Osnabrück  Laura Karasek über ihren neuen Podcast – und warum True Crime besonders Frauen fasziniert

Frank Jürgens
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Von Frank Jürgens
| 23.06.2025 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 6 Minuten
Laura Karasek im Studio bei Aufnahmen zum neuen Audible-Podcast „Ermittlungen im Detail“. Foto: Dirk Mathesius / Audible
Laura Karasek im Studio bei Aufnahmen zum neuen Audible-Podcast „Ermittlungen im Detail“. Foto: Dirk Mathesius / Audible
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„Ermittlungen im Detail“ heißt der neue True-Crime-Podcast bei Audible mit Laura Karasek. Lesen Sie im Interview unter anderem, wieso sich gerade Frauen so für das Genre interessieren.

Laura Karasek wurde 1982 in Hamburg als Tochter der Theater- und Literaturkritikerin Armgard Seegers und des Literaturkritikers und Publizisten Hellmuth Karasek geboren. Schon während ihrer Arbeit in einer Wirtschaftskanzlei begann die Juristin zu schreiben. Nicht nur Kolumnen für „Stern“, „Bild“ und „Playboy“, sondern auch ihren ersten Roman.

Mittlerweile macht sie Podcasts, moderiert Quizshows und tritt auch schon mal in einer Nebenrolle im „Traumschiff“ auf. Anlässlich ihrer neuen zwölfteiligen True-Crime-Podcastreihe „Ermittlungen im Detail“, die am 30. Juni bei Audible veröffentlicht wird, spricht sie im Interview mit unserer Redaktion nicht nur über den Stellenwert von Jura und die Bedeutung von True-Crime-Formaten für Frauen, sondern auch über ihre Diabetes-Erkrankung und andere prägende Ereignisse in ihrem Leben.

Frage: Guten Tag, Frau Karasek. Sie sind Juristin, Moderatorin, Schriftstellerin und noch vieles mehr. Mittlerweile haben Sie sich in der Medienlandschaft als feste Größe etabliert. Wie empfinden Sie selbst diesen Wandel in Ihrem Berufsleben?

Antwort: Wenn Sie das so formulieren, nehme ich das gerne an. Es ist schön zu sehen, wie sich meine verschiedenen Interessen und Leidenschaften miteinander verweben. Jede Rolle, die ich einnehme, bringt ihre eigenen Herausforderungen und Freuden mit sich, aber sie sind alle miteinander verbunden. Meine juristischen Kenntnisse fließen nicht nur in meine Medienarbeit ein, sondern bereichern auch meine schriftstellerischen Projekte.

Frage: In den letzten Jahren sind Sie auch in der „NDR Quizshow“ sowie in der Sat.1-Quizshow „Darf ich das?“ zu sehen gewesen, in der es um rechtliche Alltagsfragen geht. Ist das eine Rückkehr zu Ihren Wurzeln als Juristin?

Antwort: Ja, das kann man so sagen (lacht). Es ist faszinierend, dass ich bei Sat.1 die Möglichkeit habe, alltägliche Rechtsfragen spielerisch aufzugreifen. Insbesondere das True-Crime-Format, an dem ich nun arbeite, erlaubt es mir, das Strafrecht auf eine sehr spannende Weise zu präsentieren. Recht ist omnipräsent und betrifft uns alle. Es ist wichtig, es in einem Kontext darzustellen, der sowohl informativ als auch unterhaltsam ist.

Frage: Womit wir bei Ihrem neuen Podcast „Ermittlungen im Detail“ angekommen sind. Wie sind Sie zu diesem Projekt gekommen?

Antwort: Ich wurde glücklicherweise von Audible angesprochen. Ihre Podcasts sind von hoher Qualität, und da ich in der Vergangenheit als Juristin tätig war, war es eine wunderbare Gelegenheit für mich, meine Expertise in ein neues Format einzubringen.

Antwort: Während meiner Studienzeit habe ich auch in der Staatsanwaltschaft gearbeitet und habe immer ein starkes Interesse an kriminologischen Fragestellungen gehabt. Die Erkundung menschlicher Abgründe und die psychologischen Motive hinter schwerwiegenden Verbrechen begeistern mich.

Frage: In diesem Podcast behandeln Sie auch bekannte Mordfälle wie die Teppichleichen in Frankreich oder den U-Boot-Mord an einer Journalistin. Was macht diese Fälle für Sie so besonders?

Antwort: Der U-Boot-Mord hat mich persönlich sehr berührt. Es ist unfassbar, wie schnell sich die Situation für die Journalistin gedreht hat. Sie ging an Bord, um einen Künstler zu begleiten, und wurde dann Opfer eines Verbrechens. Die Idee, wie ein Mensch in einen solchen Abgrund fallen kann, wie Lügen und Ausreden sich aufbauen, ist fesselnd und verstörend zugleich. Es ist mir wichtig, solche Schicksale aufzuzeigen und zu reflektieren.

Frage: Inwiefern unterscheidet sich „Ermittlungen im Detail“ eigentlich von anderen Ture-Crime-Formaten?

Antwort: Wir setzen den Fokus stark auf die Arbeit der Ermittler, die oft im Schatten der Grausamkeiten steht. Natürlich betrachten wir auch die psychologischen Aspekte der Täter, aber das Handwerk der Polizei und der Staatsanwaltschaft stellt den Kern des Podcasts dar. Durch meinen juristischen Hintergrund kann ich die Abläufe differenzierter betrachten und beleuchten. Ich hoffe, dass der Podcast nicht nur zu Herzen geht, sondern auch zum Lernen anregt.

Frage: Das True-Crime-Genre floriert seit Jahren, insbesondere unter Frauen. Was denken Sie, warum das so ist?

Antwort: Das liegt meiner Meinung nach an mehreren Faktoren. Viele Frauen hören True-Crime-Podcasts aus einem präventiven Interesse, um zu verstehen, wie sie sich in gefährlichen Situationen verhalten können. Zudem gibt es den psychologischen Aspekt: Was treibt Menschen dazu, solch extreme Taten zu begehen? Es ist wichtig, diese Themen offen zu diskutieren, um ein Bewusstsein für Gefahren zu schaffen.

Frage: Wieso haben Sie eigentlich Ihren Job als Juristin aufgegeben? War es für Sie zu langweilig?

Antwort: (Lacht) Ganz und gar nicht. Ich habe meine Zeit als Anwältin geliebt, aber ich wollte neue Wege einschlagen. Der Tod meines Vaters und die Geburt meiner Zwillinge waren prägende Ereignisse für mich. Sie haben mir die Dringlichkeit vor Augen geführt, meine Träume zu verwirklichen und nicht zu zögern. Es war kein Schritt weg von der Juristerei, sondern ein Schritt in neue, spannende Richtungen.

Frage: Ihre ersten literarischen Schritte haben Sie 2012 mit dem Roman „Verspielte Jahre“ unternommen. Was bedeuten Ihnen Ihre Eltern für Ihr Schreiben?

Antwort: Ich habe meinen Eltern nie verheimlicht, dass ich schreibe. Im Gegenteil, ich habe ihnen als Erstes mein Manuskript angeboten und ihre Meinung eingefordert. Ihre Unterstützung und die Bestätigung, dass ich das Talent habe, das ich brauche, haben mir sehr viel bedeutet. Es war mir wichtig, die Erfahrungen meiner Generation festzuhalten und über Beziehungen und die Ängste junger Menschen zu reflektieren.

Frage: Ein weiteres zentrales Thema in Ihrem Leben ist Ihre Diabetes-Diagnose. Da waren Sie eine Teenagerin. Wie haben Sie auf diese Herausforderung reagiert?

Antwort: Ich habe zunächst trotzig reagiert, wie es Teenagern oft eigen ist. Rückblickend bin ich der Krankheit jedoch dankbar, da sie mir eine andere Perspektive auf das Leben eröffnet hat. Sie hat mir meine Verletzbarkeit vor Augen geführt und mir einen positiven Lebensdrang gegeben. Ich wollte das Leben in seiner Intensität erleben, solange ich kann.

Frage: Haben Sie das Leben mit Diabetes für sich akzeptiert?

Antwort: Ja, es ist ein Teil meines Lebens geworden. Manchmal wünsche ich mir, es wäre nicht so, aber die Akzeptanz hat mir geholfen, demütig zu bleiben. Ich bin dankbar dafür, was ich tun kann, und versuche, das Beste aus meiner Situation zu machen.

Frage: Zum Abschluss, Frau Karasek, was dürfen wir als Nächstes von Ihnen erwarten?

Antwort: Das NDR-Quiz wird weiterhin jeden Sonntag ausgestrahlt bis zum Sommer, und im Herbst erwarten uns bereits neue Folgen. Ich habe viele Pläne und hoffe, noch viele spannende Sendungen moderieren zu dürfen. Auch ein Musikalbum reizt mich, und ich freue mich darauf, den Podcast fortzusetzen. Es gibt so viele Möglichkeiten, und ich möchte diese nutzen, um weiterhin kreative Wege zu finden. Meine Träume und Wünsche werden mich immer antreiben, denn Stillstand wäre schließlich langweilig.

Frage: Frau Karasek, haben Sie vielen Dank für das Interview!

„Ermittlungen im Detail“. Zwölfteilige Podcast-Reihe. Ab 30. Juni bei Audible.

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