Tornesch  Der schnellste Dackel Deutschlands kommt aus dem Norden: So lebt Fiete, das frisst er

Klaus Plath
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Von Klaus Plath
| 03.07.2025 14:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Fiete in Magdeburg wartet auf sein nächstes Rennen, die Konkurrenz beobachtend. Foto: Bettina Morgenroth
Fiete in Magdeburg wartet auf sein nächstes Rennen, die Konkurrenz beobachtend. Foto: Bettina Morgenroth
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Fiete aus Schleswig-Holstein gewinnt die ersten Deutschen Dackel-Meisterschaften. Ausgerichtet wurden diese in Magdeburg. Sein Herrchen heißt Theo und ist neun Jahre alt. Das ist ihre Geschichte.

Es war früher am Freitagmorgen, als Theo und sein treuer Dackel „Fiete“ in Richtung Magdeburg aufbrachen. Was als einfaches Abenteuer begann, sollte sich für das unzertrennliche Duo als ein unvergessliches Erlebnis entpuppen. Sie reisten nicht nur zu den ersten Deutschen Dackel-Meisterschaften, sondern auch zu einem ganz besonderen Tag für Theo – es war sein neunter Geburtstag.

Fiete, der (fast) vierjährige Dackel aus Tornesch im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, war in der Familie schon längst ein kleiner Star. „Fiete ist nicht nur schnell, er ist ein echtes Energiebündel“, erzählt Theo mit leuchtenden Augen. Der Dackel, der seit seinem sechsten Lebensmonat bei Theo lebt, hat in den drei Jahren viel erlebt.

Einmal sei Fiete ausgebüxt und sei Theo auf seinem Weg zur Schule hinterhergelaufen. „Mama musste ihn holen. Aber Fiete fand das ziemlich lustig“, lacht Theo. Und die Kinder, die den Jungen zur Schule begleiteten, fanden auch Spaß am kleinen Dackel.

Fiete ist nicht nur der schnellste Hund im Hundewald, wo er und Theo zuweilen bis zu drei Stunden verbringen, sondern auch ein leidenschaftlicher Ballspieler. Und auch bei den ersten Rennen, die der Dackel in Tornesch lief, zeichnete sich schon früh ab, dass der kleine Hund ein echtes Rennwunder ist. „Er ist viel schneller als ich. Auf 40 Metern schafft es sogar der schnellste Mensch der Welt nicht, ihn einzuholen“, sagt Theo stolz.

Was Fiete so besonders macht? Vielleicht ist es seine unerschütterliche Entschlossenheit und die enge Bindung zu Theo. Egal, ob beim Fahrradfahren, wo Fiete ihm schon mal in die Beine zwickt, wenn zu früh aufgehört wird beim Gassigehen, oder beim Kuscheln im Bett am Morgen – die beiden verstehen sich blind.

„Fiete kommt immer zu mir ins Bett, aber sonntags schläft er länger. Da stehen wir später auf“, erklärt Theo und schaut seinen Hund an, der beim Gespräch mit uns natürlich dabei ist.

Doch trotz seines beachtlichen Tempos hat Fiete auch seine Eigenheiten. Besonders vor Wasser hat der flinke Dackel Angst. Ein Erlebnis, das seine Familie nie vergessen wird, war der Ausflug zur Ostsee. „Die Wellen waren ihm zu viel, und er hat richtig laut gebellt“, erinnert sich Theo. Fiete ist eben ein Dackel mit Persönlichkeit. Der lässt nicht alles mit sich machen.

Das spiegelt sich auch in seinen Ernährungsgewohnheiten wider. Fiete frisst ausschließlich Pferdefleisch – als Trockenfutter. Das aber hat einen eher ernsten Hintergrund. Wenn ihm Rindfleisch vorgesetzt wird, reagiert der Dackel mit Hustenanfällen. Die Familie und auch der Tierarzt vermuten einen Zusammenhang.

Kann der irgendwann ausgeschlossen werden, sei es aber fraglich, ob Fiete zum normalen Futter zurückkehrt. Er habe sich an sein jetziges gewöhnt, sagt Mutter Kropidlowski. Warum normal, wenn auch teuer geht …

Für Theo war die Teilnahme an den Dackel-Meisterschaften in Magdeburg von Freitag, 27. Juni, bis Sonntag, 29. Juni, ein Herzenswunsch. Er hatte sich den Wettbewerb zu seinem 9. Geburtstag gewünscht. Die Familie reiste also nach Magdeburg und fand sich in einem Hotel wieder, das ausschließlich Dackelfamilien zu beherbergen schien. „Überall unter den Tischen bellten ausschließlich Dackel“, schmunzelt Mutter Barbara Kropidlowski.

Der Wettkampf selbst war spannend. Zunächst qualifizierte sich Fiete mit einem beeindruckenden Vorsprung im Vorlauf. „Er hat den ersten Lauf mit großem Abstand gewonnen“, erzählt Theo. Doch dann kamen die Halbfinals – und der wahre Wettkampf begann.

Im Finale musste das Rennen zweimal wiederholt werden, da die Zeiten so knapp waren, dass kein eindeutiger Sieger feststand. Aber letztlich war es Fiete, der als Erster die Ziellinie überquerte und dabei das Rennen in nur 5,6 Sekunden für sich entschied.

„Ich wusste, dass er es schaffen würde“, sagt Theo. „Ich kenne seine Stärken. Und es war so aufregend, ihn im Rennen zu sehen. Als Fiete gewonnen hat, wusste er sofort, dass er etwas Besonderes geschafft hat.“ Theo ist sich sicher: Fiete ist nicht nur der schnellste Dackel, er ist auch der treueste.

Der Sieg in Magdeburg brachte nicht nur Ruhm und Schleifchen, sondern auch eine Einladung nach Regensburg, ins dortige Dackelmuseum – ein weiteres Highlight für die Familie.

„Es war ein ganz besonderer Moment“, erzählt Theo, „und alle aus meiner Klasse wollen unbedingt mitkommen, wenn wir 2026 wieder in Magdeburg sind.“ Denn das nächste Ziel für Theo und Fiete steht schon fest: die Europameisterschaft für den schnellsten Dackel. Der Fankreis des Dackels aus Tornesch hat sich also erweitert. Sicher eine Herausforderung auch für Vater Colin von Seth.

„Fiete hat nach dem Rennen richtig lange Streicheleinheiten bekommen“, sagt Theo noch. Für ihn steht fest: „Aber das war nicht das Ende. Es ist erst der Anfang.“

Ein Team wie Theo und Fiete gibt es wohl nur einmal. Sie haben zusammen schon so viel erlebt, und ihre Reise hat gerade erst begonnen. Nächste Etappe ist also erneut Magdeburg. Fiete ist dann fünf, Theo zehn. Ein Jahr älter, noch ein Jahr weiser – gut für den sportlichen Vergleich, wenn die besten Dackel des Kontinents an den Start gehen.

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