Gastronomie in Großefehn Die neue ist die alte Anna vom Bagbander Mühlenhof
Seit dem 1. Juli ist Anna Rosin Betreiberin des Mühlenhofs in Bagband. Für die Gäste war sie schon vorher das Gesicht des Hauses. Trotzdem war es für die 36-Jährige ein großer Schritt.
Großefehn - „Eigentlich hat sich für mich mit der Übernahme des Restaurants nicht viel verändert“, sagt Anna Rosin, die neue Betreiberin des Mühlenhofs in Bagband. Denn seit das Restaurant in Großefehn im Januar 2020 nach der Sanierung neu eröffnet worden war, leitete die 36-Jährige den Betrieb. „Ich habe sogar den Rest des Umbaus noch mitbekommen. Das Restaurant ist mein Baby“, sagt sie.
Anna Rosin sitzt an einem Tisch im Untergeschoss der ehemaligen Mühlenscheune und blickt in den Raum, in dem die offenen Holzbalken und die moderne Ausstattung einen gemütlichen Kontrast bilden. „Für die Gäste hat sich sogar noch weniger verändert, denn alles läuft wie gewohnt weiter. Auch die Gutscheine gelten nach wie vor“, sagt Rosin.
Die Gäste haben vom Betreiberwechsel wenig mitbekommen
Die Gäste hätten vom Betreiberwechsel am 1. Juli 2025 wahrscheinlich gar nichts mitbekommen, wenn Rosin nicht an dem Tag in einem Beitrag in den sozialen Medien darüber informiert hätte. Sie nennt es „interner Wechsel“. Rosin hat den Betrieb von Ewald Maas übernommen und das Restaurant gepachtet. Maas ist Geschäftsführer des Auricher Unternehmens Marema und hatte das Gebäude im Jahr 2019 gekauft.
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Der Unternehmer hatte bereits im April 2025 angekündigt, dass er sich aus dem Restaurant-Geschäft zurückziehen wolle. Schon damals sei klar gewesen, dass Rosin übernehmen würde, gesteht sie heute. Die gebürtige Thüringerin ist sozusagen in der Gastronomie aufgewachsen. „Meine Mutter hatte ein eigenes Restaurant und ich habe schon früh an Wochenenden geholfen“, so Rosin. Später ging sie für die Ausbildung zur Restaurantfachfrau nach Füssen in Bayern.
Von Bayern nach Bagband an den Mühlenhof
Im Anschluss arbeitete sie in Garmisch-Partenkirchen in Bayern, bis sie der Liebe wegen nach Ostfriesland zog. Der Kontakt zu Ewald Maas kam zustande, als Rosin nach ihrem Umzug nach Ostfriesland im Januar 2019 als Servicekraft in der Auricher „Stadtperle“ anfing, die ebenfalls von Maas betrieben wurde. „Schon damals hatten wir darüber gesprochen, dass die Option besteht, den Mühlenhof zu leiten“, erinnert sich Rosin.
Dass sie schon bald das Restaurant ganz übernehmen würde, sei damals noch nicht klar gewesen. Den nach außen kaum sichtbaren Betreiberwechsel hat sich Rosin gut überlegt. Auch wenn ihre Aufgaben dieselben bleiben, ein so großes Haus zu betreiben sei eine große Verantwortung, sagt sie. Das Restaurant bietet innen samt Empore Platz für 170 Gäste. „Außen kommen noch einmal bis zu 150 dazu“, sagt Anna Rosin. Insgesamt 20 Angestellte hat der Mühlenhof, davon sind acht fest angestellt.
Team bleibt neuer Betreiberin des Mühlenhofs treu
„Ich habe lange darüber nachgedacht, aber ich wusste auch, dass es jetzt die richtige Zeit für diesen Schritt ist.“ Ihr Team habe ihr beim Wechsel die Treue gehalten, sagt Rosin: „Wir sind wie eine Familie.“ Der langjährige Koch Oliver Madsack hat inzwischen die Leitung der Küche übernommen. Auch Anika Hollwedel als ihre Vertreterin ist weiterhin dabei. „Anfangs ist es mir schwergefallen, Verantwortung abzugeben, aber bei Anika weiß ich die Aufgaben in besten Händen.“
Ändern soll sich im Mühlenhof erst einmal nichts, abgesehen von der Empfehlungskarte, die alle 14 Tage wechselt. „Die haben wir vor einiger Zeit eingeführt, um unseren Stammgästen regelmäßig etwas Neues anbieten zu können“, sagt Rosin. Zu den Klassikern wie Scholle und dem ganzjährig angebotenen Snirtjebraten kann es so auch einmal Gerichte wie Lachsfilet auf Mangomousse geben. „Das haben wir einfach einmal ausprobiert und es hat unseren Gästen geschmeckt“, sagt Rosin.
Gerichte für Veganer und Vegetarier auf der Karte
„Mir ist auch wichtig, vollständige vegane und vegetarische Gerichte jenseits von Salat und Pommes im Angebot zu haben“, fügt sie hinzu. Die halbjährlich wechselnde Speisekarte ist unter anderem auf der Website des Restaurants zu finden: www.muehlenhof-bagband.de. Die Empfehlungskarte wird außerhalb des Restaurants auch in den sozialen Medien veröffentlicht: www.instagram.com/muehlenhofbagband/.
„Es ist eine tolle Chance, ein Restaurant in einem solchen Zustand zu übernehmen“, sagt Anna Rosin. Nach fast zehn Monaten Ausbau und Sanierung hatte der Mühlenhof an der B 72 zwischen Aurich und Leer im Januar 2020 geöffnet. Das Restaurant war das erste Objekt, das das Unternehmen Marema nicht gepachtet, sondern gekauft hatte.
Die Geschichte des Bagbander Mühlenhofs
Herzstück des neuen Mühlenhofs ist die Küche. Um sie einrichten zu können, wurde das Nebengebäude, in dem zuvor WC und Lager untergebracht waren, in der Fläche verdoppelt und an das Hauptgebäude angeschlossen. Statt wie früher maximal 20 Quadratmeter gibt es für das Küchenteam nun 100 Quadratmeter Platz zum Kochen.
Den Grundstein für die Bagbander Mühle und den Mühlenhof legte 1812 Müller Frerich Jürgens Bohlen. Vier Generationen lang leitete die Familie die Geschicke. In den 1970er Jahren hatte die Bagbander Mühle unter erheblichen Sturmschäden zu leiden. Obwohl der Betrieb im darauffolgenden Jahrzehnt eingestellt wurde, blieb die Mühle bis 1992 in Familienbesitz. Danach gehörte der Mühlenhof Peter Schmidt und Mario Buss.