Raser aufgepasst Wann kommt der Blitzer für die Emder VW-Kreuzung?
Zuletzt hieß es von der Stadt Emden, dass „im Sommer“ ein Blitzer an die VW-Kreuzung kommt. Jetzt gibt es konkrete Antworten.
Emden - Fast eine Million Euro will die Stadt Emden bis 2029 für die Modernisierung von Blitzer-Anlagen im Stadtgebiet ausgeben. Jetzt kommt ein Standort dazu, der von einigen scharf kritisiert, von anderen mit einem „Na endlich!“ kommentiert wird: die sogenannte VW-Kreuzung. Zum Schichtwechsel beim Autobauer fahren hier Tausende Autos durch, einige deutlich zu schnell, einige auch bei Rot. Zuletzt hieß es, die neuen Blitzer, die auch Rotlicht-Verstöße feststellen, sollen „im Sommer“ kommen. Aber wann genau?
Güven Heinks vom Fachdienst Straßenverkehr der Stadt erklärt auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die derzeitige Planung sieht vor, dass die Tiefbauarbeiten – also die bereits abgeschlossene Leitungsverlegung sowie die noch ausstehende Fundamentsetzung – voraussichtlich bis Mitte August abgeschlossen werden.“ Die Auslieferung und Montage der Anlage sei anschließend für Mitte bis Ende September vorgesehen, so Heinks.
Wann genau geht der VW-Blitzer in Betrieb?
Vor der endgültigen Inbetriebnahme sei dann aber noch eine Vor-Ort-Eichung durch einen zuständigen Eichbeamten nötig. „Da es sich um eine kombinierte Anlage zur laserbasierten Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung an der betreffenden Kreuzung handelt, ist eine enge Abstimmung mit weiteren Behörden – insbesondere dem zuständigen Eichamt – erforderlich“, erklärt er. Die genaue Terminierung hänge somit auch davon ab, wann diese ein Treffen ermöglichen können.
Die ersten Ampelblitzer für Emden sollen genau an der Kreuzung aus Fahrtrichtung Autobahn 31 und aus Richtung Niedersachsenstraße angebracht werden. Pro Grünphase fahren hier zu Höchstzeiten rund 100 Fahrzeuge über den Knotenpunkt. Auf der Larrelter Straße, die die VW-Kreuzung mit der Innenstadt verbindet, sind bereits drei feste Blitzer-Standorte, von denen zwei bereits modernisiert wurden. Auch die neue Blitzer-Anlage an der Kreuzung wird rasende Motorradfahrer erwischen können, so Heinks.
Fünf Tage, eine Fahrtrichtung – 350 Raser erwischt
Dass viele Autofahrer bei der Kreuzung rasen, hatte in diesem Jahr auch der Einsatz des teilmobilen Blitzers „Engelke“ gezeigt. Allein in der Zeit vom 15. bis zum 23. Januar 2025 hat der Blitzer, der alle ein bis zwei Wochen seinen Standort innerhalb des Stadtgebiets wechselt, 606 Raser erwischt. Der schnellste Autofahrer war mit 129 Kilometern pro Stunde in der 50er-Zone unterwegs. Zwischenzeitlich stand „Engelke“ ein weiteres Mal dort.
Dazu schreibt Heinks auf Nachfrage: „Bei der letzten Messung über einen Zeitraum von fünf Tagen wurden in nur einer Fahrtrichtung 350 Ordnungswidrigkeiten festgestellt – davon 90 Bußgelder und 260 Verwarngelder.“ Zur Einordnung: Vom 1. Januar bis 30. Juni 2025 wurden nach allen Engelke-Einsätzen im Stadtgebiet insgesamt 2443 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, darunter 480 Bußgelder und 1963 Verwarnungen. Der deutlichste Geschwindigkeitsverstoß war der an der VW-Kreuzung mit 129 Kilometern pro Stunde in der 50er-Zone.
In diesem Jahr sind für die Erneuerung von Messanlagen zur Verkehrsüberwachung 325.000 Euro eingeplant, ab 2026 jährlich 150.000 Euro bis 2029, insgesamt sind das dann 925.000 Euro. Auf Nachfrage bei der Stadt, ob es schon konkretere Pläne für einen weiteren Blitzer-Standort gibt, heißt es: „Nein, Standorte werden ausschließlich anlassbezogen und stets in enger Abstimmung mit der Polizei festgelegt.“