Osnabrück Für die schönsten Erinnerungen: So gelingt das perfekte Urlaubsfoto
Urlaubsfotos sind unverzichtbar, um auf schöne Erinnerungen zurückzublicken. Ob bewusste Motivwahl, richtige Perspektiven oder Bildbearbeitung: So gelingen die perfekten Aufnahmen.
Wir erklären, was Sie in Sachen Licht, Format und Motiv beachten sollten, damit ihre Urlaubsfotos zu perfekten Erinnerungsstücken werden.
Heutige Kameras können auch bei sehr wenig Licht noch tolle Fotos machen. Dennoch spielt es eine große Rolle, aus welcher Richtung das Licht kommt und wie es das Motiv ausleuchtet. Aus diesem Grund ist beispielsweise die pralle Mittagssonne nur selten vorteilhaft. Die Dreidimensionalität der Dinge geht in ihr schnell verloren und alles erscheint nur noch flach und langweilig.
Kommt das Licht allerdings von der Seite oder sogar von zwei oder mehreren Seiten gleichzeitig, dann stellt sich ganz von allein eine gewisse Plastizität ein, alles wirkt sehr viel dreidimensionaler, lebendiger und interessanter. Es ist auch keineswegs völlig egal, ob auf dem Foto ein Schattenwurf zu sehen ist und es ist ebenso wenig egal, wohin dieser Schatten fällt.
Professionelle Fotografen wissen, dass die optimale Ausleuchtung eine hohe Kunst ist. Wichtig ist unterm Strich ganz einfach, auf die Lichtführung und den Schattenwurf bewusst zu achten. Wer das konsequent macht, dem geht schnell ein Licht auf.
Beim Selfie denken viele noch daran, dass es ja auch ein Hochformat gibt und die Welt nicht ausschließlich quer gestrickt ist. Doch bereits beim Knipsen eines Leuchtturms im Urlaub ist das dann schon wieder vergessen. Dabei gibt es eine Reihe von Motiven, die im Hochformat besser zur Geltung kommen als im Querformat.
Es schadet also nicht, sich vor dem Fotografieren ein paar Gedanken darüber zu machen, wie das jeweilige Motiv am besten abgelichtet werden kann. So gewinnt ein Foto beispielsweise oft dadurch, wenn sich das Hauptmotiv nicht in der Bildmitte befindet, sondern vielmehr in einem Bilddrittel platziert ist.
Aber nicht nur diese Drittel-Regel unterteilt das Bild in einzelne Bereiche, auch das Motiv selbst, die dargestellten Personen und Gegenstände, tun das. Dabei wirken längliche Dinge, wie Schiffsmasten, Fahnen, Bäume und Fenster eher ruhig, wenn sie horizontal oder vertikal auf dem Foto auftauchen. Diagonalen bringen hingegen Bewegung, Dynamik, Spannung oder auch Unruhe ins Bild.
Auf vielen Fotos herrscht ein unheimliches Gewimmel. Da weiß man oft gar nicht mehr, was da überhaupt geknipst werden sollte. Irgendwie musste alles, aber auch wirklich alles mit drauf aufs Bild. Doch das ist in der Regel keine gute Idee. Es lohnt sich, einen Schritt zurück zu machen und das Motiv erst einmal auf sich wirken zu lassen, denn weniger ist oft mehr.
Wer sich vor dem Fotografieren überlegt, was auf dem späteren Bild zu sehen sein soll, kann deutlich bessere Fotos aufnehmen. Die Konzentration auf das Wesentliche ist Trumpf. Ein ablenkender Hintergrund lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes sehr schön ausblenden.
Dazu nimmt man das Hauptmotiv, das auf dem Foto scharf erscheinen soll, mit einer großen Blende auf. Das entspricht einer kleinen Blendenzahl (f-stop). Also lieber Blende 2.8 wählen als acht oder elf. So verschwindet der Hintergrund im Unschärfebereich und kann nicht mehr vom Hauptmotiv ablenken. Manchmal genügt es auch schon, nur ein paar Schritte zur Seite zu machen.
Für außergewöhnliche Fotos muss man manchmal ein wenig experimentieren und auch mal neue Wege gehen. Filter und Effekte können da hilfreich sein, zumal viele Kameras diese schon mit an Bord haben. Schwarzweißaufnahmen verleihen einem Foto oft einen künstlerischen Touch, der sich beispielsweise für Portraits gut eignet. Auch grafische Motive mit vielen Linien oder Strukturen kommen in schwarzweiß oft besser rüber.
Im Gegensatz dazu wirken Motive, bei denen es auf die Farbe ankommt, wie etwa Blumen oder auch so manche Landschaft noch bunter und knalliger, wenn die Kontraste erhöht werden. Selbstverständlich spielt der persönliche Geschmack eine entscheidende Rolle. Es lassen sich aber auch ohne Filter und Effekte ganz außergewöhnliche Fotos aufnehmen.
Wer in die Hocke geht und sich die Welt aus der Froschperspektive anschaut, kann spannende Entdeckungen machen. Auch mehr oder weniger extreme Nahaufnahmen können sich lohnen, selbst wenn dafür ein Stativ benötigt wird, um nicht zu verwackeln.
Personenaufnahmen wirken oft langweilig, wenn die Abgebildeten einfach nur so in die Kamera gucken. Viele Menschen versteifen sich dann oder bringen nur ein gequält wirkendes Lächeln hervor. Bewegung kann Abhilfe schaffen. Manchmal hilft bereits das berühmte „Cheese“. Kleinere Kinder kann man auch singen lassen, da sie das richtige Timing schon mal verpassen.
Alles, was sich bewegt, lässt sich allerdings nicht ganz so einfach ablichten. Da kann es selbst mit der heutigen Technik durchaus zu Verwacklern kommen. Aus diesem Grund haben viele Kameras ein sogenanntes Sportmotivprogramm eingebaut. Das sorgt für knackig kurze Belichtungszeiten, sodass auch tanzende Hochzeitspaare, spielende Kinder oder laufende Tiere noch scharf abgebildet werden.
Für die ganz klassischen unbewegten Portraits gibt es hingegen ein spezielles Portraitprogramm. Personen- und Tieraufnahmen können übrigens durchaus davon profitieren, wenn man sich als Fotograf auf die Augenhöhe der zu Fotografierenden begibt.
Wenn ein Foto im Kasten ist, muss es natürlich noch nicht fertig sein. Kleinere Änderungen lassen sich schon im Handy oder in der Kamera vornehmen. Für umfangreichere Bildbearbeitungen braucht man aber eine entsprechende Software oder zumindest eine gute App, die durchaus ins Geld gehen kann.
Sollte beispielsweise der Horizont auf dem Foto zu sehen sein, so lässt sich dieser mit wenigen Klicks begradigen. Auch Ausschnitte sowie Farbanpassungen sind schnell gemacht. Heute können nicht nur kleinere Details, sondern sogar ganze Personen oder größere Gegenstände, die im Bild stören, schnell und einfach beseitigt werden. Der Algorithmus bekommt das überraschend gut hin.
Diverse Beauty-Filter sorgen zudem dafür, dass kleinere Hautunreinheiten oder Fettpölsterchen verschwinden. Wer will, kann aus seinem Portrait aber natürlich auch gleich eine richtige Comic-Figur machen. Auch das kann der Algorithmus inzwischen überraschend gut. Es lohnt sich auf jeden Fall, mit den Möglichkeiten zu experimentieren.
Mit der Kamera allein ist es nicht unbedingt getan. Ein bisschen Zubehör kann durchaus hilfreich sein. Für eine umfangreiche Fotoausrüstung kann man viel Geld ausgeben, aber auch mit einer einfachen Kamera lassen sich sehr gute Fotos machen. Einfallsreichtum, Erfahrung und ein gutes Auge helfen da ungemein.
Wichtig ist, beim Kamerakauf darauf zu achten, dass sich viel genutzte Funktionen möglichst gut und unkompliziert erreichen lassen. Wenn man ständig durch etliche Menüs scrollen muss, macht das auf Dauer keinen Spaß.
Zu den Zubehörteilen, die die Möglichkeiten deutlich erweitern, zählen Wechselobjektive. Zudem sollte man auf eine Tasche nicht verzichten, die die Kamera vor dem Wetter und Beschädigungen schützt.
Ein Stativ ist selbst in der heutigen Zeit keinesfalls überflüssig, Bildstabilisatoren hin oder her. Natürlich kommt es auf die bevorzugten Motive an. Blitzgeräte oder LED-Lampen können sich ebenfalls schnell bezahlt machen, und zwar nicht nur in der Produkt- und Portraitfotografie.