Delmenhorst Experte erklärt: Ab wann kann mein Kind alleine schwimmen?
Immer weniger Kinder können schwimmen – eine Tatsache, die im Alltag und im Schwimmunterricht in der Schule zu Problemen führen kann. Auch ein Schwimmabzeichen ist oft kein Garant dafür, dass ein Kind gut schwimmen kann.
Bei gutem Wetter mit Freunden an einen See oder ins Schwimmbad zu fahren, ist für viele Kinder und Jugendliche ein wichtiger Bestandteil der Sommerferien. Die Gefahren im Wasser geraten dabei oft aus dem Sinn. Sicher und eigenständig schwimmen zu können, ist daher besonders für Kinder von großer Wichtigkeit. Woran Eltern erkennen können, dass ihr Kind gut schwimmt, erklärt Schwimmlehrer Maximilian Lux.
Ab wann ein Kind sicher schwimmen kann, lässt sich laut Lux nicht pauschalisieren. Der Schwimmlehrer betont: „Nur weil ein Kind das Seepferdchen hat, kann es nicht unbeaufsichtigt und alleine schwimmen.“ Laut Lux sind das Schwimmabzeichen Bronze, das nach dem Seepferdchen kommt, und ein Mindestalter von acht Jahren eine Richtlinie. Diese zwei Faktoren befähigen ein Kind zum Beispiel auch, in der Grafttherme ohne einen Erziehungsberechtigten zu schwimmen. Dasselbe gilt für viele andere Schwimmbäder.
Dennoch mahnt Lux: „Jedes Kind ist unterschiedlich. Und ob dieses sicher schwimmen kann, ist immer auch von dem Gewässer und der jeweiligen Leistung abhängig.“ Festzuhalten ist demnach, dass die Maßstäbe für ein sicheres Schwimmen von Kind zu Kind unterschiedlich sind.
Obwohl, laut Lux, das Abzeichen Bronze eine Grundsicherheit bietet, gibt es im Wasser häufig Gefahren, die nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Ein gesundes Maß an Vorsicht spielte daher eine große Rolle. Der Schwimmlehrer erklärt, dass besonders die unterschiedlichen Wassertiefen in Seen – und die damit einhergehenden Temperaturunterschiede – unterschätzt werden: „Wer zu schnell von hohen Temperaturen kopfüber in eiskaltes Wasser taucht, kann seinen Kreislauf überfordern. Das gilt nicht nur für junge, sondern genauso auch für ältere Menschen.“
Lux betont auch die Wichtigkeit der elterlichen Aufsicht: „Einige Eltern nehmen ihre Aufsichtspflicht zu sehr auf die leichte Schulter. Wichtig ist immer das Gewässer und seine Gegebenheiten genau zu kennen, alleine das kann das Risiko eines Unfalls schon senken.“
Sein Tipp ist also: Die Umgebung abchecken und langsam ins Wasser gehen, statt überstürzt hineinzuspringen.