Wilhelmshaven  Bundeswehr soll die Arktis beschützen: Kann sie das überhaupt?

Luise Charlotte Bauer
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Von Luise Charlotte Bauer
| 02.08.2025 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Lebensfeindliche Umgebung - und Operationsgebiet für die Bundeswehr: die Arktis. Foto: dpa/Michael Kappeler
Lebensfeindliche Umgebung - und Operationsgebiet für die Bundeswehr: die Arktis. Foto: dpa/Michael Kappeler
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Die Bundeswehr soll neben der Nato-Ostflanke auch die Nordflanke im Polarmeer schützen. Der Kommandant des Einsatzgruppenversorgers Berlin traut ihr das zu.

Der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ der deutschen Marine wird sich in den kommenden Wochen an den Grenzen zur Arktis im Nordatlantik aufhalten und dort unter anderem die Verständigung mit den Partnern, aber auch das Betanken anderer Schiffe, das Übergeben von Gütern und den Austausch von Personen üben. Auch das neue „integrierte Marine Einsatz­rettungs­zentrum“ (i-MERZ) an Bord, das während der letzten Werft erst eingebaut wurde, soll getestet werden.  

Eine Herausforderung für den Kommandanten, Fregattenkapitän Karsten Uwe Schlüter, und seine (beim Auslaufen) rund 240 Mann starke Besatzung aus verschiedensten Bereichen der Bundeswehr wird unter anderem das Klima in kälteren Gebieten. „Es gilt dort in diesem besonderen Operationsraum – insbesondere durch die Kälte, aber auch die navigatorischen Umstände – darauf zu achten, dass wir uns nicht mit Schifffahrtshindernissen ins Gehege kommen.“

Aber inwieweit ist die deutsche Marine in der Lage, im Nordatlantik zu agieren? Dazu sagt Schlüter: „Es ist ein herausfordernder Operationsraum. Die Marine ist nicht jeden Tag dort. Aber wir sind in der Lage, unter verschiedenen Herausforderungen und in verschiedenen Operationsräumen zu agieren.“ Wo die Grenzen des Machbaren für sein Schiff liegen, führt er nicht näher aus. Schlüter sagt aber so viel: „Wir sind durchaus in der Lage, in diesem Bereich sicher zu agieren und unser globales Engagement zu unterstreichen.“

Laut dem Bundesverteidigungsministerium sei die Marine in der Lage, alle an sie gestellten Aufträge zu erfüllen. „Unsere Schiffe und Boote werden auf Grundlage des deutschen Marinestandards entwickelt und gebaut. Dies beinhaltet in der Regel den weltweiten Einsatz. Das Befahren arktischer Gewässer ist damit grundsätzlich möglich“, so ein Sprecher. Für die Soldaten führe die Bundeswehr gerade ein neues Bekleidungssystem ein, „sodass wir sicherstellen, dass Bordbesatzungen auch für Einsätze bis in die ,Subpolare Klimazone‘ entsprechend gut ausgerüstet sind.“

Der „Kurs Marine“ – der „Fahrplan“ für die Zukunft der Deutschen Marine – stelle die Nato-Nordflanke klar ins Zentrum neuer Beschaffungen, so der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Weiter heißt es: „Der Schutz der Seewege, kritischer Infrastruktur wie Unterseekabel und Pipelines und Abschreckung gegen konventionelle und hybride Bedrohungen haben mit Blick auf die Beschaffungsprojekte in der Dimension See Priorität. Künftige konventionelle und unbemannte Waffensysteme werden für diese Aufgaben ausgerüstet.“

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