Sportplatz-Diskussion  Brookmerlander Taubenzüchter fürchten um ihr Zuhause

| | 24.07.2025 18:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland hat ihren Sitz auf dem Sportplatz in Upgant-Schott. Foto: Thomas Dirks
Die Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland hat ihren Sitz auf dem Sportplatz in Upgant-Schott. Foto: Thomas Dirks
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Wenn der alte Sportplatz in Upgant-Schott zu Bauland werden sollte, müsste ihr Heim weichen. Warum sie sich im Stich gelassen fühlen.

Upgant-Schott - Bisher geht es meist nur um Fußballer, Leichtathleten und vielleicht noch um Boßler. Brookmerlands Taubenzüchter aber hat in der andauernden Sportplatz-Diskussion in der Samtgemeinde niemand auf der Rechnung. Dabei sind auch sie betroffen.

Seit 2004 hat die Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland ihr Domizil auf dem Sportzentrum in Upgant-Schott. Unmittelbar an der Laufbahn liegt ihre Einsatzstelle, ein eher unscheinbares, aber funktionelles und mit Holz verkleidetes Gebäude, das die Taubenzüchter in Eigenleistung mit viel Herzblut her- und eingerichtet haben.

Sollte nach Fertigstellung der geplanten zentralen Sportstätte am Tjücher Moortun in Marienhafe das bestehende Sportzentrum in Upgant-Schott zurückgebaut und seine Fläche als Bauland verkauft werden, muss wahrscheinlich auch das Heim der Taubenzüchter verschwinden.

Bisher keine Informationen

Bislang scheint das Verwaltung und Politik im Brookmerland wenig bis nicht zu interessieren. Die Ungewissheit aufseiten der Taubenzüchter ist groß. Offizielle Informationen, wie lange sie das Gebäude auf dem Sportplatz noch nutzen können, lägen ihm seitens der Gemeinde nicht vor, beklagt Peter Arends, der seit 1982 Vorsitzender der Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland ist. Dabei habe er schon mehrfach nachgefragt. Eine Antwort hat er bis heute nicht. Mal sei davon die Rede gewesen, die Taubenzüchter müssten schon in diesem Jahr das Feld räumen, dann heiße es wieder: Vor 2030 werde das nichts mit der geplanten Bebauung.

Die Brieftauben-Liebhaber hängen nicht nur an ihren Tieren, sondern auch an ihrem Domizil, in dem auch regelmäßige Treffen und Versammlungen stattfinden. „Wir sind darauf angewiesen“, sagt Arends. Vor allem in der Taubenflugsaison, die von Anfang April bis Ende September dauert. Benötigt würden ein sogenannter Uhren- und Computerraum und Lagerkapazität für die Körbe, in denen die Tauben zu ihren Auflassplätzen im In- und Ausland transportiert werden. „Unser Wunsch ist es, dass wir auch künftig hier bleiben können“, so Arends. Wahrscheinlicher aber ist, dass das Züchterheim verschwinden muss und seine Nutzer weichen müssen.

Dieses direkt an der Laufbahn gelegene Gebäude ist seit 2004 Einsatzstelle und Heim der Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland. Foto: Thomas Dirks
Dieses direkt an der Laufbahn gelegene Gebäude ist seit 2004 Einsatzstelle und Heim der Brieftauben-Fluggemeinschaft Brookmerland. Foto: Thomas Dirks

Es wäre nicht das erste Mal, dass Brookmerlands Taubenzüchter vertrieben und zu einem Umzug gezwungen werden. Die 1979 gegründete Fluggemeinschaft und ihre teils aus den 1930er Jahren stammenden Vorgängervereine haben in dieser Hinsicht eine bewegte Vergangenheit. Wo waren sie schon überall untergebracht: im Hotel Zur Waage in Marienhafe, in der alten Molkerei und zuletzt in einem Einfamilienhaus an der Einmündung Sebastianstraße/Schiffsleidingsweg gegenüber dem Sportplatz in Upgant-Schott. Wo immer sie waren, legten die Taubenzüchter selbst Hand an. In Eigenleistungen richteten sie die Räume jeweils her. Die Gemeinde übernahm immerhin die Materialkosten und deren Verantwortliche unterstützten, wo es möglich war. Upgant-Schotts früherer Bürgermeister Otto Thiele und der frühere Samtgemeindebürgermeister Kurt Knippelmeyer (beide SPD) seien ihnen wohlgesinnt gewesen und hätten sie auch regelmäßig besucht, berichtet Arends. Von den amtierenden Politikern und Verwaltungsleuten könne er das nicht behaupten.

Schützenhaus angeboten

Irgendwann sei ihnen das frühere Schützenhaus in Rechtsupweg angeboten worden, das jetzt ein Dartclub nutzt, erzählt Arends. 500 Euro hätten die Taubenzüchter dafür monatlich an Miete zahlen sollen. „Das können wir nicht leisten“, sagte er.

Auch Eigenleistungen seien künftig, wenn überhaupt, nur noch eingeschränkt möglich. Grund: Die meisten der rund 30 Mitglieder der Fluggemeinschaft, von denen ein Dutzend aktive Taubenzüchter seien, seien dafür zu alt. „Selbst etwas Neues aufbauen, können wir nicht mehr“, betont Einsatzstellenleiter Willi Dirks und hofft auf Unterstützung. „Man kann uns doch nicht einfach so auf die Straße setzen“, sagt er.

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