierung. Gegen die Terroristen, die Hamas, sind wir ebenso. Es geht uns darum, dass Kinder, Mütter und Familien nicht verhungern müssen“, erklärt Nasser Boral, einer der beiden Organisatoren der Demo. Er und alle anderen Demonstranten forderten, dass die deutsche Bundesregierung eine Waffenruhe anstreben sollte. Die Waffenlieferungen sollten eingestellt und ausreichend Hilfsgüter für die Menschen in Palästina bereitgestellt werden. „Der Genozid, der dort geschieht, muss beendet werden“, so Boral.

Nasser Boral (links) und Ziad El Zein organisierten die Demonstration. Foto: Lasse Paulsen
Nasser Boral (links) und Ziad El Zein organisierten die Demonstration. Foto: Lasse Paulsen

Der andere Organisator, Ziad El Zein sagte, dass es ihm darum gehe, dass der Krieg aufhören müsse. Was Israels Regierung macht, sei ein Genozid. Sie hungere ein ganzes Volk aus und töte es dadurch. Sowohl Boral als auch El Zein betonten mehrfach, dass die Demo nicht gegen Juden, Israelis oder irgendwen sei, außer gegen die israelische Regierung und deren Handlungen. „Wir sind alle gleich. Wir sind alle Menschen. Das israelische Volk kann auch nichts dafür. Es ist die Regierung, gegen die wir uns richten“, so El Zein.

Laute Forderungen auf dem Weg in die Innenstadt

Um 13.30 Uhr trafen die Demonstranten sich vor der Auricher Sparkassen-Arena. Dort hielt Boral eine kurze Rede. „Es geht darum, dass wir den Palästinensern Hilfsgüter zukommen lassen. Es geht darum, dass wir von der Regierung fordern, dass die Waffenlieferungen eingestellt werden. Es sollen keine ganzen Familien sterben müssen.“ Es gehe nicht um Hass oder Groll gegen andere. „Wir stehen hier heute wegen Hoffnung.“ Deutschland habe Einfluss auf die Situation im Gazastreifen und den solle Bundeskanzler Friedrich Merz nutzen. Einer der Ausrufe während des späteren Laufes in die Innenstadt lautete passend dazu: „Deutschland finanziert, Israel bombardiert“. Boral erklärte, warum in seinen Augen das Thema jeden in Deutschland etwas angehe: „Die Waffenlieferungen kommen aus deutschen Steuergeldern und werden für einen Genozid benutzt. Das kann nicht sein.“

Die Menschen bei der Demo zeigten Flagge. Sie forderten ein Ende der Waffenlieferungen an Israel. Foto: Lasse Paulsen
Die Menschen bei der Demo zeigten Flagge. Sie forderten ein Ende der Waffenlieferungen an Israel. Foto: Lasse Paulsen

Etwas früher als geplant ging es von der Sparkassen-Arena los in Richtung Innenstadt. Um 13.45 lief der Demonstrationszug aus mehr als 100 Menschen auf die Emder Straße in Richtung Pferdemarkt los. „Free Free Palestine“ riefen sie immer wieder. Auch „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Rechte klaut“, ertönte wiederholt. „Wer schweigt, stimmt dem Völkermord zu“, riefen die Menschen im Chor. Am Pferdemarkt bogen sie dann auf die Norderstraße ab und liefen bis zum Marktplatz.

Freie Bühne für Stimmen auf dem Marktplatz

Vom Sous-Turm sprach Boral noch einmal zu den Menschen. „Wir stehen heute alle hier, weil wir für Menschenrechte sind“, begann er seine Rede. „Wir sind gegen diesen Völkermord. Wir sind gegen den Genozid. Jeder Mensch hat das Recht zu leben.“ Deutschland schicke Waffen und Geld an Israel, womit Menschen in Palästina getötet würden. Außerdem halte Israel damit die humanitären Hilfen für das hungernde Volk zurück. „Wir stehen hier nicht, weil wir gegen Juden sind. Wir sind gegen das Ermorden von Kindern, gegen das Töten von Familien. Wir sind gegen die Terroristen. Wir sind gegen die Hamas. Wir sind gegen die israelische Regierung.“

Der Demonstrationszug wurde von der Polizei begleitet. Es blieb jedoch alles friedlich. Foto: Lasse Paulsen
Der Demonstrationszug wurde von der Polizei begleitet. Es blieb jedoch alles friedlich. Foto: Lasse Paulsen

Viele Menschen hätten ihre Heimat wegen des Krieges verlassen müssen. Einige davon seien auch bei der Demo mit dabei. Manche hätten sogar noch die Schlüssel zu ihren Wohnungen und Häusern, weil sie die Hoffnung nicht aufgegeben hätten, eines Tages zurück in ihre Heimat gehen zu können. Nach den Forderungen kamen einige Demonstranten selbst zu Wort. „Wer Mensch ist, muss gegen diesen Genozid sein“, sagte eine junge Frau.

Demo lief völlig reibungslos

Die Demonstration lief völlig reibungslos ab. Im Vorfeld hatte die Pressesprecherin der Polizei, Wiebke Baden, auf Nachfrage gesagt, dass es keine Hinweise auf eine mögliche Störung geben würde. Nach der Demo konnte einer der vier Polizeibeamten, die den Zug begleitet hatte, das vor Ort bestätigen. Ein Bulli der Polizei hatte den Zug angeführt, einer bildete den Schluss der Demo. Störende Vorfälle oder Fehlverhalten der Demonstranten habe es aber nicht gegeben.

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