Hannover  Massiver Polizeischutz nötig, um AfD-„Kinderschutzkongress“ zu schützen

Jonas E. Koch
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Von Jonas E. Koch
| 25.06.2025 15:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Protest gegen den „Kinderschutzkongress“ der AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Foto: dpa/ Michael Matthey
Protest gegen den „Kinderschutzkongress“ der AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Foto: dpa/ Michael Matthey
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Dutzende Polizisten schützten am Wochenende den „Kinderschutzkongress“ in Hannover, weil Hunderte Demonstranten gegen die Veranstaltung mobilisiert hatten. Wer trägt die Kosten?

Ein massives Polizeiaufgebot schützte am vergangenen Wochenende die 135 Teilnehmer des „Kinderschutzkongress“ der AfD-Fraktion im niedersächsischen Landtag. Auch einige AfD-Bundestagsabgeordnete wie Beatrix von Storch waren anwesend, um einer vermeintlichen „Frühsexualisierung“ von Kindern und einer ausgemachten „Verharmlosung von Pädophilie“ den Kampf anzusagen.

Polizei und Landtag würden „stets ein lageangemessenes Vorgehen abstimmen“, erklärte die Polizei. Im Fall des „Kinderschutzkongresses“ habe die Veranstaltung im Vorfeld „für große Aufmerksamkeit gesorgt“. Unter anderem der Kinderschutzbund hatte der AfD im Vorfeld vorgeworfen, den Begriff Kinderschutz zu instrumentalisieren und Ängste zu schüren. Die Grünen und verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen hatten zu einer Gegendemonstration vor dem Landtag aufgerufen, zu der rund 900 Menschen gekommen waren.

Die Polizei war deshalb mit einem großen Aufgebot vor Ort. Wie viele Polizisten genau im Einsatz waren, wollte die Polizei Hannover „aus einsatztaktischen Gründen“ nicht verraten. Rund 25 Polizisten sicherten allein den Eingang zur Veranstaltung und führten Taschenkontrollen durch, weitere Einsatzkräfte beaufsichtigten die Protestierenden vor dem Landtagsgebäude.

„Dafür sind wir dankbar, damit wir uns auch sicher fühlen“, sagte AfD-Pressesprecher Frank Horns.

„Die Gegendemonstranten rufen wir auf, sich deutlich von den Pädophilen-Gruppierungen zu distanzieren, die ebenfalls zur Teilnahme an ihrer Veranstaltung aufgerufen haben“, forderte die AfD-Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt, die den „Kinderschutzkongress“ initiiert hatte.

Unmittelbar vor einem Nebengebäude, in dem der „Kinderschutzkongress“ stattfand, versammelten sich später laut Polizei zudem spontan rund 70 Personen, die größtenteils auch maskiert waren. Zu Vorfällen kam es nicht.

Auch AfD-Parteitage müssen in Niedersachsen regelmäßig von einem massiven Polizeiaufgebot geschützt werden. Bei Veranstaltungen anderer Parteien und Fraktionen ist das üblicherweise nicht nötig. Was der Einsatz gekostet hat, „erfordert eine aufwändigere Recherche“, erklärte die Polizei Hannover auf Anfrage. Eine genaue Summe könne man aktuell noch nicht nennen. Die Kosten für den Einsatz rund um den „Kinderschutzkongress“ übernimmt die Stadt Hannover.

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