Berlin  Labubu: Wie der Hype um die Monster entstanden ist und was Sie darüber wissen müssen

Eva Dorothée Schmid
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Von Eva Dorothée Schmid
| 11.07.2025 15:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Labubus heißen die gruselig-süßen Plüschmonster, um die weltweit ein Hype entbrannt ist. Foto: IMAGO/VCG
Labubus heißen die gruselig-süßen Plüschmonster, um die weltweit ein Hype entbrannt ist. Foto: IMAGO/VCG
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Labubu werden am Freitag in Berlin sicher für lange Schlangen sorgen, denn dann eröffnet der erste Pop-Mart-Shop in Deutschland. Warum das gruselig-süße Monster aus China plötzlich überall auftaucht, was hinter dem Trend steckt – und warum Fans für die Figuren tief in die Tasche greifen müssen.

Sie tragen ein Herzchen auf der Nase, haben neun spitze Zähne und Plüschöhrchen: Labubus. Die Monsterfiguren sind gerade der Hype auf Social Media. Am 25. Juli eröffnet in Berlin der erste Pop-Mart-Shop in Deutschland, in dem es die Kuschel-Monster zu kaufen gibt. Das dürfte den Hype hierzulande noch befördern.

Doch was hat es mit den chinesischen Sammelfiguren auf sich, warum sind sie gerade so angesagt und was sollten Sie über den Hype wissen? Hier gibt‘s die Antworten.

Labubus sind kleine, plüschige Sammelfiguren, die bereits 2015 vom Hongkonger Künstler Kasing Lung für seine Kinderbuchreihe „The Monsters“ entworfen wurden. Inspiriert von nordischer Folklore, vereint Labubu ein skurriles, zugleich niedliches und leicht gruseliges Design: spitze Ohren, ein breites Grinsen mit gezackten Zähnen und ein frecher Blick.

Seit 2019 werden die Figuren vom chinesischen Vinylkunst-Hersteller Pop Mart als Sammelfigur weltweit vermarktet, erst aus Vinyl, später auch als plüschiges Accessoire.

Verkauft werden sie in sogenannten „Blind Boxes“ (Überraschungsboxen). Käufer wissen beim Kauf nicht, welche Figur sie erhalten – das steigert den Sammelreiz und die Spannung.

In Europa sind die Plüschfiguren erst seit diesem Jahr richtig bekannt. Auf TikTok und Instagram sind Labubus in tausenden Videos zu sehen: Sogenannte „Unboxing-Videos“, in denen die Überraschungspakete scheinbar live ausgepackt werden, gehen viral. Erwachsene tragen sie am liebsten an Handtaschen, auch auf Fashion-Shows wurden sie dort schon gesichtet. Kurz: Labubus sind zum neuen Statussymbol geworden.

Die Monster sind so begehrt, dass die Fans teilweise mehrere Stunden anstehen, um sie zu ergattern, oder Hunderte von Euros für sie ausgeben. Auf eBay gehen seltene Figuren für über 1000 Euro weg. In Hongkong wurde sogar eine übergroße Edition für über 170.000 Dollar versteigert.

An dem Hype haben auch Promis ihren Anteil. Den eigentlichen Run lösten Mitglieder von K-Pop-Bands aus, die ihre Labubu-Figuren auf Social Media zeigten. Dafür muss man wissen, dass ein Instagram-Post dieser Stars gerne mal vier Millionen Likes hat und ein Reel über 30 Millionen Mal angesehen wird. Plötzlich waren die Labubu-Blind Boxes nicht mehr nur Nerdkultur – sondern wurden zu Popkultur. 

Kurz darauf zeigten sich auch andere Promis wie Rapper Central Cee, Rihanna, Dua Lipa und David Beckham mit einem Labubu. Seither sind die Figuren Kult, aber auch schwer zu ergattern.

Der Hype wird durch die clevere Verkaufsstrategie befeuert. Nicht nur kauft man in den Blind Boxes quasi „die Katze im Sack“, es gibt darin auch extrem seltene und limitierte Exemplare. In Onlineforen kursieren Tipps zum Erraten der Figuren durch Schütteln oder Wiegen der Boxen.

Dazu kommen Sonderausgaben mit bekannten Marken, sogar der Louvre verkauft eine Kunst-Edition der Figuren. Die künstliche Verknappung macht Labubus zum begehrten Sammlerobjekt.

In ganz Europa sind die Labubu derzeit offiziell ausverkauft, Pop-Mart kommt mit der Produktion nicht mehr hinterher (oder sorgt bewusst für eine Verknappung) und beliefert Läden nicht. Erst im August soll es neue Ware geben.

Einige Spielwarenläden konnten sich die Ware aber bei Zwischenhändlern besorgen. Auch Drogerien oder Popkultur-Shops wie Elbenwald führen sie. Im deutschen Einzelhandel liegen die Preise für einen Labubu zwischen 15 und 40 Euro. Besondere Editionen können aber auch weit teurer sein.

Zudem kann man die Plüschmonster in Online-Shops von Pop Mart direkt oder bei Amazon erwerben – falls sie mal gerade nicht ausverkauft sind.

Aber Achtung: Wo ein Hype auftaucht, sind auch Fälschungen nicht weit. Im Internet und teilweise auch offline gibt es zahlreiche Angebote von „Lafufus“ (das steht für Fake Labubus). Diese werden für weniger Geld angeboten. Bei den Nachahmungen fehlen das Logo des Künstlers oder die Seriennummer häufig. Zudem führt der aufgedruckte QR-Code auf der Packung nicht wie bei den Originalen auf die Pop Mart-Seite.

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