Aktion auf dem Marktplatz  Demokratiefest ohne einen Platz für Rassismus in Aurich

Helmut Vortanz
|
Von Helmut Vortanz
| 20.06.2025 09:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Lehne für vier, aber nur drei Sitzplätze: Im Zuge des Demokratiefestes wurde in Aurich eine Bank ohne einen Platz für Rassismus offiziell in Betrieb genommen. Auf der Bank sitzen Bettina Hoppe (von links), Ingeborg Hartmann-Seibt und Claudia Stolte. Foto: Helmut Vortanz
Eine Lehne für vier, aber nur drei Sitzplätze: Im Zuge des Demokratiefestes wurde in Aurich eine Bank ohne einen Platz für Rassismus offiziell in Betrieb genommen. Auf der Bank sitzen Bettina Hoppe (von links), Ingeborg Hartmann-Seibt und Claudia Stolte. Foto: Helmut Vortanz
Artikel teilen:

Die „Omas gegen Rechts“ luden in Aurich zu einem Demokratiefest ein. Dabei wurde eine besondere Bank offiziell in Betrieb genommen.

Aurich - Die Organisation „Omas gegen Rechts“ hat am Donnerstag auf dem Auricher Marktplatz die Demokratie mit Infoständen und verschiedenen Aktionen für Kinder und Erwachsene gefeiert. Ein besonderer Höhepunkt war die Inbetriebnahme einer in der Norderstraße aufgestellten Bank mit der Aufschrift „Kein Platz für Rassismus“. Was es mit diesem ungewöhnlichen Sitzmöbel auf sich hat, erklärte die Mitgründerin der Auricher Omas Bettina Hoppe.

Auf dem Auricher Marktplatz feierten die „Omas gegen Rechts“ die Demokratie. Foto: Helmut Vortanz
Auf dem Auricher Marktplatz feierten die „Omas gegen Rechts“ die Demokratie. Foto: Helmut Vortanz

Schon von Weitem leuchteten die beiden weißen Zelte der Auricher „Omas gegen Rechts“ am Rande des Auricher Marktplatzes. Rund 40 Mitglieder feierten dort mit Besuchern die Demokratie, deren Symbol an diesem Tag der Schmetterling war. Inspiriert von der in Deutschland lebenden iranischen Künstlerin Parastou Forouhar, in deren Arbeiten die Schmetterlinge eine dominierende Rolle spielen, haben die Omas ihr Motto für den Tag gewählt: Demokratie beflügelt. „Wir haben Schmetterlinge als Symbol für „Schönheit, Leichtigkeit und Verletzlichkeit, zugleich für Freiheit und Verwandlung, wider die Gewalt“ gebastelt, gehäkelt und genäht“ erklärt die Organisatorin Ingrid Vogt im Gespräch mit dieser Redaktion.

„Gute Gespräche“ auch mit Kritikern

„Wir wollen die Demokratie feiern und zeigen, dass Freiheit und Selbstbestimmung für jede und jeden im Alltag bedeutsam sind“, ergänzt Ingrid Vogt. Dazu brauche es keinen besonderen Anlass. Dieser Termin sei gewählt worden, weil die „Omas gegen Rechts“ vor rund einem Jahr gegründet wurden und seitdem mit rund 50 Mitgliedern in und um Aurich präsent sind, wenn es um die Wahrung und Unterstützung der Demokratie geht.

Auch wenn der Besuch von Interessierten in den Zelten relativ gering sei, so habe man doch bereits gute und friedliche Gespräche sowohl mit Befürwortern der Organisation als auch mit kritischen Beobachtern geführt, so Ingrid Vogt. Aufmerksamkeit erzielte die Veranstaltung auch, als Drehorgelspieler Heinz-Wilhelm Schniders auf dem Marktplatz erschien. Er begleitete die Sängerin Renate Kampen und Sänger Norbert Niederhagen bei ihrer Moritat „Deutschlandflagge“. Der Text stammt aus der Feder von Rena Kampen. Zu der Melodie vom „Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss heißt es darin im letzten Vers: „Von den Omas bis zum Enkel wollen wir Demokratie. Darum lasst sie uns gut schützen, das verstehen doch auch Sie?!“ Auch Liedermacher Gent Salverius trat auf.

Private Spende ermöglichte außergewöhnliche Bank

Im Rahmen der Feier wurde von der Ortsbürgermeisterin Claudia Stolte (SPD) und der Sozialausschuss-Vorsitzenden Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD) in der Norderstraße eine ungewöhnliche Bank offiziell in Betrieb genommen. Das Sitzmöbel hat eine Rückenlehne für vier Personen, jedoch nur drei Sitze. Über dem fehlenden Sitz steht die Inschrift „Kein Platz für Rassismus“. Gleiche Bänke werden laut Bettina Hoppe noch im Familienzentrum und in Tannenhausen aufgestellt. Die Idee stammt von der gemeinnützigen Schreinerei „Dein Werk“ in der Nähe von Bonn. Die Auricher Bänke wurden mit Hilfe einer Spende der privaten Veranstaltung „Festival der Liebe“ von der KVHS Aurich gebaut.

Ortsbürgermeisterin Stolte dankte bei dieser Gelegenheit den „Omas gegen Rechts“ für ihren unermüdlichen Einsatz für die Demokratie. Natürlich würde sich die Organisation sehr über die Unterstützung von neuen Mitgliedern freuen, wie Bettina Hoppe bekräftigte.

Ähnliche Artikel