Berlin „Wir sind Prepper“: Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee verraten, wie sie wohnen
Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee wohnen mal in L.A., mal in Berlin und mal auf einem Bauernhof in Brandenburg. Im Interview zu ihrem Netflix-Film „Brick“ öffnen sie den Blick in ihre Wohnungen.
Ruby O. Fee und Matthias Schweighöfer sind nicht nur ein Paar – im Netflix-Film „Brick“ spielen sie auch eins. In dem Thriller sperrt eine mysteriöse Macht die beiden in ihrem Haus ein. Auch ohne eine solche Intrige kann das gemeinsame Wohnen eine Herausforderung sein. Im Interview erzählen Schweighöfer und Fee, wer bei ihnen daheim das Geschirr wegräumt, was ihr Obstgarten so hergibt und ob der gemeinsame Hund Cosmo mit ins Bett darf.
Frage: In Ihrem neuen Film werden Sie in der eigenen Wohnung eingemauert. Wenn das wirklich passieren würde: Wie lange könnten Sie mit dem überleben, was Sie im Kühlschrank haben?
Antwort: Matthias Schweighöfer: Wir sind Prepper. Die nächsten 25 Jahre könnten wir gut überleben. Es ist alles da: Gas, Benzin, vor allem horten wir Klopapier. Davon haben wir am meisten.
Antwort: Ruby O. Fee: Und wir haben sehr viele Nudeln im Schrank.
Antwort: Schweighöfer: Man muss aber dazu sagen: Solange Ruby da ist, würden wir sowieso jede Krise überleben. Selbst wenn gar nichts im Kühlschrank ist. Das sagen alle.
Beim Interview hatten Ruby O. Fee und Matthias Schweighöfer ihren Hund dabei. Wer der Meinung ist, dass Cosmo einen eigenen Insta-Account kriegen sollte, stimmt hier mit Ja:
Frage: Wegen irgendwelcher Superfähigkeiten? Oder weil Sie Ruby einfach aufessen würden? Ruby, was bringt Sie besser durch Krisen als alle anderen?
Antwort: Fee: Matthias, eigentlich müsstest du mir mal erzählen, warum ihr das alle denkt.
Antwort: Schweighöfer: Ruby hat den eingebauten Survival-Mode. Sie hat schon überall survived: im Dschungel, in der Wüste, auf einsamen Inseln.
Antwort: Fee: Mit meiner Mutter habe ich wirklich auf einer einsamen Insel gelebt, zweimal für je ein halbes Jahr. Das erste Mal war ich so etwa sechs, beim zweiten Mal acht. Da haben wir uns in einer etwas größeren Gruppe mehr oder weniger selbstversorgt. Wir verraten natürlich nicht wo das war, damit es einsam bleibt. Es gab da einen Menschen, der sich eine Höhle komplett ausgebaut hat, mit dem, was es auf der Insel halt gab: Er hatte sich einen ganz glatten Boden aus Holz und Ziegenmist gemacht.
Frage: Und Sie selbst können jetzt – was? Regenwasser aufbereiten und mit Zunderpilzen Feuer machen?
Antwort: Fee: Ja, schon. Wir haben damals aus Lehm einen Pizzaofen gebaut. Wir hatten einen Wasserfilter und haben uns einen Trinkwasser-Brunnen gebaut. Ich habe kleine Fische geangelt und auf heißen Steinen gebraten.
Frage: Ob Sie wirklich Prepper sind, überprüfen wir jetzt mal mit der Vorratsliste, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt: Trockenfleisch, Trockenwurst, Nüsse und Zwieback sowie Konserven mit Obst, Gemüse, Fleisch und/oder Fisch. Was davon essen Sie gern?
Antwort: Schweighöfer: Ein guter Dosenfisch mit Tomatensauce schmeckt schon geil.
Antwort: Fee: Erzähl mal unser Lieblingsrezept!
Antwort: Schweighöfer: Thunfisch-Toast mit Trüffelbutter und Zwiebeln. Supergeil.
Antwort: Fee: Es müssen aber eingelegte Zwiebeln sein, am besten selbstgemachte.
Frage: Sie haben oder hatten mal einen Vierseithof in Brandenburg. Könnten Sie sich da vom eigenen Acker ernähren?
Antwort: Schweighöfer: Wir haben einen gemeinsamen Vierseithof. Und tatsächlich: Wenn wir Lust hätten, könnten wir uns davon ernähren. Wir haben Süßkirschen, Himbeeren, Heidelbeeren, Äpfel, Birnen, sogar Zitronen und Melonen.
Antwort: Fee: Wir haben auch ein Beet, wo man all diese Gemüsesorten anbauen könnte. Da wachsen bislang aber nur Kräuter.
Frage: Was hat Sie aufs Land gezogen?
Antwort: Schweighöfer: Es ist schon ganz lange her, dass ich den Hof gekauft habe. Er gehörte vorher schon jemandem aus der Kulturbranche und ich musste ihn nicht erst ausbauen. Auf allen drei Scheunen waren neue Dächer. Als Ruby und ich dann zusammengekommen sind, haben wir angefangen, am Grundstück zu arbeiten. Und jetzt ist es einfach schön, so was zu haben – für uns, für die Kids, für den Hund. Die Natur ist für Menschen ja sehr, sehr wichtig.
Ruby O. Fee und Matthias Schweighöfer im Trailer zum Netflix-Film „Brick“:
Frage: Vierseithof bedeutet, dass um einen Hof herum nicht weniger als vier Gebäude stehen. Wie füllt man so viel Wohnfläche?
Antwort: Schweighöfer: Das gebe ich mal an Ruby ab. Sie liebt es, die Dinge zu füllen.
Antwort: Fee: Der Hof ist ein kreativer Space. Die Autoren kommen vorbei und wir schreiben an Drehbüchern. Wir können Filme da auch schneiden. Das braucht schon Platz.
Antwort: Schweighöfer: Wir haben alles so ausgebaut, dass da wirklich viele Leute in Teams arbeiten können. Es ist wie ein Hotel.
Frage: Eine Stadtwohnung haben Sie vermutlich trotzdem noch?
Antwort: Fee: Genau, wir leben auch in Berlin und in L.A.
Frage: Wie unterscheidet sich das Wohnen in L.A. vom Vierseithof? Mietet oder kauft man dort?
Antwort: Schweighöfer: Wir haben gemietet. Und der Unterschied ist gar nicht so groß: Alle unsere Freunde sagen, dass es überall so aussieht wie auf dem Hof. Eingerichtet hat nämlich alles Ruby und man erkennt den Stil sofort wieder. In L.A. riecht es allerdings anders als auf dem Land. Und ab und an kommt ein Kolibri vorbeigeflogen. Aber letztendlich geht es ja sowieso um die Menschen, die sich in diesen Räumen treffen.
Frage: Waren Sie in Kalifornien auch von den Waldbränden betroffen?
Antwort: Fee: Wir waren zu der Zeit nicht in L.A. Aber ja: Unser Haus lag im Evakuierungsbereich. Zum Glück ist nichts passiert.
Antwort: Schweighöfer: Wir kennen Leute, die ihr Haus verloren haben. Denen haben wir unsere Wohnung zum Ausweichen angeboten. Das war dann aber gar nicht nötig. Es gab eine enorme spontane Hilfsbereitschaft.
Frage: Eine gemeinsame Wohnung ist für Paare auch dann eine Herausforderung, wenn man nicht gleich, so wie im Film, miteinander eingemauert wird. Haben Sie Gewohnheiten, mit denen Sie den anderen quälen?
Antwort: Fee: Matthias ist eigentlich ein sehr ordentlicher Mensch. Und dadurch bin auch ich noch viel ordentlicher geworden. Wir lassen uns aber unsere Freiheiten. Ich stelle schmutzige Schüsseln zum Beispiel gern neben das Waschbecken und packe das dann später in die Spülmaschine. Bei Matthias wären die gleich weg.
Frage: Bei uns steht schmutziges Geschirr nicht neben, sondern im Waschbecken. Wenn ich kochen will, muss ich alles erstmal freiräumen.
Antwort: Schweighöfer: Bei uns ist das natürlich genauso. Rubys Bericht war da noch ein bisschen geschönt. Der Geschirrspüler steht direkt neben dem Waschbecken. Es wäre überhaupt keine Arbeit, alles gleich wegzuräumen. Aber weil das Waschbecken so hoch ist, fällt Geschirr darin erstmal nicht auf. Man kann eine ganze Weile stapeln, bis man was sieht.
Antwort: Fee: Aber ich staple ja nicht.
Antwort: Schweighöfer: Du stapelst.
Antwort: Fee: Ich schwöre: Stapeln tu ich nicht. Höchstens zwei oder drei Sachen.
Antwort: Schweighöfer: Eigentlich lieben wir beide Ordnung und Struktur. Vielleicht bin ich etwas zu diszipliniert. Ruby ist mein Korrektiv.
Frage: Darf der Hund mit ins Bett?
Antwort: Schweighöfer: Au ja, lasst uns über Cosmo reden.
Antwort: Fee: Als wir den Hund geholt haben, haben wir vorher abgemacht, wie wir als Hundeeltern sein wollen. Und eins stand für uns beide fest: Cosmo darf nicht ins Bett.
Antwort: Schweighöfer: Beim Hund sind wir uns eigentlich von vorne bis hinten einig. Ruby hat sich intensiv damit beschäftigt, welche Hunderasse überhaupt infrage kommt. Wir haben Allergiker im Haus. Und so kamen wir auf Cosmos Rasse. Er ist ein Cavapoo, das ist ein Mix aus einem Cavalier King Charles Spaniel und einem Pudel.
Antwort: Fee: Unsere Hundetrainerin sagt, dass er ein ganz besonderer Hund ist. Er soll einen krassen Charakter haben, ungewöhnlich ruhig und komplett in seiner inneren Mitte. Vielleicht sagt sie das aber auch jedem.
Frage: Und ist er ein Rüde? Cosmo klingt männlich.
Antwort: Schweighöfer: Ist er. Wir hatten eine Liste mit allen möglichen Namen und konnten uns nicht entscheiden. Am Ende haben wir ihm mehrere Namen gegeben. Vollständig heißt er Cosmo Chili Gonzales.
Frage: Mit vielen Namen kennen Sie sich ja aus. Sie selbst, Frau Fee, heißen laut Wikipedia Ruby Moonstone Camilla Willow Fee. Stimmt das alles? Und war es in der Kindheit immer leicht, all diese Namen erklären zu müssen?
Antwort: Fee: Zu meinen Namen hatte ich immer eine liebevolle Verbindung. Ich kann zu jedem eine Geschichte erzählen. Und ich muss sie ja nicht immer alle aufzählen. Normalerweise stelle ich mich als Ruby vor. Da gibt‘s keine Nachfragen.
Frage: Nur was das O in Ruby O. Fee bedeutet, scheint geheim zu sein.
Antwort: Fee: Genau. Und das bleibt es auch.
Frage: „Brick“ ist nicht Ihr erster gemeinsamer Film, aber der erste, in dem Sie ein Paar spielen. Stimmt das?
Antwort: Schweighöfer: Stimmt. Ruby wurde als erstes angefragt. Ich kannte die Produzenten aber auch, weil wir damals zusammen „Friendship!“ gemacht haben. Und irgendwann kamen sie auf die Idee, mich zu fragen: Matthias, wie wär‘s? Könntet ihr euch das auch zusammen vorstellen? Das fand ich sofort gut. Weil es hieß, dass wir den Winter zusammen in Prag verbringen und arbeiten, ohne uns dabei zu trennen.
Frage: Für Netflix haben Sie, Matthias, schon den Zombie-Film „Army of the Dead“ gemacht und danach, als Regisseur und Hauptdarsteller, auch „Army of Thieves“ – den dann auch gemeinsam mit Ruby. Das haben Leute auf der ganzen Welt gesehen. Was hat sich danach verändert?
Antwort: Schweighöfer: Netflix hat mein Leben total verändert. Ohne Netflix wäre ich jetzt nicht da, wo ich bin. Die Leute von Netflix sind für mich zur kreativen Familie geworden. Und Ruby ist mit „Army of Thieves“ zum zweiten Mal auf der IMDb-Pro-List auf die Eins gegangen.
Frage: Was das bedeutet, müssen Sie erklären.
Antwort: Schweighöfer: IMDb.com ist ein Film-Branchendienst. Und diese „Pro-Liste“ zeigt an, welcher Schauspieler bei denen gerade am häufigsten gesucht wird. Ruby hatte das schon einmal mit „Polar“ geschafft. Und mit „Army of Thieves“ gleich noch mal. Das ist der absolute Wahnsinn. Weil es heißt: Du bist gerade der meistgesuchte Schauspieler. Die Leute haben dich gesehen und jetzt wollen alle wissen: Wer ist die Frau? Was hat die noch gemacht?
Frage: Für Netflix arbeiten bedeutet auch, international wahrgenommen werden. Ihre letzten Streaming-Produktionen haben Sie immer in der Late Show von Jimmy Fallon beworben. Werden Sie da diesmal gemeinsam sitzen?
Antwort: Schweighöfer: Das wäre ein Traum. Meine amerikanische Presseagentin hatte mich damals gefragt, was ich mir für die Promo-Tour vorstellen könnte. Zu Jimmy Fallon zu gehen, war mein größter Wunsch. Den habe ich mir immer wieder angeguckt, als ich mich mit dem amerikanischen Humor und Rhythmusgefühl beschäftigt habe. Weil ich diese Art der Comedy auch in meinen Filmen hinkriegen will. Und es hat funktioniert: Als ich bei Jimmy Fallon saß, haben wir spontan getanzt – und danach meinte er: Matthias, dein Timing ist krass – das funktioniert alles, auch international. Ruby war damals hinter den Kulissen mit dabei und hat mich angefeuert.
Frage: Was für eine Geschichte bringen Sie mit, falls Sie jetzt noch einmal gemeinsam eingeladen werden?
Antwort: Schweighöfer: Wahrscheinlich würden wir wieder tanzen. Ruby hat so einen Move, den sie zuhause immer vorführt. Ich liebe es, wenn sie diesen Tanz macht. Der ist so bescheuert – damit kriegt sie mich aus jeden Stimmungstief zurück in die gute Laune. Und ich weiß genau: Wenn Jimmy das dann nachtanzen müsste, würde er sofort sagen: Okay, let‘s rock!