Wallinghausen vor dem Bezirksliga-Start Fußball zwischen Studium und Bezirksliga
Viele Spieler beim SV Wallinghausen pendeln für die Liga-Spiele. Das wirkt sich auf die Konstanz und auf das Saisonziel aus.
Wallinghausen - Noch juckt es Max Beccard nicht wieder in den Füßen. Vor einigen Wochen hat er seine aktive Fußballer-Laufbahn beendet und ist einfach ins kalte Wasser gesprungen. Nun trainiert er mit dem SV Wallinghausen zum ersten Mal eine Herren-Mannschaft. Die ersten Wochen können sich sehen lassen. Im Ostfriesland-Cup schlug Wallinghausen den SV Großefehn und den TuS Middels und wurde erst im Finale von Landesligist Firrel gestoppt. „Es geht immer leichter von der Hand, anfangs war ich noch sehr nervös“, sagt der Trainer Novize.
In Wallinghausen, wo er auch schon als Spieler aktiv war, trifft er auf eine talentierte und eingespielte Mannschaft, die in der Breite weiter verstärkt worden ist. Von der SpVg Aurich sind Adam Toufaili, Yanic Konda gekommen, mit Tebbe Siefkes (A-Jugend Kickers Emden), Tim Alberts (Schweiz), Renke Kugelmann, Frithjof Heye Schmidt, Elias Geringer (alle eigene A Jugend) werden weitere junge Spieler eingebaut. Die beiden Neuzugänge aus Aurich brachte Beccard gleich mit aus Aurich. „Tebbe Siefkes habe ich zu Hause besucht“, sagt Beccard. Nur Hendrik Siefkes (Hamburg) hat den Verein verlassen.
Freund des Kurzpassspiels
Der Neue an der Seitenlinie tritt die Nachfolge von Jerzy Klukowski an, der nicht mehr weitermachen wollte. In seiner ersten Saison als Herrentrainer darf sich Beccard auf die Expertise seines Co-Trainers Ewald Mühlenbrock verlassen, der Beccard schon selbst trainiert hat und sogar mit ihm verwandt ist. „Ich weiß seinen Rat zu schätzen“, sagt Beccard. Werner Dirks (vorher Sportvereinigung Aurich) wird sich um die Torhüter kümmern.
In den vergangenen Jahren landete Wallinghausen in der Bezirksliga auf den Plätzen sieben, sieben und drei. Mit ihrer Spielweise überzeugten die Grün-weißen eigentlich immer, doch zu selten spielten die Wallinghausener mit ihrer Stammformation. Viele Spieler studieren und reisen für die Spiele an. „Deshalb stehen Spieler wie Hauke Monnerjahn auf Abruf. Wenn sie zu Hause sind, können sie mitspielen“, sagt Beccard. Wenn alle Stricke reißen, kann Beccard auch noch auf den Ex-Profi Frank Löning zurückgreifen.
In der Vorbereitung zogen alle mit. Beccard berichtet von Abschlussspielen mit elf gegen elf, das Finale gegen Firrel war das einzige Spiel in der Vorbereitung, das Wallinghausen verloren hat. Doch Beccard warnt vor allzu viel Optimismus. Wir wollen in ähnlichen Regionen landen, wie in der letzten Saison. Wir müssen nur unser gutes Level öfters abrufen und auch gegen stärkere Mannschaften punkten“, so Beccard. Das Pokalspiel beim SV Hage hat Wallinghausen nach Elfmeterschießen verloren, das erste Spiel am Sonntag findet in Bunde statt.
Auf seine Spiel-Philosophie angesprochen, gibt Beccard eine rasche Antwort. Er bevorzugt die feine Klinge mit einem gepflegten Kurzpassspiel. Seine Spieler sollen spielerische Lösungen finden. Das funktioniert nicht immer, wie Beccard im Ostfriesland-Cup-Halbfinale gegen Middels feststellen musste. „Wenn der Gegner so stark presst, müssen auch mal lange Bälle her“, sagt Wallinghausens Trainer. Interessant wird auch sein, wie die Mannschaft gegen tief stehende Gegner agieren wird. Meistens erzielte die Mannschaft die besten Ergebnisse gegen Mannschaften, die nach vorne spielen.
Das Meisterrennen werden nach Ansicht von Beccard der SV Großefehn, der TuS Pewsum und der TuS Middels unter sich ausmachen. Einige Trainer haben den SV Wallinghausen auf dem Zettel, wenn es um die ersten Plätze geht. Beccard ist vorsichtig. Er weiß, dass es auch mal Wochen geben wird, in denen der SV Wallinghausen aufgrund der personellen Lage nicht so konstant punkten wird. Daher ist ein Platz zwischen fünf und sieben realistisch.