Wahl im Brookmerland  Neues Sprachrohr für Ältere und Menschen mit Beeinträchtigungen

| | 25.06.2025 18:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht nur für Senioren, sondern auch für behinderte Menschen soll sich der neue Beirat einsetzen. Foto: DPA
Nicht nur für Senioren, sondern auch für behinderte Menschen soll sich der neue Beirat einsetzen. Foto: DPA
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Im Brookmerland gibt es jetzt einen Beirat für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen. Wie er gewählt wurde und was er leisten soll.

Brookmerland - Im Brookmerland ist erstmals in der Geschichte der Samtgemeinde ein Beirat für Senioren und Menschen mit Behinderungen gegründet worden. Die Delegiertenversammlung, die die neue Interessenvertretung wählte, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Hotel „Zur Waage“ in Marienhafe statt. Auch Pressevertreter waren dazu nicht erwünscht. Brookmerlands Ordnungsamtsleiter und stellvertretender Wahlleiter Guido Feldmann verwies den Vertreter dieser Redaktion aus dem Saal. Feldmann war, wie von Teilnehmern zu erfahren war, der einzige Verwaltungsvertreter, der an der Versammlung teilnahm. Gründe, warum das historische Treffen hinter verschlossenen Türen stattfand, wurden nicht genannt. Über das Ergebnis informierte die Verwaltung am Mittwoch per Pressemitteilung.

Demnach waren insgesamt 55 Vereine, Verbände, Organisationen und Initiativen aus der Samtgemeinde eingeladen, Delegierte zu entsenden und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für das Gremium zu benennen. Zusätzlich war die Öffentlichkeit per öffentlicher Bekanntmachung zur Mitwirkung und Kandidatur aufgerufen worden.

Sieben statt neun Mitglieder

Die Resonanz war übersichtlich: Laut Mitteilung folgten sechs Delegierte sowie sieben Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für die Wahl zum Beirat zur Verfügung stellten, der Einladung. Folgende Personen seien in den Beirat gewählt worden: Manuel Dirks (Rechtsupweg), Hermann Aeilts (Osteel), Heike Schruhl (Wirdum), Meike Teichert (Marienhafe), Carl Wilts (Rechtsupweg), Martina Steiner (Marienhafe), Alfred Janssen (Upgant-Schott). Damit ist der erste Senioren- und Behindertenbeirat kleiner als vorgesehen. Ursprünglich war ein neunköpfiges Gremium geplant (wir berichteten).

Die konstituierende Sitzung des neu gewählten Beirates ist laut Verwaltung für Montag, 18. August, terminiert. Bei dem Treffen werde das Gremium seine Arbeit aufnehmen und aus den eigenen Reihen einen Vorstand wählen.

Die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirats: Alfred Janssen (von links), Carl Wilts, Martina Steiner, Meike Teichert, Hermann Aeilts, Heike Schruhl und Manuel Dirks. Foto: Samtgemeinde Brookmerland
Die Mitglieder des Senioren- und Behindertenbeirats: Alfred Janssen (von links), Carl Wilts, Martina Steiner, Meike Teichert, Hermann Aeilts, Heike Schruhl und Manuel Dirks. Foto: Samtgemeinde Brookmerland

Wie mehrfach berichtet, sollte der Beirat für Senioren und Menschen mit Behinderungen deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung im Brookmerland vertreten und in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Laut Pressemitteilung der Verwaltung habe der Beirat die Aufgabe, „als beratendes Gremium in kommunalpolitische Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden“ und dabei „als Sprachrohr“ für die Anliegen älterer Menschen sowie von Menschen mit Behinderungen zu fungieren.

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben erhalte der Beirat das Recht, mit beratender Stimme an Sitzungen folgender Fachausschüsse des Samtgemeinderates teilzunehmen: Ausschuss für Soziales, Integration und Sport, Bauausschuss, Finanz- und Wirtschaftsausschuss (im öffentlichen Teil), Ausschuss für Klima-, Umwelt- und Artenschutz und Feuerwehrausschuss. Mit der Einrichtung des Beirates setze die Samtgemeinde Brookmerland „ein wichtiges Zeichen für Teilhabe, Mitbestimmung und Inklusion“ und stärke die politische Mitwirkung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus. Der Beirat solle künftig als „Impulsgeber für eine senioren- und behindertengerechte Weiterentwicklung der Samtgemeinde“ wirken.

Der neue Beirat für Senioren und Behinderte tritt an die Stelle des bisherigen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Hermann Rühaak, der dieses Amt seit 2010 bekleidete und 2024 zurückgetreten war. Foto: Thomas Dirks
Der neue Beirat für Senioren und Behinderte tritt an die Stelle des bisherigen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Hermann Rühaak, der dieses Amt seit 2010 bekleidete und 2024 zurückgetreten war. Foto: Thomas Dirks

Der Beirat für Senioren und Behinderte tritt an die Stelle des bisherigen ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten Hermann Rühaak, der 2024 zurückgetreten war.

Der Versuch, erstmals auch einen Jugendbeirat zu gründen, war in der vergangenen Woche gescheitert (wir berichteten). Die Delegiertenversammlung wurde wegen einer „zu geringen Beteiligung der Delegierten“, wie es hieß, kurzfristig abgesagt.

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