Kurbelfähre zwischen Moormerland und Ihlow  Jahrzehnte-Projekt auf der Zielgeraden

| | 30.07.2025 12:58 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für die Radfahr-Veranstaltung „Van Dörp to Dörp“ wird alle zwei Jahre durch eine Pontonbrücke eine eintägige Verbindung zwischen Simonswolde und Tergast geschaffen. Im nächsten Jahr könnte durch eine Kurbelfähre ein dauerhafter Lückenschluss nutzbar sein. Foto: Gerd-Arnold Ubben
Für die Radfahr-Veranstaltung „Van Dörp to Dörp“ wird alle zwei Jahre durch eine Pontonbrücke eine eintägige Verbindung zwischen Simonswolde und Tergast geschaffen. Im nächsten Jahr könnte durch eine Kurbelfähre ein dauerhafter Lückenschluss nutzbar sein. Foto: Gerd-Arnold Ubben
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Bereits seit 1998 werden Pläne für eine Kurbelfähre zwischen Tergast und Simonswolde verfolgt. Jetzt steht ein grober Zeitplan für die Umsetzung in Aussicht.

Simonswolde - Es war ein langer Weg, doch nun scheint die geplante Kurbelfähre zwischen Simonswolde und Tergast zum Greifen nah. Das Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Ihlow und Moormerland soll den Radverkehr zwischen den beiden Kommunen verbinden. Im Frühjahr gab es nach langer Vorarbeit die Baugenehmigung. Nun sollen 150 000 Euro Fördermittel aus dem LEADER-Förderprogramm der Europäischen Union für die Entwicklung ländlicher Räume fließen. Das bestätigte Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs. Die beiden Gemeinden arbeiten außerdem bereits an einer Ausschreibung. Laut Ulrichs soll es bereits im Herbst mit den Arbeiten losgehen.

Um die Fördermittel zu erhalten, mussten die Gemeinden dabei noch einen förmlichen Antrag beim Amt für regionale Landesentwicklung stellen. „Dazu erwarten wir in Kürze die förmliche Zusage“, so Ulrichs. Durch die Fördermittel wird die Hälfte der Kosten in Höhe von 300 000 Euro abgedeckt. Die übrigen 150 000 Euro tragen die Gemeinden Ihlow und Moormerland je zur Hälfte selbst.

Arbeiten nur im Herbst und Winter möglich

In Planung ist das Projekt bereits seit 1998. „Ich sehe uns nun in der Verpflichtung, es möglichst schnell umzusetzen“, meint Ulrichs. Aus diesem Grund werde bereits jetzt die Ausschreibung für das Projekt vorbereitet. Losgehen könnte es dann bereits im Oktober. Früher dürfen die Arbeiten aufgrund von naturschutzrechtlichen Einwänden nicht starten.

Ulrichs hofft, dass die Arbeiten dann bis zum Februar fertiggestellt werden können. Ansonsten müssten diese wieder pausieren und könnten erst im Herbst 2026 fortgeführt werden. „Eventuell ist die Kurbelfähre also bereits im nächsten Sommer nutzbar, aber das ist auch wetterabhängig“, so Ulrichs. Im Sommer 2026 findet auch die Fahrrad-Aktion „Van Dörp to Dörp“ wieder statt. Ulrichs Ziel ist es, die Kurbelfähre dann schon in Betrieb genommen zu haben. In den letzten Jahren wurde eigens für den Aktionstag eine Pontonbrücke von Ippenwarf nach Simonswolde eingerichtet, damit Radfahrer das Fehntjer Tief überqueren konnten.

Wichtige Rad-Route für Ihlow

Die geplante Kurbelfähre ist dabei nicht nur ein Pluspunkt für den Radtourismus in Ihlow. Sie stellt auch eine Ausweichroute für die Landesstraße 1 dar, die von Riepe nach Oldersum führt. Im Mai demonstrierten Radfahrer hier erneut für einen Radweg. „Auch wenn es ein Umweg ist, könnte man diese gefährliche Straße dann meiden“, meint Ulrichs mit Blick auf die geplante Kurbelfähre.

In der 27-jährigen Vorgeschichte des Projekts musste dabei mehrfach umgeplant werden. Anfangs gestaltete sich die Standortsuche in Zusammenarbeit mit der Naturschutz- sowie der Unteren Wasserbehörde schwierig. Zunächst wurde ein Standort an der Autobahnbrücke ins Auge genommen, dann aber wieder verworfen. Zudem gab es viele naturschutzrechtliche Bedenken, die es zu klären galt. Zuletzt wurde im Moormerländer Rat für die zeitweise Sperrung von drei Straßen gestimmt, damit Vögel in der Brut- und Setzzeit nicht durch zu viel Verkehr gestört werden.

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