Parkprobleme Ärger um automatische Parkanlage in Aurich
Nutzer berichten von Schwierigkeiten mit der Kennzeichenerkennung in der Tiefgarage am Carolinenhof. Das Unternehmen Fair Parken reagiert auf die Vorwürfe und bietet Lösungen an.
Aurich - Die neue, automatische Parkanlage unter dem Auricher Caro sorgt bei zahlreichen Nutzern für Ärger. Diesem machten sie in einem Post in den sozialen Medien Luft. Das Problem: Offenbar erkennt die Kamera nicht alle Kennzeichen der Fahrzeuge bei der Einfahrt. Das sorgt im Nachhinein für Probleme und teure Mahnbriefe des zuständigen Unternehmens Fair Parken. Die Sprecherin des Unternehmens, Sabine Klaas, bestätigte auf Nachfrage zwar Fälle, bei denen Kennzeichen nicht erkannt würden. Dann gebe es aber keine Mahnbriefe.
„In vereinzelten Fällen kann es dazu kommen, dass ein Kennzeichen zum Beispiel aufgrund starker Verschmutzung oder Beschädigung nicht erkannt wird“, teilte Klaas mit. Dann aber würde aufgrund der fehlenden Einfahrt kein vollständiger Parkvorgang erfasst. In diesen Fällen komme es nicht zu einer Ahndung eines Parkverstoßes“, so Klaas. Wie häufig es unter dem Caro zu solchen Fällen kommt und wie viele Strafaufforderungen das Unternehmen verschickt, wollte Klaas nicht beantworten.
Anonymer Nutzer macht seinem Ärger im Netz Luft
Ein anonymer Nutzer der Tiefgarage beschrieb seinen Vorfall folgendermaßen: „Ich habe am 10. Juni 2025 in der Tiefgarage unterm Carolinenhof geparkt. Als ich bezahlen wollte, stand auf dem Automaten, dass er mein Kennzeichen nicht gefunden hat. Dann kann man ja seine Ankunftsuhrzeit selbst eintragen, was ich auch gemacht habe, und dann hab ich bezahlen können. Gestern hatte ich nun ein Schreiben im Postkasten von Fair Parken mit der Aufforderung, als Strafe 40,60 Euro zu zahlen, weil ich meine Parkgebühr angeblich nicht bezahlt habe. Was nicht stimmt. Wer hat noch Probleme damit gehabt? Ich weiß noch, die Frau neben mir musste auch ihre Zeit angeben, da der Automat ihr Kennzeichen auch nicht gefunden hat.“ (Rechtschreibfehler wurden von der Redaktion korrigiert.)
Die Reaktionen auf diesen Post zeigen: Ein Einzelfall ist das nicht. Thorsten Mennenga schreibt von insgesamt drei Fällen, bei denen seine unterschiedlichen Fahrzeuge von der Kamera nicht erfasst werden konnten. Melly Wolle Peters bestätigt dies, schreibt: „Ja, auch wir haben sehr schlechte Erfahrungen mit dieser Firma gemacht“, spricht gar von „Abzocke“ durch Fair Parken. Auch Kevin Meyer teilt mit, dass es ihm ähnlich ergangen ist und er derzeit gegen das Unternehmen vorgehe. Sven Hummels beschreibt einen Vorfall am 16. Juni. Er solle der Firma nun beweisen, dass er im Caro einkaufen war, damit die Mahnung „aus Kulanz“ storniert werden könne. Svenja Tomke-Schoolmann schreibt, sie habe ihren ähnlich gelagerten Fall per Anwalt geklärt und gewonnen.
Unternehmen erklärt nach Prüfung den Fall
Fair Parken weist eine mutwillige Abzocke, wie von einigen Nutzern unterstellt, entschieden zurück. Den konkreten Fall des anonymen Nutzers erklärt Fair Parken so: „In den Log-Dateien ist nachvollziehbar, dass ein Nutzer am 10. Juni ein falsches Kennzeichen eingegeben und für dieses bezahlt hat. Daraus ist eine Zahlungsaufforderung entstanden, die nach Aufklärung des Nutzerfehlers storniert wurde. Weitere technische Probleme sind nicht bekannt.“
Grundsätzlich habe sich die von Fair Parken eingesetzte kamerabasierte Parkraumbewirtschaftung mit digitaler Kennzeichenerfassung „als zuverlässige Technologie zur Erfassung der Parkzeiten etabliert“, teilte Klaas mit. Diese würde inzwischen für einen Großteil der Kunden eingesetzt. „In sehr seltenen Fällen wird der Zahlungsvorgang durch den Nutzer (versehentlich) vorzeitig abgebrochen, woraufhin eine Zahlungsaufforderung versendet wird. In diesen Fällen sollte sich der Nutzer zur Klärung des Sachverhaltes mit dem Service-Team von Fair Parken in Verbindung setzen“, so die Sprecherin.
Da es sich in den beschriebenen Fällen um Ausnahmesituationen handele, konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben bei Vorlage einer Vorgangsnummer bislang jeden Einzelfall nachvollziehbar klären und korrigieren. „Sollte in einem konkreten Fall der begründete Verdacht bestehen, dass es ein Problem bei der Erfassung der Parkdauer oder der Bezahlung gab, bitten wir die betroffene Person, sich zeitnah mit unserem Kundenservice in Verbindung zu setzen, damit eine individuelle Prüfung und gegebenenfalls Korrektur vorgenommen werden kann“, sagte Sabine Klaas. Die direkte telefonische und persönliche Erreichbarkeit bei Beschwerden sowie ein differenziertes Kulanzmanagement habe bei Fair Parken höchste Priorität. Das Service-Team ist telefonisch unter (0211) 95 43 37 11 oder per Mail an info@fairparken.com von Montag bis Sonntag zu erreichen.
Video-Kennzeichenerfassung am Pferdemarkt vorerst verschoben
Das Unternehmen ist seit einigen Monaten auch beauftragt, den Parkplatz am neuen Einkaufszentrum am Pferdemarkt zu bewirtschaften. Dort gilt bislang die Regel, dass Kunden eine Parkscheibe einlegen müssen, um nachzuweisen, dass sie eine Höchstparkzeit von zwei Stunden nicht überschreiten. Anfang Juni wurden dort Schilder installiert, dass dort nun ebenfalls eine Parkraumbewirtschaftung durch Video-Kennzeichenerfassung erfolge. Das erzeugte vereinzelt Gegenwehr. Inzwischen sind diese Schilder wieder durch die alten ersetzt. Es gilt wieder der Nachweis durch Parkscheibe. Laut der Unternehmenssprecherin sei dies jedoch allein darauf zurückzuführen, dass es derzeit zu „unvorhergesehenen Verzögerungen“ komme. Vorerst werde auf das bisherige System zurückgegriffen.
Auf dem Parkplatz gibt es jedoch keine Zahlungspflicht für das Parken und entsprechend auch keine Kassenautomaten mit Kennzeicheneingabe. Mit der Videoüberwachung würde dort laut der Beschilderung nur nachgewiesen, wenn jemand die Höchstparkdauer überschreitet, und dann eine Zahlungsaufforderung für die Vertragsstrafe in Höhe von 29,90 Euro verschickt.