Tag der Daseinsvorsorge  Wie dieser Mann für sauberes Wasser aus dem Hahn sorgt

| | 21.06.2025 08:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hinrich Saathoff mit einem Verbindungsstück für Rohre im Materiallager des Siegelsumer Wasserwerks. Foto: Romuald Banik
Hinrich Saathoff mit einem Verbindungsstück für Rohre im Materiallager des Siegelsumer Wasserwerks. Foto: Romuald Banik
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Hinrich Saathoff aus Rechtsupweg ist Rohrleitungsbauer und schon ganz lange mit dabei, für sauberes Wasser bis ins Haus zu sorgen. Warum sein Job so wichtig ist.

Siegelsum - Hinrich Saathoff aus Rechtsupweg kennt fast jede Straße im Landkreis Aurich. Er hätte ein besserer Taxifahrer werden können, sagt der 60-Jährige lachend. Das Besondere ist bei ihm, dass er nicht nur die Straßen kennt, sondern auch die unterirdischen Straßen, nämlich die Leitungen. Saathoff ist Rohrleitungsbauer und arbeitet seit 42 Jahren beim OOWV in der Betriebsstelle Marienhafe, dem Siegelsumer Wasserwerk. Er war einer der ersten Auszubildenden in dem Bereich. Anlässlich des Tags der Daseinsvorsorge, der am 23. Juni begangen wird, erklärt er im Gespräch, warum sein Beruf so wichtig ist.

Regionalleiter Michael Veh des OOWV (links) und Hinrich Saathoff vor dem Gebäude des alten Wasserwerks in Siegelsum. Foto: Romuald Banik
Regionalleiter Michael Veh des OOWV (links) und Hinrich Saathoff vor dem Gebäude des alten Wasserwerks in Siegelsum. Foto: Romuald Banik

700 neue Hausanschlüsse würden jedes Jahr im Landkreis Aurich im Schnitt verlegt, so OOWV-Pressesprecher Heino Hermanns. 57 Kollegen des OOWV sorgten im Landkreis Aurich für die Trinkwasserversorgung. Einer von ihnen ist Hinrich Saathoff. Er hat schon zahlreiche Anschlüsse verlegt oder Rohrbrüche wieder reparieren können. Das handwerkliche Geschick dafür hat er damals in der dreijährigen Ausbildung vermittelt bekommen. Die hat er auch beim OOWV gemacht, bei Meister Otto Müller. Zwei Jahre Tiefbau und ein Jahr Rohrleitungsbau musste er pauken.

Was eine Fahndungssendung mit dem Job zu tun hat

Inzwischen ist Hinrich Saathoff sehr erfahren in seinem Job. „Lass das mal Hinni machen“, ist so einer der Sätze, wenn es mal wieder um etwas kompliziertere Fälle im Joballtag geht. Komplizierte Rohrbrüche oder etwas unwirsche Kunden beim Wasserzählertausch: In seinem Berufsleben hat Saathoff schon so manches erlebt. Nebenbei hat er sich ein dickes Fell zugelegt. Besonders skeptisch seien Kunden etwa, wenn zuvor über falsche Wasserwerker bei „Aktenzeichen XY...ungelöst“ berichtet wurde. Dann werde schon öfter mal an der Haustür der Ausweis verlangt, bevor der Wasserzähler getauscht werden darf.

Das Beste am Job sei aber vor allem, dass er morgens nie wisse, was über Tag auf ihn zukomme. Natürlich hat er seinen Plan, auf dem steht, was abzuarbeiten ist. Zu seinen Aufgaben gehören etwa die Hausanschlüsse zu legen, Wasserzähler zu wechseln, Ventile zu tauschen, Feuerwehr-Unterhydranten zu kontrollieren oder eben Rohrbrüche ausfindig zu machen und zu reparieren. Es gebe immer Ungewissheiten bei dieser Arbeit, so Saathoff.

Manchmal müssen Polizei und Feuerwehr helfen

„Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, weil man die gesamte Funktion des Rohrnetzes verstehen muss“, sagt Regionalleiter Michael Veh. Die Betriebsstellen vor Ort hätten viel Erfahrung. Die hilft auch bei Rohrbrüchen. Wie wird so etwas bemerkt? Entweder es komme ein Anruf. Oder es sind im Wasserwerk untypisch hohe Werte bei der Wasserabgabe. Dann muss die Erfahrung der Rohrleitungsbauer genutzt werden, um zu sehen, woher der Schaden stammen könnte. 2500 Kilometer Trinkwasserleitungen gibt es im Landkreis Aurich.

Zwischen den großen Pumpen steht Hinrich Saathoff eher selten. Meist ist er unterwegs und kümmert sich um die Rohre, die unter der Erde liegen. Foto: Romuald Banik
Zwischen den großen Pumpen steht Hinrich Saathoff eher selten. Meist ist er unterwegs und kümmert sich um die Rohre, die unter der Erde liegen. Foto: Romuald Banik

Einen besonderen Einsatz hat Hinrich Saathoff noch im Kopf. Ein Längsriss von mehreren Metern in der Bahnhofsstraße in Norden. Das Wasser kam raus, die Stelle sollte eigentlich abgesperrt sein. „Die Leute fuhren einfach immer weiter, bis die Polizei und Feuerwehr uns geholfen haben“, erzählt Hinrich Saathoff. Auch Einsätze, wenn Großkunden aus Gastronomie, Landwirtschaft oder Hotels betroffen waren, sind immer so eine besondere Sache. „Wenn ein Rohrbruch ist und jemand steht unter der Dusche, der weiß, wie wertvoll fließend Wasser ist“, sagt Michael Veh.

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