Hannover Polizeieinsatz: Schutz von AfD-„Kinderschutzkongress“ kostete 100.000 Euro
Weil zahlreiche Organisationen zu Protesten aufgerufen hatten, musste ein großes Polizeiaufgebot den „Kinderschutzkongress“ der AfD in Hannover schützen. Die Kosten von 100.000 Euro übernimmt die Landeshauptstadt.
Dass die Stimmung beim AfD-„Kinderschutzkongress“ angespannt sein würde, war bereits im Vorfeld klar gewesen. Dutzende Organisationen hatten zum Protest zur Veranstaltung aufgerufen, mit der die umstrittene AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt die „Frühsexualisierung“ von Kindern verhindern wollte.
Rund 900 Teilnehmer waren zu einer Demonstration vor dem Landtag gekommen, einige von ihnen standen noch Stunden später maskiert vor dem Nebengebäude, in dem der „Kinderschutzkongress“ tagte. Dutzende Polizisten bewachten den Eingang, der auch baulich abgesichert war. Wer hinein wollte, musste durch eine penible Personal- und Sicherheitskontrolle.
Das hatte die Landtagsverwaltung so mit der Polizei und den Veranstaltern vereinbart, „um einen geordneten und möglichst sicheren Ablauf der Veranstaltung zu erreichen“. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Rund 100.000 Euro hat der Polizeieinsatz rund um die Veranstaltung und die Demonstration gekostet, teilte die Polizeidirektion Hannover auf Anfrage mit. Weil der Einsatz noch nicht endgültig abgerechnet ist, wurden einzelne Kostenpunkte teilweise geschätzt. Man werde dem Landtag die Kosten aber nicht in Rechnung stellen.
„Zur Klarstellung: Die Kosten für den Einsatz haben nicht wir verursacht, sondern die Gegendemonstranten!“, sagt Stephan Bothe, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion und einer der Redner beim „Kinderschutzkongress“. Es sei „sogar die Pflicht von gewählten Volksvertretern“ auf gesellschaftliche Probleme und Fehlentwicklungen hinzuweisen, sagt Bothe. „Im Zweifelsfalle muss die Polizei diese Veranstaltungen schützen.“