Osnabrück Nach Protest beim Weidel-Interview in der ARD: Nutzt das Chaos der AfD? Stimmen Sie ab
Der Eklat im ARD Sommerinterview führt zu hitzigen Diskussionen, auch unter unseren Lesern. Was meinen Sie: Hat die Störaktion der AfD geschadet? Oder profitieren die Rechtspopulisten eher davon? Stimmen Sie ab.
Das alljährliche ARD-Sommerinterview, das Spitzenpolitiker zu aktuellen politischen Entwicklungen befragt, lief in diesem Jahr für AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel anders ab, als erwartet. Denn ihr Interview wurde massiv von akustischen Störungen begleitet, die von der Gruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ ausgingen. Die Folge: Weidel konnte die Fragen kaum verstehen, was umgehend zu Forderungen der AfD nach einer Wiederholung des Gesprächs unter fairen Bedingungen führte.
Doch nicht nur die Politik, auch unsere Leser haben den Vorfall aufgegriffen und in der Kommentarspalte eine breite Debatte über Meinungsfreiheit, Protestkultur und den Umgang mit politischen Gegnern entfacht. So verzeichnete unser ursprüngliche Artikel schnell 115 Kommentare, die ein vielfältiges Meinungsbild zeichnen.
Viele Kommentatoren berufen sich auf das Grundgesetz (GG) und die Meinungsfreiheit. So zitiert ein Leser Artikel fünf GG und argumentiert: „Wer das verhindert, handelt verfassungswidrig. Ich mag weder Alice Weidel noch Heidi Reichinnek. Trotzdem haben beide das Recht auf freie Meinungsäußerung.“ Eine weitere Stimme pflichtet bei: „Diese Demo gegen Frau Weidel ist eine Frechheit, sowas gehört sich nicht in einer Demokratie, ob es die AfD, CDU, CSU oder die SPD ist.“
Auf der anderen Seite gibt es auch Zuspruch für die Demonstranten. Kommentare wie „Ich würde ja mal sagen, ‚Nie wieder ist jetzt‘. Laut sein ist unsere demokratische Pflicht“ oder „Super Aktion“ zeigen die Befürwortung. Ein Nutzer geht sogar noch weiter in seiner Kritik an der AfD: „Ein großer Dank an das Zentrum für Politische Schönheit. Wir sollten uns niemals an eine Partei gewöhnen und als normal empfinden, die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wurde.“
Einige Leser üben auch Kritik am Protest selbst, da er der AfD zugutekommen könnte. Ein Kommentator sieht darin eine Stärkung der „AfD-Erzählung von der Opferrolle“ und bemängelt, dass Weidel „inhaltlich nicht Stellung nehmen musste, wie eigentlich wünschenswert“. Er bezeichnet dies als „Wahlhilfe vom Feinsten.“ Eine Meinung, die geteilt wird: „Dank der ARD wieder ein paar Wähler mehr für die AfD. Ein Armutszeugnis für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das draußen durchzuziehen“, schreibt ein weiterer Nutzer.
Ein besonders strittiger Punkt in der gesamten Diskussion ist die Frage, welche Auswirkungen die Proteste auf die AfD selbst hatten. Hat das lautstarke Getöse dem Ansehen der Partei mehr geschadet oder ihr am Ende sogar genützt? Wir möchten gerne Ihre Meinung dazu hören. Stimmen Sie hier ab